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Storytelling, Geschichten des Lebens

Was haben Halloween und Allerheiligen gemeinsam?

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 31. Oktober 2017

Heute ist „Halloween“, morgen der 1.11. und somit Allerheiligen. Wie kann ich diese Feste in meinen Familienalltag integrieren, und woher kommen sie überhaupt?

Es gibt Feiertage, und Spasstage. Fasching ist ein Spasstag. Halloween wurde auch zum Spasstag gemacht. Ich konnte aber diesem „Spaß“ nie besonders gut verstehen, zu speziell ist für mich die Zeit um den ersten November. Aber ich habe ein kleines Kind, das wird irgendwann nicht um dieses „Halloween feiern“ rumkommen. Ich merke das gerade, weil ich geringfügig in einer Schule jobbe, und tatsächlich wird in der Nachmittagsbetreuung ein „Gruselfest“ gefeiert. Darum versuche ich zu verstehen, woher dieses Brauchtum kommt, damit ich irgendwann auch im Familienkreis gut damit umgehen kann.

Wo haben diese Feste ihren Ursprung?

Halloween hat seinen Ursprung in der alten irischen Geschichte, es ging um „Samhain“, das Ende des Sommers. Die Kelten feierten dieses Fest um die abgeernteten Früchte des Herbstes zu feiern, aber auch um sich für die dunkle Zeit des Jahres zu wappnen, und die bösen Geister mit ihren eigenen Gruselmasken zu vertreiben. Ein bisschen erinnert mich das übrigens an den Krampus, der ja auch die zusätzliche Funktion hat, die „Mächte der Finsternis“ abzuhalten und auszutreiben.

Foto by unsplash.com/photos/y_dCjaRWthY

Allerheiligen ist im Gegenzug ein sehr christliches Fest, wo es hauptsächlich darum geht, der Verstorbenen in Liebe und Respekt zu gedenken. Die Kirche bestreitet einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Festen. Allerdings kommt man nicht umhin eine Verbindung zu bemerken. Es geht um den dünnen Vorhang zwischen Leben und Tod. Um den Umgang damit, Angst die man versucht zu vertreiben, Liebe die man sendet, Dankbarkeit die man fühlt. Eines kann man nicht leugnen, bei beiden Festen schauen wir der „Anderswelt“ in die Augen.

Wie kann ich Halloween kinderfreundlich machen?

Die Fantasiewelt unserer Kleinen ist enorm. Sie schlafen und schrecken mitten in der Nacht auf, weil sie ein Monster unter dem Bett vermuten. Sie putzen beim Zähneputzen ihre Monster weg, und sie schrecken sich, wenn es laut ist. Ich spare Halloween aus. Ich finde es nicht notwendig da mein Kind sowieso genug zu verarbeiten hat. Wenn man aber ein interessiertes Kind hat, kann man durchaus mit Bastelarbeiten, wie geschnitzten Kürbissen und gebastelten Masken Halloween gedenken. Jeder muss für sich selber entscheiden ob das eigene Kind dazu in der Lage ist, Gruselgesichter auszuhalten, oder Fantasiegeschichten von Monstern und Untoten. Ich halte mich an geschnitzte Kürbisse, und sonstige Herbstbräuche.

Und Allerheiligen, da geht’s doch auch um die Toten?

Vielleicht ist der größte Unterschied zwischen den Festen die Aufregung und die Stille. Wenn wir auf den Friedhof gehen, oder einfach nur zuhause eine Kerze für Oma anzünden, dann machen wir es in Stille. Wenn wir gemeinsam zuhause Striezel essen, und Familienzeit haben, dann ist es ruhig, besinnlich. Klar, es geht immer noch um die Menschen die gestorben sind, die wir vermissen, die einen Platz in unserem Herzen haben, aber wir haben keine Angst vor ihnen. Wir senden ihnen unsere Liebe. Auch wenn es für viele von uns schwer ist, zum Leben gehört auch der Tod. Und es ist nicht möglich unseren Kindern diese Information vorzuenthalten. Mein Sohn weiß, dass im Himmel noch eine Oma und ein Opa ist. Und jenseits von diversen Glaubensvorschriften durch diverse Kirchen, Fakt ist, die Menschen die nicht mehr in unserem Leben sind, leben immer in unserem Herzen. Es wäre nicht richtig, sie zu leugnen oder wegzuschieben. Darum hat für mich Allerheiligen eine tiefere spirituelle Bedeutung.

Photo by Daria Tumanova on Unsplash

Feste sind wichtig, deren Bedeutung zu wissen auch.

Auch wenn ich kein Liebhaber von Halloween werde, ich kann es akzeptieren. Wenn mein Sohn irgendwann darauf besteht, auf ein Gruselfest zu gehen, dann werden wir uns zuerst hinsetzen und besprechen woher dieses Fest kommt. Damit der weiß, warum es das gibt. Genauso machen wir es mit allen anderen Festen. Ob Nikolaus, Weihnachten, Ostern, alle Feste im Jahreskreis haben eine Bedeutung. Nur weil sie katholisch sind, sind sie nicht besser oder schlechter als ein keltischer Brauch. Wenn wir auf ein Mittsommerfest gehen, wird er genauso wissen, warum es das gibt, ebenso wie Pfingsten.

Ich werde heute Nachmittag in meiner Schule mit den Kindern „feiern“ und mit jedem Gruselgesicht die „bösen Geister“ vertreiben, die sich rumtreiben. Und morgen, morgen werden wir eine große Kerze anzünden. Ich werde meinem Sohn ein Fotoalbum zeigen, wo er Bilder von seiner Oma sieht. Ich werde ihm erklären, dass sie ihn immer von ihrem besonderen Ort aus beschützt. Und vielleicht werde ich traurig sein, weil ich sie vermisse. Aber das ist in Ordnung so, weil auch in der Traurigkeit nur die Liebe versteckt ist, die uns immer verbindet.

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Traumjob Flugbegleiterin, Mythos oder doch Magie?

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 22. Oktober 2017

Es ist fast 10 Jahre her, dass ich bei einer österreichischen Airline als Flugbegleiterin gekündigt habe. Ich war etwas über drei Jahre im Job, zweieinhalb davon auf der Langstrecke. Noch heute träume ich manchmal vom Dispatch, wo ich mein Firmenpostfach hatte, sehe vor meinem inneren Auge die langen Gänge des Bürogebäudes, die Umkleiden, die Räume wo sich die Crew zum Briefing getroffen hat.

Flugbegleiterin war mein Traumjob, seitdem ich klein war. Dass ich mit 25 dann endlich in den Flugbetrieb eingstiegen bin, war eine Verkettung glücklicher Fügungen. Ich hatte jahrelang Bewerbungen geschickt, und keine Einladung bekommen. Dann gab es einen großen Bedarf an FlugbegleiterInnen für die Zusammenlegung zweier österreichischer Airlines und meine Chance war da. Ich sah in der Zeitung eine Ausschreibung für ein “open Assessment” das hieß, jeder konnte kommen, der meinte er oder sie erfülle die Kriterien. Damals gingen alle Projekte und Jobsuchen bei mir nach hinten los. Ich hatte mich getrennt, lebte in einer WG, und war in ein anderes Bundesland gezogen, auf der Suche nach Ziel und Sinn in meinem Leben. Zu dem Assessement ging ich nur, weil ich schon eine Art Galgenhumor entwickelt hatte, von wegen, “mehr als schiefgehen kanns ja nicht”. Ich kam durch die erste Runde, ein allgemeiner Wissenstest. Ich kam durch die nächste Runde, und immer kleiner wurden die Kreise. Von Runde zu Runde gingen weitere Bewerber. Ich war immer noch dabei. Allein beim spanisch”test” in bezug auf die zweite lebende Fremdsprache scheiterte ich kläglich, und machte mir keine großen Hoffungen mehr. Und doch  – am Ende des Bewerbungsverfahrens hatte ich den Job! Ich erinnere mich noch, in meinem Hirn war Durchzugsverkehr, Freude und Aufregung gaben sich die die Hand, abwechselnd hatte ich Angst vor allem Neuem und dann war ich wieder glücklich, endlich etwas erreicht zu haben, dass ich mir immer schon gewünscht hatte.

