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Storytelling, Geschichten des Lebens

Der wilde Westen im Internet

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 12. Dezember 2017

Manchmal erinnert mich das Internet, und alle damit verbundenen Annehmlichkeiten aus dem social media und online marketing, an den Wilden Westen.

Es gibt keine Gesetze, und sollte es doch mal welche geben, wird der Gesetzeslose zum Gesetzeshüter.

Verschlungene Algorythmen führen zu einem Schatz,
die Wege über unebenes Land, wackelige Hängebrücken und viele Irrwege.

Und hat man erst den Weg geschafft,
dann ist die Schatzkammer leer,
denn es gab nur einen Schatz,
und den hat nun der Ganove an einem anderen Ort versteckt.

Geld ist fiktional.
Die Summe nach der die Schatzjäger suchen,
steigt von Tag zu Tag in fantastische Höhen.
Keiner aber weiß wo der Schatz liegen soll,
denn er wurde von einem Medizinmann verwunschen,
der niemals vorhatte Reichtum zu schaffen.

Der Saloon glitzert und leuchtet in den schönsten Farben,
in Neon, Pastell, durch Vorhänge sieht man Gestalten.
Gold und edle Materialien lassen Reichtum erahnen.
Trittst du ein,
bist du geblendet.

Schaust du um die Ecke siehst du eine zusammengekauerte Figur.
Einsam, frierend, hungrig.
Hungrig nach Liebe.
Nach Wertschätzung und Anerkennung
Da sitzt sie im Dreck,
in ihren Gold und Seide Gewändern.
Ihre Freunde feiern,
keiner vermisst die Gestalt.

Denn keiner sieht sie wirklich.
Die Menschen sind keine Menschen mehr.
Sie sind eine Anhäufung von Zahlen,
Pyramiden, Buchstaben,
leer im Herz,
voll im Raum.
Sie feiern und lassen sich feiern.

Währenddessen suchen die Schatzsucher,
Betrügen die Gauner,
suchen die armen Schlucker,
ihr Heil im wilden Westen des Internets.

Das –
ist die wahre Blase des Internets.

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Was haben Halloween und Allerheiligen gemeinsam?

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 31. Oktober 2017

Heute ist „Halloween“, morgen der 1.11. und somit Allerheiligen. Wie kann ich diese Feste in meinen Familienalltag integrieren, und woher kommen sie überhaupt?

Es gibt Feiertage, und Spasstage. Fasching ist ein Spasstag. Halloween wurde auch zum Spasstag gemacht. Ich konnte aber diesem „Spaß“ nie besonders gut verstehen, zu speziell ist für mich die Zeit um den ersten November. Aber ich habe ein kleines Kind, das wird irgendwann nicht um dieses „Halloween feiern“ rumkommen. Ich merke das gerade, weil ich geringfügig in einer Schule jobbe, und tatsächlich wird in der Nachmittagsbetreuung ein „Gruselfest“ gefeiert. Darum versuche ich zu verstehen, woher dieses Brauchtum kommt, damit ich irgendwann auch im Familienkreis gut damit umgehen kann.

Wo haben diese Feste ihren Ursprung?

Halloween hat seinen Ursprung in der alten irischen Geschichte, es ging um „Samhain“, das Ende des Sommers. Die Kelten feierten dieses Fest um die abgeernteten Früchte des Herbstes zu feiern, aber auch um sich für die dunkle Zeit des Jahres zu wappnen, und die bösen Geister mit ihren eigenen Gruselmasken zu vertreiben. Ein bisschen erinnert mich das übrigens an den Krampus, der ja auch die zusätzliche Funktion hat, die „Mächte der Finsternis“ abzuhalten und auszutreiben.

Foto by unsplash.com/photos/y_dCjaRWthY

Allerheiligen ist im Gegenzug ein sehr christliches Fest, wo es hauptsächlich darum geht, der Verstorbenen in Liebe und Respekt zu gedenken. Die Kirche bestreitet einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Festen. Allerdings kommt man nicht umhin eine Verbindung zu bemerken. Es geht um den dünnen Vorhang zwischen Leben und Tod. Um den Umgang damit, Angst die man versucht zu vertreiben, Liebe die man sendet, Dankbarkeit die man fühlt. Eines kann man nicht leugnen, bei beiden Festen schauen wir der „Anderswelt“ in die Augen.

