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Tipps

Der tägliche Kampf um die Zähne. Und die besten Zahnputzfeetricks!

Posted in Mamis B[A]Dtime stories, Pädagogik im Praxistest
on 4. Dezember 2016

Mein Nachwuchs ist bald zwei. Hat zwei schöne Reihen blitzender weißer Zähne und liebt Süßes. Also bleibt es nicht aus, dass wir regelmäßig Zähneputzen. Seit einigen Monaten ist es aber ein Kampf. Anfangs ließ er mich putzen, aber mit zunehmendem Körpergefühl und dem Wissen, dass er selber entscheiden kann was er möchte, wurde es schwieriger. Jetzt haben wir einen Punkt erreicht, an dem es fast unmöglich war, ihm die Zähne zu putzen. Er wand sich aus jeder Position, wurde nicht müde sich wegzudrehen und verschloss seinen Mund niet und nagelfest. Das einzige was er noch zuließ, war dass er selber auf der Zahnbürste rumkaute, aber das ist ja kein Putzen in klassischen Sinn.

Ich habe alles probiert.
Obgleich ich skeptisch war, durfte er sich einen Zahnputzclip ansehen.
Der wurde ihm fad, dann durfte er sein Lieblingslied ansehen.
Dann registrierte er, dass ich ihm heimtückisch die Zähne währenddessen putzte, und er verschloss den Mund fest und schaute einfach so das Video an.
Das mit dem Festhalten ging dann auch nicht. Erstens weil ich es nicht mag. Ich mag mein Kind nicht mit körperlicher Überlegenheit zwingen, und zweitens weil es schlicht und einfach nicht geht, wenn du alleine mit deinem Kind im Badezimmer einen Kampf der Titanen kämpfst. Da hast du die Wahl, hältst du die Zahnbürste, fixierst du das Kind, den Kopf? Wie auch immer, es geht nicht.
Gegenseitig putzen war auch dabei, allerdings hat er da nach dreimal beschlossen dass er das langweilig findet, und lieber mit dem Auto spielt als Zähne putzt.
Ich habe Geschichten erzählt, Lieder gesungen, alles ohne Erfolg. Manchmal habe ich das Gefühl er schaut mich an, und denkt sich ‚was führt die Alte da bloß auf‘?

Nun hab ich mich in einem Eltern und einem Bloggerforum umgehört und bin sehr dankbar für die wertvollen Tipps die ich da bekommen habe. Erstens merkt man, das ist ein Dauerbrenner bei den Heranwachsenden, und zweitens sind da wirklich einige Sachen dabei die helfen können. Ich mach euch mal eine Best-of-Liste, und sage an der Stelle nochmal danke an alle, die mir mit ihrem Rat beigestanden sind. Wir setzen schon einiges auf der Liste um, im Moment kommt der „zahnputzdrache“, eine Handpuppe, nur raus wenn wir Zähneputzen, damit komm ich einmal oben und unten rum.

Hier die Best-of-zahnputzfeetricks:

  • Zahnbürste – Zahnpasta. Eine besondere Zahnbürste gemeinsam aussuchen. Diese dann nur fürs Zähneputzen nehmen, und sonst ist sie nicht verfügbar. Gegebenenfalls mit der elektrischen nachbürsten (wenn sie es von den Eltern kennen). Allerdings habe ich da von OralB gehört, dass es erst ab 3 Jahren empfohlen wird.
  • Rolemodel – ein Vorbild sein. Die Kinder sollten auch sehen, wenn wir putzen.
  • Video – ein Zahnputzvideo ansehen, oder ein Lieblingslied, dass es nur exklusiv beim bürsten gibt.
  • Belohnungssystem. Ein Belohnungssystem schaffen, pro Zähneputzen einen Punkt auf einer Liste, bei voller Liste kommt die Belohnung.
  • Intervalle. Manchmal gehen wir dreimal am Tag Zähneputzen, auch wenn er nur die Bürste selber in den Mund steckt. Aber er beißt darauf rum und ein bissl Reinigung ist das dann auch.
  • Wasser. Zwischendurch besser Wasser als zuckerhältiges trinken. Das spült auch immer wieder mal durch und ist sowieso gesünder.
  • Kommunikation. Erklären, warum Zähneputzen, was machen wir damit (die bösen Kariesteufelchen weg). Spielerisch das Essen „wegbürsten“, sich auf das beziehen was man gegessen hat, und dass man das jetzt wegbürstet.
  • Spielen. Überhaupt alles spielerisch angehen, egal ob Handpuppe, Kariesteufeln putzen oder Elektrozahnbürste. Jetzt ist die Zeit, alles von einer Kasperlseite zu nehmen.
  • Kuscheltiere. Die Kuscheltieren können als Rolemodel dienen, denen die Kinder auch Zähneputzen. So kommen sie in die Rolle des Erwachsenen und können auch etwas entscheiden, bzw an ihrem Kuscheltier ausüben.
  • Handpuppen/Fingerpuppen. Handpuppen machen Kindern Spaß, der ausführende Mensch dahinter verschwindet, die Handpuppe wird zur realen Figur. Vielleicht findet ihr eine Handpuppe die perfekt beim Zähneputzen mithilft. (Bei uns ist es gerade das Krokodil)
  • Zahnputzlied. Dein Kind singt gerne, dann könnt ihr ein Zahnputzlied kreieren, dass super im Kampf gegen die Kariesteufelchen wirkt.
  • Kreativität. Sei kreativ, erfinde ein Spiel bei dem du spielerisch an die zähne rankommst.
  • Sanduhr. Eine Sanduhr hilft deinem Kind die Zeit einzuschätzen.
  • Durchatmen. Ich habe gemerkt, dass mein Stress eins zu eins vom Nachwuchs übernommen wird. Und daher, jede Menge Leichtigkeit und Durchatmen in den Zahnputzprozess integrieren. Wir haben es ja alle irgendwann mal gelernt.

20161204_111547Nachdem ich all diese Tipps von diesen hilfreichen Müttern gelesen habe, habe ich wieder Hoffnung geschöpft. Ich hab mich dran erinnert, dass wir als Mütter das Leben häufig von der spielerischen Seite nehmen sollten, und uns nicht mit Zwang und Druck zu unseren Zielen verhelfen sollten. Es gibt so vielfältige Gründe, warum unsere Kids manche Sachen verweigern. Und genauso vielfältig sind unsere Mittel und Wege sie davon zu überzeugen, dass es auch anders geht. Ich versuche gerade einen Handpuppenalligator mit ins Spiel zu bekommen, und es geht gerade ganz gut. Dieses Krokodil kommt auch nur zum Zähneputzen und auch nur wenn Mama bei ihm  Zähne putzen darf. Nach drei Tage fragt er zwar nach dem Alligator, aber leider überzeugt es ihn immer noch nicht ganz von ihm die Zähne geputzt zu bekommen. Aber wir haben immerhin einen ersten positiven Einstieg in das Thema geschafft.

Die ganze Zahnputzstory ist mir aber jetzt schon eine gute Lehre. Manchmal nehme ich als Mama das Leben zu ernst, vergesse zu spielen, über all den Verantwortungen die ich habe. Zähne putzen ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber es ist eine Möglichkeit albern zu sein. Die Stimme zu verstellen und mit Handpuppen zu spielen. Frei nach Mary Poppins “ Ein bisschen Zucker die Medizin versüsst …“ , das Leben braucht eine anständige Portion Humor.

 

 

Copyright, Katharina Gindra-Vady, Dezember 2016

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Eingewöhnung in der Krippe

Posted in Mamis B[A]Dtime stories, Pädagogik im Praxistest
on 7. Oktober 2016

Mein Sohn ist jetzt seit genau einem Monat in der Kinderkrippe. Gleich am Anfang mussten wir eine Pause einlegen, weil er natürlich krank wurde. So nach dem Motto „willst du, dass dein Kind krank wird, steck es in den Kindergarten“. Aber irgendwie auch nachvollziehbar. Denn er hatte, bis auf seine Neurodermitis, keinerlei Probleme mit seiner Gesundheit, irgendwann muss das Immunsystem ja auch lernen mit den Viren umzugehen.

Kinderkrippe, Kindergarten, oder Schulbeginn, das sind alles ganz besondere Anfangszeiten für Mutter und Kind. Ich konnte bei mir selber, aber auch bei den anderen Müttern, beobachten, dass wir da ganz schön sentimental werden können, und auch ziemlich überempfindlich. Unsere Kinder sehen den Anfang meist gelassen. Für sie ist es einfach toll und aufregend. Die neue Gruppe, die neuen Regeln, das neue Spielen. Während wir also mit unseren Schnief-sentimental-Gedanken kämpfen, spielt unser Kind und findet die neue Krippe/Kindergarten/Schule ganz toll. In dieser Zeit ist es sogar für unsere Kinder leichter uns gehen zu lassen, weil einfach die Ablenkung noch so groß ist. Aber es kommt ein Zeitpunkt da kippt das Ganze. Die Mütter /Väter beginnen ihre neue Freiheit zu genießen, lassen das Kind gerne ein paar Stunden in der Betreuung. Und da merkt das Kind, dass es da nichts Neues mehr gibt, und dass die Eltern aber jeden Tag aufs Neue geht.