mein Basiskurs bei Austrian, April 2004

Meine Ausbildung

Um FlugbegleiterIn zu werden, musste ich einmal einen sechswöchigen Kurs im Bereich Sicherheit, Service, Emergencies usw absolvieren. Diese sechs Wochen waren lerntechnisch die härtesten meines Lebens. Ich war nie eine fleißige Schülerin, aber wenn man nicht gleich mitlernte, war man verloren. Täglich kam etwas Neues dazu, und alles ist wichtig. Klar, es waren auch lustige Sachen dabei, wie zum Beispiel eine Stylingberatung, aber auch viele Notfalltrainings, die im Ernstfall einfach beherrscht werden müssen. Wir mussten alle worst case Szenarien kennen, die Flugzeug und Equipment im Schlaf, und ebenso den Emergencydrill. Aber das ist nur mehr als verständlich, denn nur so konnte die Luftfahrt zu einem der sichersten Verkehrsmittel unserer Gesellschaft werden. Indem aus vergangenen Fehlern gelernt  wurde, und das Personal gut geschult ist. Ich tat mir schwer mit dem Kurs. Zwar verfüge ich über die soziale Kompetenz gut mit Menschen zu arbeiten, aber ich hatte immer vermieden, mich mit Worst Case Szenarien auseinander zu setzen . Heute bin ich endlos froh, dass ich in meinem Kurs Menschen hatte, die mir halfen diesen Drill auszuhalten, und weiterzumachen, denn nur so konnte ich dann schlussendlich meinen Traumjob starten.

 

Ein seltener Blick ins Cockpit

Bei meinem ersten Flug hörte ich mein Herz bis in die Ohren schlagen. Glücklicherweise hatten wir eine Art “Einschulungszeit” mit eine/r erfahrenden KollegIn und so lernten wir die richtigen Kniffe und Tricks wie man schnell und gut arbeitet. Wie man eine gute Mise en place macht, was besonders wichtig beim security check des Flugzeuges wichtig ist und derlei Dinge. Viele Dinge im Flugbetrieb beruhen auf guter Vorbereitung und Vorausschau. Etwas, dass ich dort erst lernen konnte. Genauso wie sich innerhalb eines Umlaufs auf eine total neue Crew einzustellen. Natürlich flog man schon mal mit denselben Leuten, aber tendzenziell war jeder neue Flug ein neues Team mit dem man arbeiten konnte. Das hatte Vorteile, und auch Nachteile, wie immer, wenn man mit neuen Leuten arbeitet.

Karriere als FlugbegleiterIn

Nach etwa einem halben Jahr konnte ich schon das “upgrade” meiner Flugbegleiterinnen Karriere machen, und kam auf die Langstrecke. Einen Kurs später konnte ich mit meinen Gästen die Welt erkunden, und war gespannt was da alles kommen würde. In der Realtität war es aber mehr harte Arbeit als es einem “catch me if you can” suggeriert. 24 Stunden Aufenthalt, in New York, Dehli oder Bangkok. Fliegen in der Nacht, schlafen, wenn in der Heimat Tag ist, fremde Kulturen, Gerüche, und Lebensbedingungen. Zuhause ein Leben aufbauen, während man in seinem Job ein “glamoröses” Leben als Weltenreisende lebt. Erst Jahre später merkte ich, dass ich in dem Job als Hochsensible mehr von mir verlangt habe, als mir möglich war.

 

Es war bereichernd, inspirierend und schillernd, aber auch der härteste Job den ich je gemacht habe. Es ist verständlich, dass es Alternslimits für Neuaufnahmen gibt, denn gerade Anfangs ist es eine körperliche und auch seelische Belastungsprobe. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass ich nach etwa zwei Jahren mit Problemen zu kämpfen hatte. Jede Verkühlung war eine Nebenhöhlenentzündung, und ich hatte auf den Händen und am Hals allergische Ekzeme die nicht weg gingen. Aber ich wollte einfach nicht aufhören. Zu sehr liebte ich das Reisen, den Moment, wenn wir auf den Wolken flogen und die wie eine weiche Decke unter uns lagen. Ich beschäftige mich indem ich mich weiterbildete, und ein Training im Bereich “CISM” machte, um anderen FlugbegleiterInnen im Notfall ein Peer (also eine unterstützende Person nach einem Emergency) sein zu können. Eigenartig nur, dass ich das für mich dann nicht in Anspruch nahm um eine Krise zu bewäligen, die mir dann in Bangkok unterkam.

Der Punkt an dem ich meinen Traumjob an den Nagel hing, war zu dem Zeitpunkt erreicht, als ich mit einer Panikattacke im Hotelzimmer lag, nachdem mein thailändischer Taxifahrer am Weg zum Hotel einen Hund überfahren und noch ewig mitgeschliffen hatte. Noch nie hatte ich mich so alleine gefühlt. Um mich zu beruhigen ging ich in die Lobby wo ich meine “senior”chefin der Langstrecke vorfand. Sie erkannte schnell was mit  mir los war, sprach mit mir, kümmerte sich wie eine Mutter um mich, und gab mir aus ihrem travelmedizinkit ein sehr starkes Beruhigensmittel. Der folgende Tag war im im Nebel. Aber hängen blieb die Angst. Klar, ich hätte bleiben können, Teilzeit gehen, Urlaub nehmen, einen/n Peer anfordern, aber es war in dem Moment zuviel. Ich suchte mir  etwas neues. Dachte ein “sicherer” Job in einer Bank würde mir  helfen mich besser zu fühlen. Ich hatte ja schon was “gscheites” gelernt. Aber es war nur ein weiterer Weg im Berufspuzzle meines Lebens. Danach kamen weitere Bürojobs und ein Studium für Pädagogik.

Und von allen Berufen die ich in meinen letzten zwanzig Jahren gemacht habe, war das der Aufregenste, Anstregenste und Schönste. Niemals werde ich die Wolken vergessen, auf denen wir flogen. Die ungezählten Sonnenauf- und untergänge. In New York zu flanieren,  Dehli zu spüren und zu riechen, die bunten Farben von Bangkogs Märkten. Aus einem Nebel zu fliegen, und in der Sonne zu landen. Nicht nur Fluggäste zu haben, sondern während eines langen Fluges wirklich Gäste zu haben. Sie abzuholen nach einer langen Reise, und für sie der erste Repräsentant von Heimat zu sein.

Es war schön. Es hat mich wirklich sehr gefreut. Und es ist Blut, Schweiß und Tränen, und gleichermaßen Sternenstaub, Meeresrauschen und die Skyline von New York.

Wenn du überlegst ob du es machst “just do it”, der Sporthersteller hat den Slogan nicht umsonst. Aber es ist wichtig, dass du schon irgendeine Form von Ausbildung als Back Up hast, es kann der Zeitpunkt kommen, wo es nicht mehr geht. Und dann hast du immerhin eine Zeitlang in den Wolken gelebt;)!

 

Sollten sich für dich noch weitere Fragen ergeben, stell sie gerne hier in den Kommentaren, oder auf meiner FB Seite Birdiesworld. Gerne stehe ich dir mir Rat zur Seite.

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Wenn Realität zu Fiktion wird – bloggen als lifestyleprodukt, #mcvie

Posted in interviews, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 16. Oktober 2017

Am 2.12 ist in Wien das Mediencamp #mcvie . Interessierte Blogger, Vlogger, Journalisten und alle die sich das Schreiben zur Passion, oder zum Beruf machen, können dort ihre Thesen vertreten und diskutieren.