Wie kann ich Halloween kinderfreundlich machen?

Die Fantasiewelt unserer Kleinen ist enorm. Sie schlafen und schrecken mitten in der Nacht auf, weil sie ein Monster unter dem Bett vermuten. Sie putzen beim Zähneputzen ihre Monster weg, und sie schrecken sich, wenn es laut ist. Ich spare Halloween aus. Ich finde es nicht notwendig da mein Kind sowieso genug zu verarbeiten hat. Wenn man aber ein interessiertes Kind hat, kann man durchaus mit Bastelarbeiten, wie geschnitzten Kürbissen und gebastelten Masken Halloween gedenken. Jeder muss für sich selber entscheiden ob das eigene Kind dazu in der Lage ist, Gruselgesichter auszuhalten, oder Fantasiegeschichten von Monstern und Untoten. Ich halte mich an geschnitzte Kürbisse, und sonstige Herbstbräuche.

Und Allerheiligen, da geht’s doch auch um die Toten?

Vielleicht ist der größte Unterschied zwischen den Festen die Aufregung und die Stille. Wenn wir auf den Friedhof gehen, oder einfach nur zuhause eine Kerze für Oma anzünden, dann machen wir es in Stille. Wenn wir gemeinsam zuhause Striezel essen, und Familienzeit haben, dann ist es ruhig, besinnlich. Klar, es geht immer noch um die Menschen die gestorben sind, die wir vermissen, die einen Platz in unserem Herzen haben, aber wir haben keine Angst vor ihnen. Wir senden ihnen unsere Liebe. Auch wenn es für viele von uns schwer ist, zum Leben gehört auch der Tod. Und es ist nicht möglich unseren Kindern diese Information vorzuenthalten. Mein Sohn weiß, dass im Himmel noch eine Oma und ein Opa ist. Und jenseits von diversen Glaubensvorschriften durch diverse Kirchen, Fakt ist, die Menschen die nicht mehr in unserem Leben sind, leben immer in unserem Herzen. Es wäre nicht richtig, sie zu leugnen oder wegzuschieben. Darum hat für mich Allerheiligen eine tiefere spirituelle Bedeutung.

Photo by Daria Tumanova on Unsplash

Feste sind wichtig, deren Bedeutung zu wissen auch.

Auch wenn ich kein Liebhaber von Halloween werde, ich kann es akzeptieren. Wenn mein Sohn irgendwann darauf besteht, auf ein Gruselfest zu gehen, dann werden wir uns zuerst hinsetzen und besprechen woher dieses Fest kommt. Damit der weiß, warum es das gibt. Genauso machen wir es mit allen anderen Festen. Ob Nikolaus, Weihnachten, Ostern, alle Feste im Jahreskreis haben eine Bedeutung. Nur weil sie katholisch sind, sind sie nicht besser oder schlechter als ein keltischer Brauch. Wenn wir auf ein Mittsommerfest gehen, wird er genauso wissen, warum es das gibt, ebenso wie Pfingsten.

Ich werde heute Nachmittag in meiner Schule mit den Kindern „feiern“ und mit jedem Gruselgesicht die „bösen Geister“ vertreiben, die sich rumtreiben. Und morgen, morgen werden wir eine große Kerze anzünden. Ich werde meinem Sohn ein Fotoalbum zeigen, wo er Bilder von seiner Oma sieht. Ich werde ihm erklären, dass sie ihn immer von ihrem besonderen Ort aus beschützt. Und vielleicht werde ich traurig sein, weil ich sie vermisse. Aber das ist in Ordnung so, weil auch in der Traurigkeit nur die Liebe versteckt ist, die uns immer verbindet.

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Traumjob Flugbegleiterin, Mythos oder doch Magie?

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 22. Oktober 2017

Es ist fast 10 Jahre her, dass ich bei einer österreichischen Airline als Flugbegleiterin gekündigt habe. Ich war etwas über drei Jahre im Job, zweieinhalb davon auf der Langstrecke. Noch heute träume ich manchmal vom Dispatch, wo ich mein Firmenpostfach hatte, sehe vor meinem inneren Auge die langen Gänge des Bürogebäudes, die Umkleiden, die Räume wo sich die Crew zum Briefing getroffen hat.