Dann ist sie da. Die Krise. Die Eltern sind überrascht, weil ihr Kind plötzlich nicht mehr alleine in der Krippe bleiben will. Für mich ist das irgendwie klar. Wenn wir das aus der Perspektive des Kindes überlegen, dann ist diese Phase vorprogrammiert. Das Kind nahm an, dass dies eine Spielgruppe wie viele ist, und die Eltern bald wieder da sind. Und dann spürt es die Regelmäßigkeit, es merkt, dass die Eltern immer gehen, vielleicht sogar länger wegbleiben.  Es ist auf sich selber angewiesen. Da helfen natürlich einfühlsame Pädagogen, aber aus der Sicht des Kindes ist es alleine. Es muss zu diesem Zeitpunkt lernen, dieses Gefühl auszuhalten und zu verarbeiten.
Wir als Eltern sind da sehr gefordert. An dem Punkt können und dürfen wir nicht zurückrudern. Es hat einen Grund, warum wir unser Kind in eine pädagogische Institution gegeben haben. Aber wir können bei dieser Phase unsere Kinder trotzdem gut begleiten. Jeder der sich mit seinem Kind beschäftigt, weiß was es braucht. Der eine sucht Nähe, der andere braucht Spiele oder Bewegung.
Darum,
beACHTE dein Kind.
Gib ihm das was es emotional braucht, in der Zeit wo du es siehst.
Erkläre ihm immer wieder, dass du wieder kommst,
akzeptiere und WERTschätze seine Gefühle.
Vielleicht findest du auch ein Kuscheltier, oder etwas von zuhause das du mitgibst, um ihm eine Art „Verbündeten“ mitzugeben.
Auch wenn es im Moment nicht gleich besser wird, dein Kind fühlt sich in seiner Gefühlswelt verstanden und akzeptiert, wenn du mit ihm die Situationen besprichst.
Das ist meine Perspektive als Pädagogin.

Als Mama kann ich nur sagen, mein Sohn ist dabei, in der Krippe anzukommen. Das merke ich daran, dass er mich gehen lassen kann, aber auch daran wie viel Kraft ihm das kostet. Er geht sofort, nachdem wir zuhause sind, schlafen und braucht unendlich viel Kuschel und Leseeinheiten. Ich geb ihm das gerne, und freue mich wenn er mir so klar zeigen kann, was er braucht. Kürzlich hab ich mit einer Pädagogin gesprochen, und die sagte mir „Schau, wenn du merkst, dein Kind kann am Freitag einfach nicht mehr, ist erschöpft und ausgelaugt, dann kannst du natürlich entscheiden, dass ihr nur eine vier Tage Woche macht.“ Und genau dass ist der Punkt. Wenn ich wählen kann, und die Bedürfnisse meines Kindes so erfüllen kann, dann werde ich das tun. Klar. Wenn ich schon eine fixe Arbeit habe, oder mir meine Zeit nicht einteilen kann, dann geht es nicht. Aber dann kommen wir wieder dahin zurück, dass ich die Zeit die ich dann habe, meinem Kind schenke. Ich sags euch ganz ehrlich, ob die Wohnung geputzt ist, oder der Kuchen selbst gebacken, ist in der Phase deines Lebens wirklich egal. Es ist eine Zeit, wo dein Kind dich braucht, und diese Zeiten werden weniger werden. Denn unser Leben entwickelt sich nun mal zu mehr Selbstständigkeit. Aber sie plumpsen nicht aus unserem Bauch und sind nach zwei Jahren schon selbstständige Wunderwuzzis. Sie brauchen unsere Hingabe, Zeit und Pflege, damit sie das Vertrauen in diese Welt aufbauen können. Das ist unsere Aufgabe als Eltern. Ihnen die Wurzeln zu geben, damit sie ihre Flügel selber entfalten können.

Foto pixabay.com

Foto pixabay.com

 

 

 

 

 

 

 © katharina gindra-vady, oktober 2016
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