Für mich sind derlei Veranstaltungen Neuland. Als kleine “Familienbloggerin” habe ich wenig Zeit mich mit Netzwerken und Co zu beschäftigen. Aber es gibt eine Sache die mich beschäftigt, und auf die ich keine Antwort habe. Was ist passiert, dass Blogs von Einblicken ins echte Leben, zu Marketingprodukten, Influencers und “bestof Photoshop” wurden. Liegt es an den Menschen, die nur geschönte Bilder der Realität wollen? Die nur Berichte wollen, die ja keine Gedanken in Bezug auf ihr eigenes Leben auslösen könnten?

Wenn man sich den Ursprung von Weblogs ansieht, dann dienten sie dem Austausch von Informationen. Es ging darum, sich in seiner Peer Gruppe zu informieren und gegebenenfalls zu unterstützen. Eine Medizinerin erzählte in einer Dokumentation einmal, dass sie durch diesen Austausch von gegenseitigen Informationen gewisse Fehler vermeiden konnte, und nur durch dieses Fehlerausschlussprinzip zu einem sensationellen Forschungsergegebniss kommen konnte. Menschen in Ländern deren striktes Regime keine Informationen nach außen zulässt, können mit ihren Blogs Menschen außerhalb ihres Landes erreichen, und ihre tägliche Wahrheit erzählen. Klar, jede Geschichte die man erzählt, ist durch die eigene Perspektive schon geprägt, und ein Blogger kann nicht neutral sein. Denn wir erzählen unsere Geschichten aus unserer Perspektive. Mag sein, dass ich mit dieser Meinung in der Community anecke, aber das ist genau der Punkt – es ist eine Meinung!

Wenn ich einen Mamabeitrag schreibe, dann schreibe ich aus meiner Perspektive als Mutter. Wie ich mein Kind erlebe. Wie mein Kind ist, und meine soziale Umwelt. Ich behaupte jetzt einfach, dass das kein Patentrezept bietet, wie man jedes Kind erreicht.

Ich kann natürlich auch einen Beitrag aus meiner Persepktive als Pädagogin schreiben, aber wollen das die Menschen? Wollen sie wirklich noch eine “Fachmeinung”, wenn sie sowieso schon nicht mehr weiter wissen?

Schöne Blogs boomen. Blogs die viel zeigen. Die wunderschöne Bilder von Familie zeigen. Die Kinderzimmer entspringen einem schöner Wohnen Katalog, die Kinder haben immer megasüße Sachen an, und die Mütter schauen irgendwie nie müde aus. Die Sache ist die. Unser Kinderzimmer ist Chaos, mein Kind hat ständig Jogginghosen an, weil die pflegeleichter sind, und wenn ich nach einem langen Tag abends auf der Couch sitze, hab ich keine Lust mehr ein Konzept für den Blog zu erstellen, Videos und Bilder zu bearbeiten, oder für das nächste Foto Kuchen zu backen.

Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, wie das die anderen FamilybloggerInnen schaffen, ich weiß, ich stehle mir die Zeit für den Blog. Aber das bisschen was ich schaffe, mach ich gerne. Aber es schaut halt auch danach aus. Meine Bilder sind “pur”, meine Posts aus dem Herzen, und manchmal schreib ich länger nichts, weil ich es nicht schaffe.

Das ist die Bloggerrealität. Eigentlich. Und dann kommt wieder von außen die fast unschaffbare Aufgabe, man solle doch für seine Kooperationen Geld verlangen. Weil wir sind ja Influencer.  Hä? Ich bin doch unabhängig, und wenn was nicht gut ist, schreibe ich nicht darüber. Warum soll ich dann Geld dafür nehmen? Und wenn ja, wieviel ist meine Arbeit dann überhaupt wert? Soviel wie ich an Marketing und Equipment investiert habe? Die Art wie ich schreibe? Wieviel bin ich “wert” als Bloggerin?

Und da erinnere ich mich. Wert ist ein Thema, dass uns Gesellschaft und Ausbildung zuschreiben Ich habe mich  mal bei einer FH für Journalismus beworben. Und beim der Gesprächsrunde von bereits aussortierten Teilnehmern kam die Frage, ob wir gegen Geld einen Bericht, der offensichtlich falsch ist, schreiben würden. Also sozusagen eine Auftragsarbeit im Sinne des Auftragsgebers. Und  ich erinnere mich, darauf mit ‘Nein’ geantwortet zu haben. Denn ich verstehe Meinungsbildung als Journalistin als neutrale Arbeit und als Verantwortung, und ich kann nicht über zweifelhafte Inhalte schreiben, als wären sie nicht zweifelhaft. Meine Aussage dürfte mir den weiteren Weg in dieser FH verschlossen haben (so wie einer Freundin die die selbe Antwort gegeben hat). Allerdings würde ich das heute noch ein wenig adaptieren, ich gehe davon aus, dass es keine neutrale Berichterstattung gibt. Denn bereits die Auswahl des Themas unterliegt persönichen Kriterien, die Recherche ebenso und der Schreibstil auch irgendwie. Mag sein, dass jetzt Journalisten die Hände ringen, und die verdammten BloggerInnen verfluchen. Aber da sehen wir wiedermal wie sinnvoll Blogs sind, wir können unsere Meinung teilen und eine Diskusssion anregen, gerade weil uns keiner bezahlt.

Natürlich stellt mich das wieder vor das Problem, dass ich von meinem Blog nicht leben kann, und viel Zeit und Aufwand in etwas steckt, dass mir keinen finanziellen Nutzen bringt. Aber ganz ehrlich, hat unsere Welt nicht andere Probleme als Influencer, Marketing und bezahlte Posts? Wir erleben in Europa einen Rechtsruck, der einem Angst machen kann, wir verbarrikadieren uns und glauben damit das “Problem” gelöst zu haben. Weltmächte schieben sich ihre Atombombentests unter, als wären es Gummidrops. Ein (vermeintlicher) Narzist hat den Code für den roten Knopf einer Weltmacht, mit dem Potential unsere gesamte Welt zu zerstören. Die Wüsten der Welt vergrößern sich, und wir leugnen immer noch unsere Verantwortung an der sich ändernden Umwelt. Bürgerkriege sind Alltag die Menschen flüchten lassen und ganze Generationen traumatisieren.  Vielleicht wär es mal Zeit sich an die großen Themen zu wagen, und da hinzuschauen, und Auswege zu finden, anstatt sich über den Stundensatz eines Bloggers zu unterhalten.

Wie wäre es die ganze Lifestyle Energie mal in etwas Wichtiges zu stecken? Zum Beispiel in Frieden in unseren Herzen und Leben, Unterstützung und Wege für ein Europa, dass stark sein kann und menschlich. Jobs für Menschen die arbeiten wollen. Löhne von denen man leben kann. Hilfe zur Selbsthilfe in dritte Welt Ländern. Die Reduktionen des ökologischen Fußabdrucks. Pädagogisch wertvolle Arbeit für und mit unseren Kindern, weil die unsere Zukunft sind, und für deren Zukunft die Gegenwart friedvoll gestaltet werden sollte. Also – genug zu tun für all die Blogger da draussen mit ihren Idealen und Wertvorstellungen!

 

 

 

Anm. d. Autorin, dieser Beitrag spiegelt ausschließlich die Gedanken der Autorin wieder. Er dient gegebenenfalls zur Grundlage und Diskussion im Mediencamp Wien. 

 

 

 

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“Mach es zu deinem Projekt…” – wenn Mamasein zum Projekt wird

Wenn Kinder zum Projekt werden, wenn das Mamasein ins Unternehmertum eintritt, und frau plötzlich eine “Mompreneur” ist. Dann frage ich mich, obs dabei noch um das Gefühl geht, oder das Kind eine Facette für Unterhaltung und Existenz wird.