Flugbegleiterin war mein Traumjob, seitdem ich klein war. Dass ich mit 25 dann endlich in den Flugbetrieb eingstiegen bin, war eine Verkettung glücklicher Fügungen. Ich hatte jahrelang Bewerbungen geschickt, und keine Einladung bekommen. Dann gab es einen großen Bedarf an FlugbegleiterInnen für die Zusammenlegung zweier österreichischer Airlines und meine Chance war da. Ich sah in der Zeitung eine Ausschreibung für ein „open Assessment“ das hieß, jeder konnte kommen, der meinte er oder sie erfülle die Kriterien. Damals gingen alle Projekte und Jobsuchen bei mir nach hinten los. Ich hatte mich getrennt, lebte in einer WG, und war in ein anderes Bundesland gezogen, auf der Suche nach Ziel und Sinn in meinem Leben. Zu dem Assessement ging ich nur, weil ich schon eine Art Galgenhumor entwickelt hatte, von wegen, „mehr als schiefgehen kanns ja nicht“. Ich kam durch die erste Runde, ein allgemeiner Wissenstest. Ich kam durch die nächste Runde, und immer kleiner wurden die Kreise. Von Runde zu Runde gingen weitere Bewerber. Ich war immer noch dabei. Allein beim spanisch“test“ in bezug auf die zweite lebende Fremdsprache scheiterte ich kläglich, und machte mir keine großen Hoffungen mehr. Und doch  – am Ende des Bewerbungsverfahrens hatte ich den Job! Ich erinnere mich noch, in meinem Hirn war Durchzugsverkehr, Freude und Aufregung gaben sich die die Hand, abwechselnd hatte ich Angst vor allem Neuem und dann war ich wieder glücklich, endlich etwas erreicht zu haben, dass ich mir immer schon gewünscht hatte.

mein Basiskurs bei Austrian, April 2004

Meine Ausbildung

Um FlugbegleiterIn zu werden, musste ich einmal einen sechswöchigen Kurs im Bereich Sicherheit, Service, Emergencies usw absolvieren. Diese sechs Wochen waren lerntechnisch die härtesten meines Lebens. Ich war nie eine fleißige Schülerin, aber wenn man nicht gleich mitlernte, war man verloren. Täglich kam etwas Neues dazu, und alles ist wichtig. Klar, es waren auch lustige Sachen dabei, wie zum Beispiel eine Stylingberatung, aber auch viele Notfalltrainings, die im Ernstfall einfach beherrscht werden müssen. Wir mussten alle worst case Szenarien kennen, die Flugzeug und Equipment im Schlaf, und ebenso den Emergencydrill. Aber das ist nur mehr als verständlich, denn nur so konnte die Luftfahrt zu einem der sichersten Verkehrsmittel unserer Gesellschaft werden. Indem aus vergangenen Fehlern gelernt  wurde, und das Personal gut geschult ist. Ich tat mir schwer mit dem Kurs. Zwar verfüge ich über die soziale Kompetenz gut mit Menschen zu arbeiten, aber ich hatte immer vermieden, mich mit Worst Case Szenarien auseinander zu setzen . Heute bin ich endlos froh, dass ich in meinem Kurs Menschen hatte, die mir halfen diesen Drill auszuhalten, und weiterzumachen, denn nur so konnte ich dann schlussendlich meinen Traumjob starten.

 

Ein seltener Blick ins Cockpit

Bei meinem ersten Flug hörte ich mein Herz bis in die Ohren schlagen. Glücklicherweise hatten wir eine Art „Einschulungszeit“ mit eine/r erfahrenden KollegIn und so lernten wir die richtigen Kniffe und Tricks wie man schnell und gut arbeitet. Wie man eine gute Mise en place macht, was besonders wichtig beim security check des Flugzeuges wichtig ist und derlei Dinge. Viele Dinge im Flugbetrieb beruhen auf guter Vorbereitung und Vorausschau. Etwas, dass ich dort erst lernen konnte. Genauso wie sich innerhalb eines Umlaufs auf eine total neue Crew einzustellen. Natürlich flog man schon mal mit denselben Leuten, aber tendzenziell war jeder neue Flug ein neues Team mit dem man arbeiten konnte. Das hatte Vorteile, und auch Nachteile, wie immer, wenn man mit neuen Leuten arbeitet.

