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Ressourcen

Mein #Muttertagswunsch, und warum mein Kind mich am Arbeitsmarkt emanzipiert hat.

Posted in Mutterschaft
on 13. Mai 2017

Ich bin auf der Suche nach Arbeit. Eine mitteleuropäische Frau, universitärer Abschluss, fast zwanzig Berufsjahre am Rücken. Ich behaupte eine relativ durchschnittliche Frau zu sein, keine besondere Emanze, oder Wifey, oder was auch immer für Kategorien ihr gerne erfindet. Seit etwa einem halben Jahr suche ich in der Steiermark aktiv eine Tätigkeit. Und ich merke, dass Mutter zu sein, meine Suche auf eine neue Ebene hebt. Zuerst wird mal angenommen ich gehe für ein „Taschengeld“ arbeiten. Weil ich ja als Frau sicherlich einen Mann zuhause habe, der mich versorgt. Wenn ich einen Job im Teilzeitbereich suche, wird mir mal prinzipiell ein niedrigeres Gehalt angeboten, denn die Wirtschaft weiß ja nicht, ob es sich „auszahlt“ eine Mutter anzustellen. Was, wenn ich noch ein Kind bekomme?
Hier meine Antwort, Männer haben jetzt auch das Recht auf Karenz, warum stellt ihr denen nicht die Frage nach weiteren Kindern?
Mein Kind wird von potentiellen Dienstgebern, noch bevor sie mich kennen gelernt haben, als „Problem“ gesehen. Selten als die Ressource, die es ist. Und trotzdem, oder gerade deswegen, ich werde meinen Sohn aus dem Lebenslauf nicht streichen, verheimlichen dass ich Mutter bin, nur um im Sinne einer Gleichbehandlung ein Gespräch zu bekommen.
Denn sind wir mal ehrlich, wenn ich mein Kind gut versorge, es nähre, pflege und ihm Sicherheit gebe, wird es der Gesellschaft all dies wieder zurück geben. Weil es etwas über Liebe, Werte und Vertrauen gelernt hat. Und ich möchte den Chef sehen der (m)einen Job 24/7 macht, der auf Schlaf, Golf und lässige Meetings verzichtet, und sich über alle Maße einem anderen Menschen widmet.
Das meine lieben Dienstgeber, ist meine Ressource als Mutter! Ich habe Biss, kann auf Ausruhen, Freizeit, Spaß und sonstwas verzichten. Ich bewahre meist einen ruhigen Kopf, wenns einen Notfall gibt, finde immer eine Lösung mit der jeder zufrieden ist. Ich stelle die Bedürfnisse anderer über meine, weil es notwendig ist. Ich manage Haushalt, Freundschaften, Hobbies, Parties, Job. Das und viel mehr ist verdammt noch mal eine Ressource! Ich bin wertvoll als Arbeitskraft und als Mutter, und ich bin es leid, dass unsere Arbeitswelt das eine vom anderen ausschließt.

Zum Muttertag kommen dann alle schön brav, geben Müttern Blumen und Pralinen, und gehen dann wieder weiter, in der Jagd nach Geld und Status. Es gibt Konzerte mit dem Titel „Frauen, Mütter, Heldinnen“ – wo ist diese Einstellung das ganze Jahr über?

Mein Wunsch zum Muttertag ist banal, behandelt Mütter das ganze Jahr als die wertvolle Ressource die sie bieten. Schätzt die „Lücke“ im Lebenslauf, die da Karenz lautet, mindestens genauso sehr wie all die anderen Jobs in einem Leben. Gebt Müttern die berufliche Möglichkeit die sie verdienen, und erlaubt ihnen erfolgreich im Beruf und eine gute Mutter zu sein. Ich muss nicht auf das eine verzichten, um das andere zu haben.

Mehr als alles andere hat mich mein Sohn emanzipiert, denn Emanzipation bedeutet für mich in diesem Zusammenhang die anderen Bedingungen wert zuschätzen, anzunehmen was ist, und die Kraft dahinter zu finden. Für mich heißt das, ich bin genauso gut geeignet wie ein Mann meine Familie zu unterstützen, ich bin eine wertvolle Arbeitskraft für jeden Dienstgeber, denn wäre ich ein Mann würde ich auch nur das fordern was mir zusteht. Und mich nicht dafür entschuldigen eine Familie zu haben und diese ernähren zu wollen.

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Ressourcen verbraucht …

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 11. August 2016

Normalerweise denkt man ja nur an seine eigenen Ressourcen, die abendliche oder sonstige Erschöpfung, Geldthemen, Arbeitsthemen, Politik oder allgemeines Weltelend (ganz beliebt im Moment Ausländerphobien schüren). Wir können uns über so viel beschweren und aus so vielem ein Problem machen. Aber da ist eine Sache, die übergehen wir, obwohl die eine der wichtigsten Themen unserer Zeit ist. Vor zwei Tagen war „Welterschöpfungstag“, der Tag an dem unsere Ressourcen eigentlich aufgebraucht sind, und wir auf Pump leben.  Wir beleihen unsere Erde, aber keiner fragt nach den Zinsen. Wir ziehen aus Mutter Erde, obwohl sie uns eigentlich nichts mehr geben kann, wir beuten aus Ländern die eigentlich selber nichts haben. Wozu? Damit wir auf unseren neuesten Handies die Pokemons in schärferer Bildqualität haben? Damit wir Äpfel aus Südafrika haben, weil die eigenen nicht schmecken?
Gestern hat mein Sohn beim abendlichen Baden in seiner kleinen Babywanne mit dem Duschstrahl eine Riesenfreude gehabt. Er hat das Wasser über sein Gesicht laufen lassen, und entdeckte wie das mit dem Gurgeln geht. Es war ein wunderschöner Moment. Und ein so dankbarer. Denn wir leben in einem Land wo ich keine Angst haben muss, dass er sein Bade/Duschwasser verschluckt. Wir haben das klarste Wasser, wundervolle Berge und Seen, Wälder und Tiere. Wir haben doch alles da. Warum also nicht dies zum Anlass nehmen das Lokale ein wenig zu unterstützen. Mutter Erde beschenkt uns täglich reich, vielleicht ist es an der Zeit auch etwas zurückzugeben. Und wenn es nur die Dankbarkeit ist die wir in einem stillen Moment geben.
Wir können sudern und jammern, und uns von Banken, Wirtschaft und Politik dumm schwätzen lassen, oder wir packen den Stier bei den Hörnern und jeder findet etwas, dass dieser Erde gut tut und Heilung bringt.
Wir sind die Mütter unserer Kinder, wir ehren jede Mutter die alles gibt für ihre Kinder, also ist wohl auch Ehre an Mutter Erde angebracht. Jeder muss selber entscheiden, wie er seine Zukunft gestaltet, aber eines ist gewiss, wir sind keine hilflosen Figuren die schicksalsergeben auf ihren Tod warten. Wir haben ein Leben, nutzen wir es zum Wohle unsere Kinder, unserer Welt.

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