Vorab, ich habe den Hasthag #mompreneur selber schon einige Male verwendet. Aber noch nie wirklich darüber nach gedacht. Als Familienbloggerin, bzw Mamabloggerin, schreibe ich über unser Leben, (also eigentlich bin ich dann LEBENSbloggerin) ich plaudere aus dem Nähkästchen, und erzähle Geschichten von, und über mein Kind.  Ich könnte vielleicht sogar ein wenig davon leben, wenn ich in SEO, Follower und Marketing investiere. Da ich das aber nicht tue, plätschert mein Blog schön ruhig dahin.

Klar, ich bin Pädagogin, also auch “Entrepeneur” wenn ich irgendwann mein Buch endlich draussen habe, und erfolgreich Seminare anbiete, aber muss ich mir nun – nur weil ich Mutter bin – eine neue Rolle als “mompreneur” aufschwatzen lassen? Es ist ein schmaler Grat im Netz zwischen Information und Hosen-owi-Beiträgen. Es ist ein schmaler Grat über das eigene Kind zu berichten, private Einblicke zu gewähren, und nicht zu wissen, wer in diesen Momente mitliest.

Mich nervt dieser neue Begriff ein wenig. Er degradradiert irgendwie die Rolle meines Kindes, aber auch mich als Mutter. Dadurch, dass ich mich “mompreneur” nenne, wird mein Kind instrumentalisiert. Indem ich darüber schreibe, erlaube ich die Zuordnung von Stereotypen, lasse manchmal sehr private Momente sehr öffentlich werden, und was ich am schlimmsten finde – ich monetarisiere eigentlich meine Rolle als Mutter. Ich mach zu Geld was für mich die natürlichste Sache der Welt ist. Ich möchte als Unternehmerin gesehen werden, und nicht als Mama-unternehmerin. Oder schon jemals einen “dadpreneur” gesehen? Männer werden weiterhin Unternehmer genannt, Frauen bekommen einen neuen Begriff.  Und lassen zu, dass ihre Rolle als Mutter ihr Unternehmertum definiert. Ich wage zu behaupten dass dieser Begriff hauptsächlich von den neuen selbstständigen Berufen kommt, Jobs wie Bloggerinnen, direkt Markteing, direkt Vertrieb. Schon mal diese Jobs auf Seriösität überprüft? Nahezu alle Jobs ohne Zusagen, Sicherheiten. Man muss meistens etwas im Hintergrund haben, einen Mann, einen Zweitjob, ein großes Erbe, und manchmal alles auch einmal. Und ich habe diese “Jobs” in einer Facebook Gruppe mit dem Namen “Jobs für Mütter in …” verfolgt, alles “Taschengeld”jobs mit direktvetrieb. Mal ehrlich, nur weil ich Mama bin, muss ich also liebend gerne Parties für Produkt xy geben?

Meine Conclusio; solange es keine #dadpreneurs gibt, gibts für mich auch keine #mompreneurs mehr. Mein Kind ist meine persönliche Erfahrung und Freude und soll keine Geldquelle sein. Wenn etwas zu Geld wird, dann sollen es meine Geschichten sein, mein Blick auf die Welt, meine Erfahrungen. Da ich aber eine rege Beobachtungsgabe habe, wird der geneigte LeserIn weiterhin Berichte aus dem pädagogischen Alltag in meinem Blog lesen. Aber er oder sie wird sich der Tatsache stellen, dass ich mitunter auch über das schreibe was ich im Außen beobachte. Und – ich bin UNTERNEHMERIN – allein durch die Person die ich bin. Vielleicht beeinflussen mich meine Umstände, aber auch die Verkäuferin, Chemielaborantin oder Mechanikerin sind Mütter, und verkaufen oder schrauben dadurch auch nicht anders am Produkt.

Wahre Emanzipation bedeutet,  Männer und Frauen dieselben Fragen zu stellen, und auszuhalten, dass ihre Antworten voneinander abweichen, weil sie Menschen sind, und nicht weil sie Vater oder Mutter sind.

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Akzeptiere deine Superkraft! Hochsensibel und doch kraftvoll.

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 2. September 2017

HOCHSENSIBEL,  ein Regenbogen an Gefühlen und Wahrnehmungen, und was Hochsensibilität und Superkräfte gemeinsam haben….

Als Hochsensible/r bist du wie eine/r mit einer Superkräften.
Ein Defender.
Ein einsamer Wolf, dessen Gaben ihn isolieren, wenn er sie nicht einsetzt.
Jemand der sich unverstanden fühlt,
manchmal von der Gesellschaft an den Rand gedrängt.

Denn du fühlst, da wo andere ihre Gefühle abdrehen, deren Gefühle.
Vielleicht siehst du, wie Menschen verbunden sind, ihre Verstrickungen.
Die Verstrickung ihrer Beziehungen kannst du innerhalb von Sekunden wahrnehmen.
Du spürst heimlichen Betrug, heimliche Liebe.

Aber du spürst es an dir, in dir.
Und weil es dir keiner sagt, glaubst du du bist all diese, ihre, Gefühle.

Du baust einen Kokon, dicht in Einsamkeit gewebt.
Vielleicht hüllt dich Ablenkung, Genussmittel, Sport vermeintlich sicher ein.
Aber das rettet dich nicht.
Es macht die Gefühle, die dann doch durchdringen, noch intensiver.
Noch drängender.

Darum – erlaube dir deine Superkraft.

Sei liebevoll mit dir.
Sprich darüber wie du über deine Augenfarbe sprichst;
“Ja, ich fühle mehr, und meine Augen sind blau. Noch Fragen?”

Erkenne die Kraft die darin liegt.

Such dir Methoden der Unterstützung.
Sei es Kinesiologie, Meditation, Yoga, Therapie.
Alles was dir gut tut.

Du fühlt mehr, also braucht auch deine Seele mehr.
Pflege sie.
Du duschst ja auch regelmäßig.
Nicht nur dein Körper, auch deine Seele brauchen Pflege.
Hilf dir damit selber.

Sei den anderen nicht böse, wenn sie dich nicht hören wollen.
Du legst mit deiner Gabe manchmal den Finger in die Wunde.
Du siehst wer sie wirklich sind.
Das birgt Risken für jeden.

Lerne deine Superkräfte kennen.
So kannst du Situationen besser aushalten oder sie auch gegebenenfalls verlassen.

“Sei der oder die die du bist, alle anderen sind schon vergeben!”

 

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NACHSATZ: Ich werde mich innnerhalb der nächsten sechs Monate selbstständig machen, und auch Seminare und Vorträge zum Thema Hochsensibilität anbieten. Du kannst mich gerne jederzeit unter meiner blog-email adresse travelbabybirdie@gmail.com erreichen, und im weiteren Verlauf wird eine Homepage auf den Namen Katharina Gindra-Vady geschaffen, die dann konkrete Tipps, Tricks und Veranstaltungen anbietet. 

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“In Schweden hat ein Kind Eltern, in Österreich eine Mutter”

Posted in interviews, Literatur und Medien
on 14. August 2017

Mich fasziniert das schwedische Erziehungs- und Lebensmodell seitdem ich kritisch denken kann. Die Bildungsreise einer Bekannten, die in einem Frauenbildungszentrum arbeitet, hat mich motiviert, ihr ein paar Fragen zu stellen, und mir auch ein paar Fragen zu beantworten. Als Pädagogin bin ich begeistert von der Wertschätzung die dem Beruf und den Kindern gegeben wird, als Mutter bin ich begeistert von der Unterstützung die durch Staat und Wirtschaft kommt. Als Frau verstehe ich die Möglichkeiten, die einem in Bezug auf Weiterbildung, Karenz, und Kinderbetreuung gegeben werden, als tatsächliche Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt. Aus Kinderperspektive bieten Bildung und hochwertige Betreuung viel Qualität, und sie werden gehört, wie zB durch einen eigenen Kinderanwalt bei Trennung der Eltern.