Karriere als FlugbegleiterIn

Nach etwa einem halben Jahr konnte ich schon das „upgrade“ meiner Flugbegleiterinnen Karriere machen, und kam auf die Langstrecke. Einen Kurs später konnte ich mit meinen Gästen die Welt erkunden, und war gespannt was da alles kommen würde. In der Realtität war es aber mehr harte Arbeit als es einem „catch me if you can“ suggeriert. 24 Stunden Aufenthalt, in New York, Dehli oder Bangkok. Fliegen in der Nacht, schlafen, wenn in der Heimat Tag ist, fremde Kulturen, Gerüche, und Lebensbedingungen. Zuhause ein Leben aufbauen, während man in seinem Job ein „glamoröses“ Leben als Weltenreisende lebt. Erst Jahre später merkte ich, dass ich in dem Job als Hochsensible mehr von mir verlangt habe, als mir möglich war.

 

Es war bereichernd, inspirierend und schillernd, aber auch der härteste Job den ich je gemacht habe. Es ist verständlich, dass es Alternslimits für Neuaufnahmen gibt, denn gerade Anfangs ist es eine körperliche und auch seelische Belastungsprobe. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass ich nach etwa zwei Jahren mit Problemen zu kämpfen hatte. Jede Verkühlung war eine Nebenhöhlenentzündung, und ich hatte auf den Händen und am Hals allergische Ekzeme die nicht weg gingen. Aber ich wollte einfach nicht aufhören. Zu sehr liebte ich das Reisen, den Moment, wenn wir auf den Wolken flogen und die wie eine weiche Decke unter uns lagen. Ich beschäftige mich indem ich mich weiterbildete, und ein Training im Bereich „CISM“ machte, um anderen FlugbegleiterInnen im Notfall ein Peer (also eine unterstützende Person nach einem Emergency) sein zu können. Eigenartig nur, dass ich das für mich dann nicht in Anspruch nahm um eine Krise zu bewäligen, die mir dann in Bangkok unterkam.

Der Punkt an dem ich meinen Traumjob an den Nagel hing, war zu dem Zeitpunkt erreicht, als ich mit einer Panikattacke im Hotelzimmer lag, nachdem mein thailändischer Taxifahrer am Weg zum Hotel einen Hund überfahren und noch ewig mitgeschliffen hatte. Noch nie hatte ich mich so alleine gefühlt. Um mich zu beruhigen ging ich in die Lobby wo ich meine „senior“chefin der Langstrecke vorfand. Sie erkannte schnell was mit  mir los war, sprach mit mir, kümmerte sich wie eine Mutter um mich, und gab mir aus ihrem travelmedizinkit ein sehr starkes Beruhigensmittel. Der folgende Tag war im im Nebel. Aber hängen blieb die Angst. Klar, ich hätte bleiben können, Teilzeit gehen, Urlaub nehmen, einen/n Peer anfordern, aber es war in dem Moment zuviel. Ich suchte mir  etwas neues. Dachte ein „sicherer“ Job in einer Bank würde mir  helfen mich besser zu fühlen. Ich hatte ja schon was „gscheites“ gelernt. Aber es war nur ein weiterer Weg im Berufspuzzle meines Lebens. Danach kamen weitere Bürojobs und ein Studium für Pädagogik.

Und von allen Berufen die ich in meinen letzten zwanzig Jahren gemacht habe, war das der Aufregenste, Anstregenste und Schönste. Niemals werde ich die Wolken vergessen, auf denen wir flogen. Die ungezählten Sonnenauf- und untergänge. In New York zu flanieren,  Dehli zu spüren und zu riechen, die bunten Farben von Bangkogs Märkten. Aus einem Nebel zu fliegen, und in der Sonne zu landen. Nicht nur Fluggäste zu haben, sondern während eines langen Fluges wirklich Gäste zu haben. Sie abzuholen nach einer langen Reise, und für sie der erste Repräsentant von Heimat zu sein.

Es war schön. Es hat mich wirklich sehr gefreut. Und es ist Blut, Schweiß und Tränen, und gleichermaßen Sternenstaub, Meeresrauschen und die Skyline von New York.

