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Dankbarkeit

Was haben Halloween und Allerheiligen gemeinsam?

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 31. Oktober 2017

Heute ist „Halloween“, morgen der 1.11. und somit Allerheiligen. Wie kann ich diese Feste in meinen Familienalltag integrieren, und woher kommen sie überhaupt?

Es gibt Feiertage, und Spasstage. Fasching ist ein Spasstag. Halloween wurde auch zum Spasstag gemacht. Ich konnte aber diesem „Spaß“ nie besonders gut verstehen, zu speziell ist für mich die Zeit um den ersten November. Aber ich habe ein kleines Kind, das wird irgendwann nicht um dieses „Halloween feiern“ rumkommen. Ich merke das gerade, weil ich geringfügig in einer Schule jobbe, und tatsächlich wird in der Nachmittagsbetreuung ein „Gruselfest“ gefeiert. Darum versuche ich zu verstehen, woher dieses Brauchtum kommt, damit ich irgendwann auch im Familienkreis gut damit umgehen kann.

Wo haben diese Feste ihren Ursprung?

Halloween hat seinen Ursprung in der alten irischen Geschichte, es ging um „Samhain“, das Ende des Sommers. Die Kelten feierten dieses Fest um die abgeernteten Früchte des Herbstes zu feiern, aber auch um sich für die dunkle Zeit des Jahres zu wappnen, und die bösen Geister mit ihren eigenen Gruselmasken zu vertreiben. Ein bisschen erinnert mich das übrigens an den Krampus, der ja auch die zusätzliche Funktion hat, die „Mächte der Finsternis“ abzuhalten und auszutreiben.

Foto by unsplash.com/photos/y_dCjaRWthY

Allerheiligen ist im Gegenzug ein sehr christliches Fest, wo es hauptsächlich darum geht, der Verstorbenen in Liebe und Respekt zu gedenken. Die Kirche bestreitet einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Festen. Allerdings kommt man nicht umhin eine Verbindung zu bemerken. Es geht um den dünnen Vorhang zwischen Leben und Tod. Um den Umgang damit, Angst die man versucht zu vertreiben, Liebe die man sendet, Dankbarkeit die man fühlt. Eines kann man nicht leugnen, bei beiden Festen schauen wir der „Anderswelt“ in die Augen.

Wie kann ich Halloween kinderfreundlich machen?

Die Fantasiewelt unserer Kleinen ist enorm. Sie schlafen und schrecken mitten in der Nacht auf, weil sie ein Monster unter dem Bett vermuten. Sie putzen beim Zähneputzen ihre Monster weg, und sie schrecken sich, wenn es laut ist. Ich spare Halloween aus. Ich finde es nicht notwendig da mein Kind sowieso genug zu verarbeiten hat. Wenn man aber ein interessiertes Kind hat, kann man durchaus mit Bastelarbeiten, wie geschnitzten Kürbissen und gebastelten Masken Halloween gedenken. Jeder muss für sich selber entscheiden ob das eigene Kind dazu in der Lage ist, Gruselgesichter auszuhalten, oder Fantasiegeschichten von Monstern und Untoten. Ich halte mich an geschnitzte Kürbisse, und sonstige Herbstbräuche.

Und Allerheiligen, da geht’s doch auch um die Toten?

Vielleicht ist der größte Unterschied zwischen den Festen die Aufregung und die Stille. Wenn wir auf den Friedhof gehen, oder einfach nur zuhause eine Kerze für Oma anzünden, dann machen wir es in Stille. Wenn wir gemeinsam zuhause Striezel essen, und Familienzeit haben, dann ist es ruhig, besinnlich. Klar, es geht immer noch um die Menschen die gestorben sind, die wir vermissen, die einen Platz in unserem Herzen haben, aber wir haben keine Angst vor ihnen. Wir senden ihnen unsere Liebe. Auch wenn es für viele von uns schwer ist, zum Leben gehört auch der Tod. Und es ist nicht möglich unseren Kindern diese Information vorzuenthalten. Mein Sohn weiß, dass im Himmel noch eine Oma und ein Opa ist. Und jenseits von diversen Glaubensvorschriften durch diverse Kirchen, Fakt ist, die Menschen die nicht mehr in unserem Leben sind, leben immer in unserem Herzen. Es wäre nicht richtig, sie zu leugnen oder wegzuschieben. Darum hat für mich Allerheiligen eine tiefere spirituelle Bedeutung.

Photo by Daria Tumanova on Unsplash

Feste sind wichtig, deren Bedeutung zu wissen auch.

Auch wenn ich kein Liebhaber von Halloween werde, ich kann es akzeptieren. Wenn mein Sohn irgendwann darauf besteht, auf ein Gruselfest zu gehen, dann werden wir uns zuerst hinsetzen und besprechen woher dieses Fest kommt. Damit der weiß, warum es das gibt. Genauso machen wir es mit allen anderen Festen. Ob Nikolaus, Weihnachten, Ostern, alle Feste im Jahreskreis haben eine Bedeutung. Nur weil sie katholisch sind, sind sie nicht besser oder schlechter als ein keltischer Brauch. Wenn wir auf ein Mittsommerfest gehen, wird er genauso wissen, warum es das gibt, ebenso wie Pfingsten.