Wir lernen unser Leben lang, es ist einer unserer tiefsten Wünsche uns zu entwickeln. Die Schweden haben das verstanden.

 

Die Fragen deren Antworten ich selber recherchiert habe, bzw auf die mir meine Bekannte Antworten gab, werden nachfolgend als F gekennzeichnet, die Antworten als A:

 

F: Ab welchem Alter und in welcher Gruppengröße gibt es Kinderbetreuung in Schweden? Öffnungszeiten, Flexibilität bei der Betreuung, bieten die Betreuungsmodelle Platz für Kreativität, freie Entfaltung?

A: Nach dem ersten Lebensjahr gibt es in Schweden Kinderbetreuung. Diese kann normal über den Tag erfolgen, bietet aber auch die Möglichkeit Schichtdienste und Nachdienste abzudecken, an. Kindergartenwechsel unter dem Jahr sind möglich. Es werden regelmäßige Gespräche mit den Eltern geführt, die Gruppen und deren Aktivitäten sind transparent für die Eltern. Es wird spielerisch gelernt, und genügend Freiraum für individuelle Prozesse gelassen. Bei den Kleinkindgruppen kommt auf 5 Kinder 1 Pädagoge/Fachkraft, die Inhalte werden geschlechterneutral gestaltet, und die Kinder werden motiviert selber mit Geschlechterklischees aufzubrechen (Banales Beispiel, warum nur rosa Becher für die Mädchen?).

 

F: Wenn die Kinder die ganze Zeit betreut werden, wird Erziehung in Schweden also nur von Pädagogen übernommen, oder werden die Eltern nur in ihrer Erziehungspflicht unterstützt?

A: Obwohl es üblich ist, in Schweden die Kinder ab dem ersten Lebensjahr in Betreuung zu geben, ist es genauso selbstverständlich, dass Eltern in der verbleibenden Zeit hochwertig und qualitativ für ihre Kinder da sind.

Die Institutionen sind so organisiert, dass sie die Eltern entlasten. Es gibt bspw. Betreuungsinstitutionen bei denen die Eltern Abendessen, oder Frühstück mitnehmen können, um das dann gemeinsam zuhause mit ihren Kindern zu genießen. Im Grunde übernehmen die Profis einen Teil der früher durch die Großeltern, bzw Familie übernommen wurde. Insofern wird das Kind professionell gefördert, aber auch genügend Freiraum zur Entfaltung gelassen. Des Weiteren werden die Eltern so unterstützt, dass der ganze restliche Tag nicht nur mit unbezahlter häuslicher Arbeit verstreicht, sondern der Familie dienen kann. Wie sehr das Kind im Zentrum steht, merkt man zB an der Tatsache, dass Kinder im Fall einer Trennung einen eigenen Kinderanwalt bekommen, der dessen Bedürfnisse vertritt, und auch keiner der beiden Elternteile weiter weg ziehen darf. Denn das Kind hat das Recht auf beide Eltern!

 

F: Wie wird der Wiedereinstieg bei Müttern unterstützt.

A: Es ist nicht notwendig einen „Wiedereinstieg“ zu unterstützen. Schon in der schwedischen Sprache gibt es zB gewisse Wörter wie Rabenmutter, Wiedereinsteiger, Hausfrau nicht. Es ist klar, dass beide Elternteile arbeiten. Arbeit hat in Schweden einen hohen Stellenwert. Das heißt, nachdem jemand ein Kind bekommen hat, geht sie einfach nach spätestens einem bis eineinhalb Jahren wieder arbeiten. Des Weiteren gibt es Karenzmodelle, bei denen sich die Eltern die Karenz gleichermaßen teilen. Meine Bekannte erzählte mir, dass sie noch nie soviele Männer mit Kinderwagen gesehen hatte, wie in Schweden. Außerdem ist der Pflegeurlaub ungleich höher als in Österreich, 120 Tage im Jahr, und wird staatlich finanziert.  Ein krankes Kind ist für den Dienstgeber kein Grund jemand nicht einzustellen, oder sogar zu kündigen.

 

F: Gibt es mehr Teilzeitarbeit in Schweden?

A: Nicht in dem prekären Ausmaß wie teilweise in Österreich. Geringe Stunden, wenig Geld, Abhängigkeit von Partner oder Amt. Teilzeit ist eher im Rahmen von 30 Std. zu verstehen. Das Besondere ist dabei aber, dass sich diese Teilzeitmodelle besser verteilen. Wenn in Österreich der Mann 50 Stunden arbeitet, und die Frau 10 Stunden dann ist die Gesamtleistung bei 60 Std. In Schweden wird häufiger die Lösung herangezogen 30 Std. für jeden.

Es gibt auch Elternteilzeitlösungen bis die Kinder 8 Jahre sind.

 

F: Sind Frauen in leitenden Positionen zu finden?

A: Vor allem in politischen Ämtern sind Frauen zu finden. 43% sind weiblich besetzt. Ein Job in der Politik ist als normaler Beruf zu verstehen. Am Ende des Tages können die Politiker nach Hause gehen und müssen nicht zum x-ten Feuerwehrfest um sich sehen zu lassen. Daher sind diese Berufe auch gut mit Familien vereinbar. Politik arbeitet in Schweden, und macht keine Machtspielchen unter dem Stammtisch.

 

F: Gibt es sowas wie Frauenarmut aufgrund Trennung, Alleinerziehende die ums Überleben kämpfen müssen?

A: Prinzipiell haben nach einer Trennung beide Teile dieselben Rechte. Es wird primär fürs Kindeswohl entschieden. Die Eltern sollten in der Nähe bleiben, dass bedeutet die Verantwortung die man sich zuvor geteilt hat, trägt man weiterhin nicht alleine. Es gibt keine Unterhaltzahlungen, oder Witwenpension, allerdings schlicht und einfach aufgrund der Tatsache, dass es normal ist, als Frau zu arbeiten. In Österreich gelten bei etwa 34% der Alleinerzieherinnen Frauenarmut. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Betreuungseinrichungen nicht auf Bedürfnisse wie Schichtarbeit, Wochenenddienste u co eingestellt sind. Ein uneingeschränkter Zugang am Arbeitsmarkt ist für eine Frau, die ein oder mehrere Kinder alleine groß zieht, allein durch diese Tatsache schon beschränkt.

 

F: Verdienen Frauen in Schweden gleich viel wie Männer?

A: Die Frauen liegen bei den Gehältern 86% im Vergleich zu den Einkommen der Männer relativ gut (74% in Österreich). Auf den Unis findet sich 63% Frauen, und 37% Männer. Ausbildung und Arbeit hat einen sehr hohen Stellenwert in Schweden.

Viele Firmen wollen bewusst Frauen einstellen, bzw gibt es auch viele Mentoringprogramme.

 

Mein Fazit:

Nach dem Gespräch mit meiner Interviewpartnerin war ich begeistert und fasziniert. Als Pädagogin, Mama und Arbeitssuchende. Ich habe bis dato leider die Erfahrung gemacht, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich ein zweieinhalbjähriges Kind habe, schon im Vorfeld, trotz guter Qualifikationen, aussortiert werden. Mir wurde auch schon ehrlich gesagt, dass ich einen Job nicht bekommen habe, weil es ja als Mama allein mit Kind wohl schwer ist, Schichtdienst zu machen. Und von fünf Gesprächen werde ich in vier danach gefragt, wie es mit der Familienplanung aussieht (obgleich diese Frage sowas von unzulässig ist).