Wenn du überlegst ob du es machst „just do it“, der Sporthersteller hat den Slogan nicht umsonst. Aber es ist wichtig, dass du schon irgendeine Form von Ausbildung als Back Up hast, es kann der Zeitpunkt kommen, wo es nicht mehr geht. Und dann hast du immerhin eine Zeitlang in den Wolken gelebt;)!

 

Sollten sich für dich noch weitere Fragen ergeben, stell sie gerne hier in den Kommentaren, oder auf meiner FB Seite Birdiesworld. Gerne stehe ich dir mir Rat zur Seite.

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Wenn Realität zu Fiktion wird – bloggen als lifestyleprodukt, #mcvie

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 16. Oktober 2017

Am 2.12 ist in Wien das Mediencamp #mcvie . Interessierte Blogger, Vlogger, Journalisten und alle die sich das Schreiben zur Passion, oder zum Beruf machen, können dort ihre Thesen vertreten und diskutieren.

Für mich sind derlei Veranstaltungen Neuland. Als kleine „Familienbloggerin“ habe ich wenig Zeit mich mit Netzwerken und Co zu beschäftigen. Aber es gibt eine Sache die mich beschäftigt, und auf die ich keine Antwort habe. Was ist passiert, dass Blogs von Einblicken ins echte Leben, zu Marketingprodukten, Influencers und „bestof Photoshop“ wurden. Liegt es an den Menschen, die nur geschönte Bilder der Realität wollen? Die nur Berichte wollen, die ja keine Gedanken in Bezug auf ihr eigenes Leben auslösen könnten?

Wenn man sich den Ursprung von Weblogs ansieht, dann dienten sie dem Austausch von Informationen. Es ging darum, sich in seiner Peer Gruppe zu informieren und gegebenenfalls zu unterstützen. Eine Medizinerin erzählte in einer Dokumentation einmal, dass sie durch diesen Austausch von gegenseitigen Informationen gewisse Fehler vermeiden konnte, und nur durch dieses Fehlerausschlussprinzip zu einem sensationellen Forschungsergegebniss kommen konnte. Menschen in Ländern deren striktes Regime keine Informationen nach außen zulässt, können mit ihren Blogs Menschen außerhalb ihres Landes erreichen, und ihre tägliche Wahrheit erzählen. Klar, jede Geschichte die man erzählt, ist durch die eigene Perspektive schon geprägt, und ein Blogger kann nicht neutral sein. Denn wir erzählen unsere Geschichten aus unserer Perspektive. Mag sein, dass ich mit dieser Meinung in der Community anecke, aber das ist genau der Punkt – es ist eine Meinung!

Wenn ich einen Mamabeitrag schreibe, dann schreibe ich aus meiner Perspektive als Mutter. Wie ich mein Kind erlebe. Wie mein Kind ist, und meine soziale Umwelt. Ich behaupte jetzt einfach, dass das kein Patentrezept bietet, wie man jedes Kind erreicht.

Ich kann natürlich auch einen Beitrag aus meiner Persepktive als Pädagogin schreiben, aber wollen das die Menschen? Wollen sie wirklich noch eine „Fachmeinung“, wenn sie sowieso schon nicht mehr weiter wissen?

Schöne Blogs boomen. Blogs die viel zeigen. Die wunderschöne Bilder von Familie zeigen. Die Kinderzimmer entspringen einem schöner Wohnen Katalog, die Kinder haben immer megasüße Sachen an, und die Mütter schauen irgendwie nie müde aus. Die Sache ist die. Unser Kinderzimmer ist Chaos, mein Kind hat ständig Jogginghosen an, weil die pflegeleichter sind, und wenn ich nach einem langen Tag abends auf der Couch sitze, hab ich keine Lust mehr ein Konzept für den Blog zu erstellen, Videos und Bilder zu bearbeiten, oder für das nächste Foto Kuchen zu backen.

Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, wie das die anderen FamilybloggerInnen schaffen, ich weiß, ich stehle mir die Zeit für den Blog. Aber das bisschen was ich schaffe, mach ich gerne. Aber es schaut halt auch danach aus. Meine Bilder sind „pur“, meine Posts aus dem Herzen, und manchmal schreib ich länger nichts, weil ich es nicht schaffe.