Ich werde heute Nachmittag in meiner Schule mit den Kindern „feiern“ und mit jedem Gruselgesicht die „bösen Geister“ vertreiben, die sich rumtreiben. Und morgen, morgen werden wir eine große Kerze anzünden. Ich werde meinem Sohn ein Fotoalbum zeigen, wo er Bilder von seiner Oma sieht. Ich werde ihm erklären, dass sie ihn immer von ihrem besonderen Ort aus beschützt. Und vielleicht werde ich traurig sein, weil ich sie vermisse. Aber das ist in Ordnung so, weil auch in der Traurigkeit nur die Liebe versteckt ist, die uns immer verbindet.

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Ich GRATULIERE dir von ganzem Herzen!

Heute, als ich meinen Spross zur Kinderkrippe brachte, sah ich eine Frau mit ihrem offensichtlich neu geborenem Baby. Über die Straße sah ich eine Freundin von ihr, die ihr fröhlich zurief „ich gratuliere dir!“. Das war eine wirklich nette Geste, aber da wurde mir klar, dass wir wahnsinnig gerne frischgebackenen Eltern gratulieren, aber selten Müttern mit Säugling, Baby, Kleinkind. Ich finde es ist höchste Zeit meine tiefste Gratulation auszudrücken, und zwar,

gratuliere ich dir dafür
dass du die ersten Koliken überstanden hast, ohne einen nennenswerten Nervenzusammenbruch,
dass du dein älteres Kind weiterhin gut versorgt hast, und das neue Baby auch,
dass du trotz Schmerzen/Kaiserschnittnarbe/Verletzungen für dein Kind da warst,
dass ihr gemeinsam die ersten Zähne geschafft habt, die Schmerzen und Nebenwirkungen des Zahnens,
dass du auf deinen Schlaf/Erholung/Sport/Hobbies verzichtet hast, um für dein Kind da zu sein,
dass du alle zwei bis drei Stunden, sieben Tage und Nächte die Woche, aufgestanden bist, um dein Baby zu  stillen, es zu füttern,
dass du, selbst wenn es zu deinem Nachteil gewesen ist, das Wohl deines Kindes an vordere Stelle gesetzt hast,
dass du Hilfe geholt hast, wenn du nicht mehr konntest,
dass du dir erlaubt hast auch mal zu weinen, wenn es zuviel war,
dass du auf deine mütterliche Intuition gehört hast, als es um die Gesundheit deines Kindes ging,
dass du deinem Kind Sicherheit und Geborgenheit gegeben hast, selbst wenn du selber das Gefühl hattest, es zieht dir den Boden unter den Füßen weg,
dass du nächtelang neben/bei deinem Kind gelegen bist, um es bei Alpträumen/Schmerzen zu beruhigen,
dass du nächtelange wach bei deinem Kind lagst als es krank war,
dass du dir die Zeit genommen hast, es bei seiner Krippe/Tagesmutter ankommen zu lassen,
dass du immer da gewesen bist, immer da sein wirst, einfach weil du dein Kind liebst und es dein Leben bereichert
dass, dass, dass noch tausend Gründe.

ICH GRATULIERE DIR VON GANZEM HERZEN UND WÜNSCHE DIR WEITERHIN VIEL KRAFT UND LIEBE ALS MUTTER UND FRAU.

Jede Frau hat ihre eigenen Herausforderungen die sie tagtäglich als Mutter besteht, und ich möchte den Hut vor uns ziehen. Es ist egal ob wir in einer Beziehung sind, Single, Patchwork, gleichgeschlechtlich, Wochenendbeziehung.

Ich möchte dir sagen, was du jetzt erlebst, all die Herausforderungen und wundervollen Momente, ich gratuliere dir und danke dir. Indem du dein Kind gut begleitest und ihm Liebe und Geborgenheit gibst, gibst du dir und deinem Kind das größte Geschenk. Egal welche Mutter, jede sagt mir „sie werden so schnell groß“ und es stimmt, ich merke tagtäglich wie er lernt, wächst und sich entwickelt. Darum sind all die Momente die wir geschafft haben, wertvoll und ich bin ihnen auch sehr dankbar. Ich wüsste nicht wie es wäre Mutter zu sein, hätte ich nicht dieses Kind. Mag sein, dass ich mich von Grund auf verändert habe, aber das konnte ich  nur mit und durch meinen Sohn, und ich möchte keine dieser Veränderungen jemals missen. Ich bin dankbar dafür, spüre mich besser als vor Jahren, und bin soviel klarer durch mein Kind geworden.

Egal was du geschafft hast, GRATULIERE  dir selber, und DANKE dir selber 🙂 !

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