Aber Schweden zeigt, dass es anders geht, obwohl die Frauen so schnell wieder arbeiten, ist die Geburtenrate in Schweden höher als in Österreich. Warum wohl? Ich kann die Frage für mich gut beantworten, wenn ich weiß, dass mein Kind gut versorgt ist, dann kann ich auch beruhigt arbeiten. Kann mein Bestes für meinen Dienstgeber geben, und nach Feierabend mein Bestes für mein Kind. Mir ist klar, dass auch Schweden nicht das gelobte Land ist, und Leistung auch ihren Preis fordert, aber zumindest versuchen sie diese Leistung nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen.

Ganz ehrlich, auch wenn sie dunkle Winter haben, aber bietet mir jemand in Schweden einen Job an, dann denk ich wirklich darüber nach ?!

Das Zitat meiner Bekannten bleibt als Fazit hängen “In Österreich haben Kinder eine Mutter, in Schweden haben sie Eltern”.

 

 

QUELLEN

http://www.schwedenstube.de/kindergarten/

http://www.mamiweb.de/familie/kinderbetreuung-in-schweden/1

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5012626/Schweden_Kinderkriegen-leicht-gemacht

http://www.sueddeutsche.de/leben/neue-wege-in-der-betreuung-von-schwedischen-kindergaerten-lernen-1.1649634

http://www.schweden-seite.de/auswandern_kinderbetreuung_in_schweden.html

http://www.zeit.de/2014/08/vereinbarkeit-familie-beruf-deutschland-skandinavien

http://www.oif.ac.at87be1a3a416e4066/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=715&cHash=290d9b7276b30440

Yeap! Finland Will Become The First Country In The World To Get Rid Of All School Subjects

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wenn der Frühling in der Nase kitzelt


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*english version below*

Ich tauche ein in ein Meer von Blüten, Apfel, Kirsch.

Die Bäume tauchen mich in ein Meer zarter Blütenblätter, zeigen die Sanftheit des Frühlings.

 

Sie kitzeln mich in der Nase, genau wie die Sonnenstrahlen die mein Herz wärmen.

 

Nach einem Winter der Ruhe, nachdem ich im Kokon war.

Die Monate des Schlafs sind vorbei.

Warmer Frühlingswind weht mich in einen Wirbel.

Er kündet von dem Sommer der kommt.

Er kündet von der Wärme, vom Licht dass sich in mir sammelt.

 

Streift ab die Kälte des Winters, öffnet eure Herzen und Augen für die Blumen des Frühlings, auf den die Ernte folgen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* I dive into the ocean of flowers,

trees are my ocean of blossoms, show me the tenderness of spring.

They tickle my nose, as well as the rays of sun keep on warming my heart.

After a winter of resting, after a time of cocooning.

Times of sleep are over.

The warm wind of spring pushes me into a swirl.

Telling me from the coming summer.

Telling me from the warmness, the light collecting in me.

Peel of the frostiness of winter, open your hearts and eyes for the blossoms of spring, which will be followed by crop.*

 

 

Herzlichen Dank an Tchibo für die Outfits, die ab sofort für vier Wochen unter dem Motto “go ethno” erhältlich sind

Hose, Cardigan, Tunikabluse, Schal, Tasche von TCHIBO, jetzt im aktuellen Sortiment erhältlich.

 

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Blogroll Interview mit “Habe-ich-selbstgemacht”

Posted in interviews, Literatur und Medien
on 17. Februar 2017

Wer schreibt hier?
Ich bin Julia, ziemlich genau Mitte Dreißig und sozusagen verantwortlich für die Rezepte und alles Weitere auf Habe-ich-selbstgemacht. 🙂

 

Womit beschäftigt sich Dein Blog? Worauf liegt der Fokus und was macht deinen Blog einzigartig?
Gestartet bin ich mit vielen unterschiedlichen Rezepten zu selbstgemachten Backmischungen und Geschenken aus der Küche- einfach klassisch zur Weihnachtszeit. Ich hatte bereits die Jahre zuvor schon oft selbstgemachte Backmischungen an Freunde sowie Familie verschenkt, was immer auf große Begeisterung gestoßen ist. Mit der Zeit kamen auch immer mehr Rezepte für Kuchen, Torten sowie Herzhaftes hinzu – also die unterschiedlichsten Rezepte. Somit wurde mein Blog immer mehr zu einem vollständigen Food Blog. Im Frühjahr 2016 habe ich die Rubrik „Healthy Eating“ hinzugefügt, da gesundes Essen in meinem Leben eine große Rolle spielt. Diese möchte ich in nächster Zeit noch etwas weiter ausbauen, sowie ein wenig über meinen persönlichen Fitness & Lifestyle plaudern. Denn so wie sich alles immer weiterentwickelt (ich sehe es speziell immer wieder an meinen Bildern), sollen sich auch auf meinem Blog meine aktuellen Ideen und Interessen wiederfinden und weiterentwickeln.

Wo findest Du Ideen für neue Beiträge und wie lange brauchst Du von der Idee bis zum fertigen Artikel?
Das ist ganz unterschiedlich. Zum einen lasse ich mich gerne durch Zeitschriften, Kochshows oder klassische Kochbücher inspirieren. Zum anderen kommen mir manchmal ganz spontan Ideen für neue Rezepte oder DIY Projekte. Dann gelingt manchmal eine Idee auf Anhieb und ein anderes Mal funktioniert es nicht so wie man es sich vorgestellt hat. Hinzu kommt die Zeit zum Erstellen der Fotos, zum Bilder bearbeiten und um den Artikel zu schreiben. So kommen in der Regel schon ein paar Stunden Aufwand zusammen, bis ein Artikel online gehen kann.

Wenn Du Dir 3 Beiträge auf Deinem Blog aussuchen müsstest, die Besucher unbedingt lesen sollten, welche wären das und warum?

Low Carb Spinatpizza: Weil es meine absolute Lieblingspizza ist und es diese bei mir wirklich oft zu Hause gibt.

 

 

 

 

 

Eistorte Vanille Johannisbeere: Das war im Sommer 2016 mein absolutes Dessert Highlight – mit Kindheitserinnerung an das Eis meiner Oma – und ich hätte auch die ganze Eistorte alleine geschafft!

 

 

 

 

 

 

 

 

Fitness Workout am Strand : Denn das Shooting im Sommer und die Übungen haben mich sechs Wochen lang begleitet. Außerdem mache ich diese Übungen immer wieder auch Zuhause nach einer Runde Jogging oder auf dem Spinning Bike.

 

 

 

 

 

Worauf freust Du Dich am meisten in den nächsten 12 Monaten?
Ich freue mich in den nächsten Monaten besonders darauf, den Fokus mehr auf den Fitness Bereich zu legen und euch mit gesunden Rezepten zu verwöhnen. Aber natürlich wird es auch hin und wieder eine kleine Sünde geben. Denn Genuss und Freude am Essen gehört einfach zu einem glücklichen Leben dazu.

Was ist das Erfolgsrezept deines Blogs?
Ich glaube das Wichtigste ist, dass es einem selber Spaß macht. Mir bereitet mein Blog viel Freude und ich freue mich immer darauf, neue Ideen und Rezepte auszuprobieren, neue Menschen kennen zu lernen und im Austausch mit vielen unterschiedlichen Leuten zu stehen. Denn nur dann bringt man das nötige Durchhaltevermögen, gerade in den ersten ein, zwei Jahren, auf, wenn die Besucherzahlen noch klein sind und oftmals nur langsam wachsen. Es ist auch wichtig, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Gerade als Foodblogger landet öfters mal ein Rezept im Biomüll, in das man viel Arbeit und Hoffnung gesteckt hat. Wenn dann aber die ersten Kommentare reinkommen und man merkt, dass Leser sich von meinen Ideen inspirieren lassen und Rezepte nachkochen oder meine Backmischungen verschenken, dann ist das eine riesen Motivation. 🙂

www.habe-ich-selbstgemacht.de

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Ein Jahr ernsthaft bloggen, und wie gehts weiter?