Das ist die Bloggerrealität. Eigentlich. Und dann kommt wieder von außen die fast unschaffbare Aufgabe, man solle doch für seine Kooperationen Geld verlangen. Weil wir sind ja Influencer.  Hä? Ich bin doch unabhängig, und wenn was nicht gut ist, schreibe ich nicht darüber. Warum soll ich dann Geld dafür nehmen? Und wenn ja, wieviel ist meine Arbeit dann überhaupt wert? Soviel wie ich an Marketing und Equipment investiert habe? Die Art wie ich schreibe? Wieviel bin ich „wert“ als Bloggerin?

Und da erinnere ich mich. Wert ist ein Thema, dass uns Gesellschaft und Ausbildung zuschreiben Ich habe mich  mal bei einer FH für Journalismus beworben. Und beim der Gesprächsrunde von bereits aussortierten Teilnehmern kam die Frage, ob wir gegen Geld einen Bericht, der offensichtlich falsch ist, schreiben würden. Also sozusagen eine Auftragsarbeit im Sinne des Auftragsgebers. Und  ich erinnere mich, darauf mit ‚Nein‘ geantwortet zu haben. Denn ich verstehe Meinungsbildung als Journalistin als neutrale Arbeit und als Verantwortung, und ich kann nicht über zweifelhafte Inhalte schreiben, als wären sie nicht zweifelhaft. Meine Aussage dürfte mir den weiteren Weg in dieser FH verschlossen haben (so wie einer Freundin die die selbe Antwort gegeben hat). Allerdings würde ich das heute noch ein wenig adaptieren, ich gehe davon aus, dass es keine neutrale Berichterstattung gibt. Denn bereits die Auswahl des Themas unterliegt persönichen Kriterien, die Recherche ebenso und der Schreibstil auch irgendwie. Mag sein, dass jetzt Journalisten die Hände ringen, und die verdammten BloggerInnen verfluchen. Aber da sehen wir wiedermal wie sinnvoll Blogs sind, wir können unsere Meinung teilen und eine Diskusssion anregen, gerade weil uns keiner bezahlt.

Natürlich stellt mich das wieder vor das Problem, dass ich von meinem Blog nicht leben kann, und viel Zeit und Aufwand in etwas steckt, dass mir keinen finanziellen Nutzen bringt. Aber ganz ehrlich, hat unsere Welt nicht andere Probleme als Influencer, Marketing und bezahlte Posts? Wir erleben in Europa einen Rechtsruck, der einem Angst machen kann, wir verbarrikadieren uns und glauben damit das „Problem“ gelöst zu haben. Weltmächte schieben sich ihre Atombombentests unter, als wären es Gummidrops. Ein (vermeintlicher) Narzist hat den Code für den roten Knopf einer Weltmacht, mit dem Potential unsere gesamte Welt zu zerstören. Die Wüsten der Welt vergrößern sich, und wir leugnen immer noch unsere Verantwortung an der sich ändernden Umwelt. Bürgerkriege sind Alltag die Menschen flüchten lassen und ganze Generationen traumatisieren.  Vielleicht wär es mal Zeit sich an die großen Themen zu wagen, und da hinzuschauen, und Auswege zu finden, anstatt sich über den Stundensatz eines Bloggers zu unterhalten.

Wie wäre es die ganze Lifestyle Energie mal in etwas Wichtiges zu stecken? Zum Beispiel in Frieden in unseren Herzen und Leben, Unterstützung und Wege für ein Europa, dass stark sein kann und menschlich. Jobs für Menschen die arbeiten wollen. Löhne von denen man leben kann. Hilfe zur Selbsthilfe in dritte Welt Ländern. Die Reduktionen des ökologischen Fußabdrucks. Pädagogisch wertvolle Arbeit für und mit unseren Kindern, weil die unsere Zukunft sind, und für deren Zukunft die Gegenwart friedvoll gestaltet werden sollte. Also – genug zu tun für all die Blogger da draussen mit ihren Idealen und Wertvorstellungen!

 

 

 

Anm. d. Autorin, dieser Beitrag spiegelt ausschließlich die Gedanken der Autorin wieder. Er dient gegebenenfalls zur Grundlage und Diskussion im Mediencamp Wien. 

 

 

 

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„Mach es zu deinem Projekt…“ – wenn Mamasein zum Projekt wird

Wenn Kinder zum Projekt werden, wenn das Mamasein ins Unternehmertum eintritt, und frau plötzlich eine „Mompreneur“ ist. Dann frage ich mich, obs dabei noch um das Gefühl geht, oder das Kind eine Facette für Unterhaltung und Existenz wird.