Posted in interviews, Literatur und Medien
on 2. Februar 2017

Als ich Birdiesworld gestartet habe, hatte ich keinen Plan. Ich wollte einfach meine Geschichte erzählen. Als ich im Sept 15 zu schreiben begann, war ich also so blauäugig wie ich nur sein konnte, wenn man mit etwas gänzlich Neuem beginnt.
Meine ernsthaften Bemühungen den Blog regelmässig zu befüllen, begannen mit Februar 2016, daher empfinde ich dieses Datum als tatsächliches Jubiläum. Ich begann von der “Bloggerin” zur “Mama- und Reisebloggerin” umzusatteln, in der Hoffnung durch Spezialisierung mehr LeserInnen anzusprechen. Mir war damals immer noch nicht klar, was es wirklich für mich bedeuten würde zu bloggen. Denn es ist mehr als ein aufwendiges Hobby. Und es ist eine ständige Gratwanderung der Selbstdarstellung und Wahrung der Privatsphäre. Der Beitrag von der Bloggerin MINIANDME beschreibt dieses Thema sehr treffend wenn es um das Abstecken von Grenzen geht,
http://www.mini-and-me.com/von-den-dingen-zu-denen-wir-nein-sagen-wie-privat-ist-zu-privat/
Dieselbe Erfahrung mache ich bei jedem Artikel den ich schreibe, bei jedem Foto/Video dass ich teile, ich überlege mir häufig, was kann ich den Leser wissen lassen, was ist privat, wo ist die persönliche Grenze meine Erlebnisse zu teilen?

Mit zunehmender Beschäftigung mit dem Thema wurde mir klar, bloggen ist nicht nur, etwas von sich zu erzählen, und die Gratwanderung zwischen persönlicher und öffentlicher Person zu begehen, es ist vor allem netzwerken, programmieren von fancy Seiten, Bilder bearbeiten, und sonstwas für Suchmaschinenoptimierungen. Ich kann das übrigens immer noch nicht gut. Weil ich nach wie vor einfach nur meine Geschichten erzählen will. Vielleicht auch um anderen zu helfen, um zu zeigen, dass so manche verzweifelte Situation sich ins Gute bessern kann. Wenn ich zurück denke an meine ersten Artikel, es mag vielleicht nicht so sichtbar gewesen sein, aber es war eines meiner schwersten Jahre. Ich musste 2015 so viele Entscheidungen treffen, die zwar für mein Kind und mich gut waren, aber in erster Linie für meine Partnerschaft und mein Leben im schillernden Wien abträglich. Ich ging durch eine katastrophale Trennung, begann in der Steiermark vollkommen neu, ohne Freunde, nur mit meiner Familie im Hintergrund. Und jetzt, eineinhalb Jahre später, geht es mir wieder gut. Ich habe eine perfekte Wohnung für den Kleinen und mich, ich habe endlich wieder ein gutes Verhältnis zu seinem Vater und vertraue ihm wieder, ich habe durch das Bloggen entdeckt, wie gerne ich schreibe, und wie viele Ideen und Projekte sich nun durchs Schreiben ausdrücken wollen.

Manchmal verzweifel ich aber dann doch an diesem Blog. Frage mich wie lange ich noch auf “Erfolg” warten muss, und wie viel Geld mir das alles kosten wird? Ich frage mich ob ich so schlecht schreibe, und andere mit vielfach höheren Leserzahlen so viel besser? Und wie ich das alles unter einen Hut bringen soll. Eine gute Mutter sein, für mein Kind sorgen, einen Job finden der gut genug bezahlt ist damit es uns gut geht, Haushalt, Beziehung, Zeit für mich, meine Projekte und Visionen, und dann noch meinen Blog relaunchen, Zeit und Geld in Kurse investieren die mir beibringen wie ich Leser anziehen, wie ich google analytics verwende und Suchmaschinenoptimierung und was weiß ich was. Vielleicht ist dieser wirtschaftliche Aspekt ja eines der Dinge die besser transparenter wären beim Bloggen. Wann ist man soweit davon zu leben? Und wie soll das möglich sein? Ich finde es ja toll wenn jemand  davon leben kann, ich kritisiere ja auch keinen Journalist, dass er von Berichterstattung lebt. Aber würden die “Berufsblogger” sich als solche definieren, würde vielleicht von den “Freizeitbloggern” der Druck abfallen, ständig noch mehr an Leserschaft zu akquirieren und wir würden uns einfach freuen über das was wir haben. Klar, wenn ich eine passende Kooperation bekomme, dann nehm ich die auch gerne an. Aber BloggerInnen sind nicht dazu verpflichtet immer alles ins bessere Licht zu rücken. Sie erzählen ihre Perspektive auf die Dinge.
Und dann gibt es Artikel, die da meinen BloggerInnen wären Bussitussis, die eigentlich nur einen aufwendigen Lifestyle haben,
http://derstandard.at/2000051436616/Warum-der-Mama-Kind-Lifestyle-boomt.
Bei den Kommentaren zu diesem Artikel fand ich auch noch eine interessante Aussage, die besagte, Mamabloggerinnen wären Egoisten, und Kinderkriegen sowieso egoistisch. Es mag sein, dass ich mich mit meinem Blog präsentiere, dass ich etwas von mir erzähle, von meiner Reise als Mama, als Frau. Aber egoistisch und Kinder kriegen, das passt für mich nicht zusammen. Denn ich habe in meinem Leben schon viele Sachen nur für mich gemacht, aber mein Kind zu bekommen war und ist ein Commitment zu tausend Prozent mein Leben für das Leben meines Kindes zurückzustellen. Und dass betrifft auch meinen Blog. Wenn mein Kind krank ist, mit mir spielt oder mich einfach braucht, kein Blog der Welt wird mich davon abhalten mein Kind an erste Stelle zu stellen.

BloggerInnen sind Selbstdarsteller. Ja. Aber wir gehen nicht über die Grenzen anderer Menschen. Mag sein, dass wir mal unsere eigenen ordentlich belasten. Aber wieso muss denn ständig alles in gut und böse kategorisiert werden? Kann man nicht einfach mal etwas machen, dass man gern macht, schreiben oder schöne Bilder teilen, und das mit der Welt teilen. Wir zwingen ja keinen unsere Posts zu lesen, wir halten niemanden die Pistole an die Brust und sagen er muss unsere Instagramaccount durchforsten. Wir erzählen unsere Perspektive. Gewähren Einblicke in eine private Welt, aber eben nur so weit jeder das für sich selber definiert hat. Bei mir wirst du beispielsweise nie das Gesicht meines Kindes sehen. Das ist etwas was ich anfangs seinem Vater zuliebe eingehalten habe, aber jetzt mit zunehmender Beschäftigung mit dem Thema finde ich es für meinen Blog passend. Ja, ich habe ein Kind, und ja ich schreibe über den Alltag mit ihm, aber er soll eines Tages selber bestimmen dürfen, wie weit er sich in welchen Medien präsentiert. Aber auch das ist etwas was jede/r BloggerIn selber bestimmen muss. Und wenn Eltern ihre Kinder als Werbetestemonial für eine Supermarktkette verwursten, sagt ja auch keiner was, also warum ist das Bild des Kindes eine/r BloggerIn so viel privater?