Vorab, ich habe den Hasthag #mompreneur selber schon einige Male verwendet. Aber noch nie wirklich darüber nach gedacht. Als Familienbloggerin, bzw Mamabloggerin, schreibe ich über unser Leben, (also eigentlich bin ich dann LEBENSbloggerin) ich plaudere aus dem Nähkästchen, und erzähle Geschichten von, und über mein Kind.  Ich könnte vielleicht sogar ein wenig davon leben, wenn ich in SEO, Follower und Marketing investiere. Da ich das aber nicht tue, plätschert mein Blog schön ruhig dahin.

Klar, ich bin Pädagogin, also auch „Entrepeneur“ wenn ich irgendwann mein Buch endlich draussen habe, und erfolgreich Seminare anbiete, aber muss ich mir nun – nur weil ich Mutter bin – eine neue Rolle als „mompreneur“ aufschwatzen lassen? Es ist ein schmaler Grat im Netz zwischen Information und Hosen-owi-Beiträgen. Es ist ein schmaler Grat über das eigene Kind zu berichten, private Einblicke zu gewähren, und nicht zu wissen, wer in diesen Momente mitliest.

Mich nervt dieser neue Begriff ein wenig. Er degradradiert irgendwie die Rolle meines Kindes, aber auch mich als Mutter. Dadurch, dass ich mich „mompreneur“ nenne, wird mein Kind instrumentalisiert. Indem ich darüber schreibe, erlaube ich die Zuordnung von Stereotypen, lasse manchmal sehr private Momente sehr öffentlich werden, und was ich am schlimmsten finde – ich monetarisiere eigentlich meine Rolle als Mutter. Ich mach zu Geld was für mich die natürlichste Sache der Welt ist. Ich möchte als Unternehmerin gesehen werden, und nicht als Mama-unternehmerin. Oder schon jemals einen „dadpreneur“ gesehen? Männer werden weiterhin Unternehmer genannt, Frauen bekommen einen neuen Begriff.  Und lassen zu, dass ihre Rolle als Mutter ihr Unternehmertum definiert. Ich wage zu behaupten dass dieser Begriff hauptsächlich von den neuen selbstständigen Berufen kommt, Jobs wie Bloggerinnen, direkt Markteing, direkt Vertrieb. Schon mal diese Jobs auf Seriösität überprüft? Nahezu alle Jobs ohne Zusagen, Sicherheiten. Man muss meistens etwas im Hintergrund haben, einen Mann, einen Zweitjob, ein großes Erbe, und manchmal alles auch einmal. Und ich habe diese „Jobs“ in einer Facebook Gruppe mit dem Namen „Jobs für Mütter in …“ verfolgt, alles „Taschengeld“jobs mit direktvetrieb. Mal ehrlich, nur weil ich Mama bin, muss ich also liebend gerne Parties für Produkt xy geben?

Meine Conclusio; solange es keine #dadpreneurs gibt, gibts für mich auch keine #mompreneurs mehr. Mein Kind ist meine persönliche Erfahrung und Freude und soll keine Geldquelle sein. Wenn etwas zu Geld wird, dann sollen es meine Geschichten sein, mein Blick auf die Welt, meine Erfahrungen. Da ich aber eine rege Beobachtungsgabe habe, wird der geneigte LeserIn weiterhin Berichte aus dem pädagogischen Alltag in meinem Blog lesen. Aber er oder sie wird sich der Tatsache stellen, dass ich mitunter auch über das schreibe was ich im Außen beobachte. Und – ich bin UNTERNEHMERIN – allein durch die Person die ich bin. Vielleicht beeinflussen mich meine Umstände, aber auch die Verkäuferin, Chemielaborantin oder Mechanikerin sind Mütter, und verkaufen oder schrauben dadurch auch nicht anders am Produkt.

Wahre Emanzipation bedeutet,  Männer und Frauen dieselben Fragen zu stellen, und auszuhalten, dass ihre Antworten voneinander abweichen, weil sie Menschen sind, und nicht weil sie Vater oder Mutter sind.