Das einzige was ich tagtäglich in Bezug auf meinen Blog gedanklich abwägen muss, ist dieser unheimliche Druck eine “gute Story”, ein “gutes Bild” zu teilen. Durch diese gesamte social media Maschinerie die da dran hängt, ist man ständig damit beschäftigt zu überlegen, wie man noch mehr Leser bekommt. Und das fiese ist, man hört die Geschichten von Menschen die von ihren Blogs leben, aber man hat keine Ahnung wie man jemals dahin kommen soll. Es ist als ob man wie ein Lachs ständig gegen den Strom schwimmt, man versucht das richtige zu tun, aber die Widerstände scheinen unüberwindbar.  Als Anfängerin ist man so schnell entmutigt, weil man nur Erfolgsgeschichten hört, und ich war in den letzten Monaten mehr als einmal bereit alles hinzuschmeißen. “Wozu das ganze, damit mich Familie und Freunde nur belächeln, und eh keiner meine Posts liest” das war nicht nur einmal mein Gedanke. Aber dann lässt es mich nicht los, das Erzählen von Geschichten, das Teilen von Erfahrungen, Erlebnissen. Und es ist nicht nur meine Geschichte die ich erzähle, es sind auch Geschichten die wir teilen, es sind andere BloggerInnen die ihre Erfahrungen teilen, denen man im Laufe seines eigenen Blogs begegnet, wie zum Beispiel die Bloggerin LIMALISOY die sich auch mit Themen rund um die elterliche Psyche beschäftigt,
http://limalisoy.de/mit-kindern-ueber-depressionen-reden/ .

Und so komm ich am Ende meines “Bambi”jahres zum Schluss, dass bloggen Sinn macht. Denn wenn nur einer eine Geschichte liest, die ihm oder ihr das Gefühl gibt “es ist okay”, dann hat der/die BloggerIn schon etwas bewegt. Und dann ist es okay zwischendrin auch mal schöne Bilder zu posten, und oberflächliche Themen zu behandeln, weil ganz ehrlich, Probleme hat jeder selber genug, da wollen wir nicht die ganze Zeit darüber lesen. Und was meine Rolle als “Mamabloggerin” betrifft, versuche ich gelassener damit umzugehen, denn ich weiß selber ganz gut wer ich bin, und was ich kann. Wenn es anderen hilft mich als Bussitussi zu kategorisieren, dann ist es ihr Thema. Ich weiß, dass mein jetziges Thema mein Kind, meine Rolle als Mama ist, und darüber schreibe ich. Kann gut sein, dass das in zehn Jahren nicht mehr so dringlich ist, dann wird sich mein Blog mit mir verändern, aber das ist ja das schöne beim Bloggen, es wird einem nie langweilig. Weder als Leser, noch als Autorin;).

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Geburt, das Wunder beginnt

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 25. Januar 2017

Neulich sah ich auf einer social media plattform ein Interview mit einer Celebrity, die über ihre Trennung und die vorgegangene Geburt ihres eineinhalbjährigen berichtete. Für sie war die Geburt mitunter der Grund, warum sie sich von ihrem Partner entfremdete, entblößt fühlte, und nicht mehr als Frau sichtbar. Ich kann dem nicht zustimmen. Für mich war die Geburt meines Kindes das einzigartigste Erlebnis, dass ich mir nie hätte vorstellen können.

Neun Monate hatte ich unser Kind im Bauch. Ich wusste nicht was mich erwarten würde, er ist mein erstes Kind, und ich konnte mir nur zusammenreimen, was zwischen den Zeilen von Vorbereitungskursen und der Erzählung anderer Frauen lag.
Glücklicherweise ist die Geburt nichts was wir verstehen müssen, oder können. Und glücklicherweise wissen wir nicht wirklich, was uns erwartet, das war das erste was ich meiner Schwester kurz nach der Entbindung sagte. Aber die Erinnerung verblasst schnell, denn die Natur hat uns mit einem einzigartigen Schutzmechanismus ausgestattet, und man vergisst innerhalb kürzester Zeit die Schmerzen, Zustände, und fast alle Gefühle die in Verbindung mit diesem fast unwirklichem Vorgang sind.
In meiner Erinnerung blieb mir aber das “wilde Weib”. Etwas dass mich dazu gebracht hat, nicht mehr zu denken, nur zu tun, mich dem hinzugeben was der Moment ist. Anfangs wollte ich noch atmen, steuern, mitdenken, bis ich merkte, dass ich es nur schlimmer machte mit meinen Gedanken, und ich nur das tun sollte, was mein Körper mir sagt. Mein Kind und ich steuerten den Geburtsvorgang, wir waren eins. Und ich bin zutiefst dankbar, dass der Vater meines Kindes bei der Geburt dabei war. Uns hat dieses Erlebnis weniger getrennt, als vielmehr verbunden. Er konnte mich halten, er war da, er wich  nicht von meiner Seite, bis der Kleine da war. Ich hätte ihn auch gar nicht gehen lassen können, es war unsere gemeinsame Kraft die mir half. Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung, und als 24 Stunden später die Wehen eingeleitet wurden, ging es Schlag auf Schlag. Ich habe mir sagen lassen, dass eingleitete Wehen häufig in schnelleren Sequenzen ablaufen. Ich weiß es nicht, nur das weiß ich noch, ich hatte das Gefühl sechs Stunden durchgehend nur Wehen zu haben. Ich dachte an den Rat der Geburtsvorbereiterin und begann zu tönen. Einfach Töne aus mir raus, ohne nachzudenken, OHM, HI, HA whatever works!  Mit keiner Minute hatte ich Zeit darüber nachzudenken, ob ich nun gut aussehe oder nicht. Oder ob mein Partner mich so empfindet. Oder ob ich vielleicht zu laut wäre.

Wenn ich einen Rat an Frauen habe, die vielleicht gemischte Gefühle vor der Geburt haben, dann wäre es “Lass dich ein”. Mit allen Sinnen, hör auf nachzudenken, vergiss was um dich ist (es wird vermutlich gar nicht anders gehen). Lass dir auf keinen Fall einreden wie du zu liegen, sitzen, stehen hast. Eine Hebamme wird dir helfen, aber sie hilft dir nur, soweit du unklar bist. Lass dich fallen, erlaube deinem Partner Stärke zu zeigen und dich zu halten. Lass ihn dich als Frau erleben, in einer Kraft, die ihr nie wieder so erleben werdet. Eine Geburt ist das einzigartigste Erlebnis, das zwei Menschen haben können, und es ist tatsächlich eine Urkraft. Erlaube dir diese Energie zu spüren.

In unserer Gesellschaft wird Geburt gern mit Krankheit, mit Krankenhäusern, mit Gefahr verbunden. Geburtshäuser werden eingespart, eine Geburt soll im sterilen Umfeld stattfinden. Seitdem ich an mir selber erlebt habe, welche Kraft eine Geburt in mir freigesetzt hat, muss ich nur milde lächeln, wenn ich das Bild von einer Entbindung in Medien und Gesellschaft wahrnehme. Es ist eine verzerrte Realität, es ist ein krankmachen, wo alles gesund ist. Es ist der Versuch die weibliche Geburtskraft mit männlicher Rationalität zu kategorisieren.  Eine Geburt ist ein Mysterium, dass man erst selber verstehen kann, wenn man es geschafft hat. Ich möchte keine Minute dieser Nacht missen, ich möchte keinen Moment hergeben, und ich bin froh und dankbar, dass mein Partner damals an meiner Seite war, denn wir konnten etwas erleben, dass uns als Familie verbunden hat. Was auch immer wir dann später erlebt haben, die Geburt gemeinsam zu erleben war unter anderem auch der Kit der bis uns bis heute verbindet. Es ist die Erlaubnis sich auf tiefster Ebene zu spüren, verbindender als jeder Moment der flüchtigen Ekstase.

Klar, wir verändern uns als Partner in unseren Rollen und Wahrnehmungen, wenn wir Eltern werden. Aber für mich ist der ehrlichste Beginn der Elternschaft, gemeinsam eine Geburt zu erleben, um zu verstehen, dass jetzt wirklich alles anders ist. Denn da ist dieses Wesen für das man gemeinsam Verantwortung übernommen hat, dass man gemeinsam auf die Welt geholt hat.

Es ist das Wunder der Geburt. Und es ist das Wunder des Lebens dass wir mit jedem Atemzug schützen.

 

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