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Akzeptiere deine Superkraft! #maximaCOMEPASS

Posted in Gesundheit, Seele, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 2. September 2017

HSP, ein Regenbogen an Gefühlen und Wahrnehmungen, und was Hochsensibilität und Superkräfte gemeinsam haben….

Als Hochsensible/r bist du wie eine/r mit einer Superkräften.
Ein Defender.
Ein einsamer Wolf, dessen Gaben ihn isolieren, wenn er sie nicht einsetzt.
Jemand der sich unverstanden fühlt,
manchmal von der Gesellschaft an den Rand gedrängt.

Denn du fühlst, da wo andere ihre Gefühle abdrehen, deren Gefühle.
Vielleicht siehst du, wie Menschen verbunden sind, ihre Verstrickungen.
Die Verstrickung ihrer Beziehungen kannst du innerhalb von Sekunden wahrnehmen.
Du spürst heimlichen Betrug, heimliche Liebe.

Aber du spürst es an dir, in dir.
Und weil es dir keiner sagt, glaubst du du bist all diese, ihre, Gefühle.

Du baust einen Kokon, dicht in Einsamkeit gewebt.
Vielleicht hüllt dich Ablenkung, Genussmittel, Sport vermeintlich sicher ein.
Aber das rettet dich nicht.
Es macht die Gefühle, die dann doch durchdringen, noch intensiver.
Noch drängender.

Darum – erlaube dir deine Superkraft.

Sei liebevoll mit dir.
Sprich darüber wie du über deine Augenfarbe sprichst;
„Ja, ich fühle mehr, und meine Augen sind blau. Noch Fragen?“

Erkenne die Kraft die darin liegt.

Such dir Methoden der Unterstützung.
Sei es Kinesiologie, Meditation, Yoga, Therapie.
Alles was dir gut tut.

Du fühlt mehr, also braucht auch deine Seele mehr.
Pflege sie.
Du duschst ja auch regelmäßig.
Nicht nur dein Körper, auch deine Seele brauchen Pflege.
Hilf dir damit selber.

Sei den anderen nicht böse, wenn sie dich nicht hören wollen.
Du legst mit deiner Gabe manchmal den Finger in die Wunde.
Du siehst wer sie wirklich sind.
Das birgt Risken für jeden.

Lerne deine Superkräfte kennen.
So kannst du Situationen besser aushalten oder sie auch gegebenenfalls verlassen.

„Sei der oder die die du bist, alle anderen sind schon vergeben!“

 

********************

NACHSATZ: Ich werde mich innnerhalb der nächsten sechs Monate selbstständig machen, und auch Seminare und Vorträge zum Thema Hochsensibilität anbieten. Du kannst mich gerne jederzeit unter meiner blog-email adresse travelbabybirdie@gmail.com erreichen, und im weiteren Verlauf wird eine Homepage auf den Namen Katharina Gindra-Vady geschaffen, die dann konkrete Tipps, Tricks und Veranstaltungen anbietet. 

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wenn der Frühling in der Nase kitzelt


(contains commercial)

*english version below*

Ich tauche ein in ein Meer von Blüten, Apfel, Kirsch.

Die Bäume tauchen mich in ein Meer zarter Blütenblätter, zeigen die Sanftheit des Frühlings.

 

Sie kitzeln mich in der Nase, genau wie die Sonnenstrahlen die mein Herz wärmen.

 

Nach einem Winter der Ruhe, nachdem ich im Kokon war.

Die Monate des Schlafs sind vorbei.

Warmer Frühlingswind weht mich in einen Wirbel.

Er kündet von dem Sommer der kommt.

Er kündet von der Wärme, vom Licht dass sich in mir sammelt.

 

Streift ab die Kälte des Winters, öffnet eure Herzen und Augen für die Blumen des Frühlings, auf den die Ernte folgen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* I dive into the ocean of flowers,

trees are my ocean of blossoms, show me the tenderness of spring.

They tickle my nose, as well as the rays of sun keep on warming my heart.

After a winter of resting, after a time of cocooning.

Times of sleep are over.

The warm wind of spring pushes me into a swirl.

Telling me from the coming summer.

Telling me from the warmness, the light collecting in me.

Peel of the frostiness of winter, open your hearts and eyes for the blossoms of spring, which will be followed by crop.*

 

 

Herzlichen Dank an Tchibo für die Outfits, die ab sofort für vier Wochen unter dem Motto „go ethno“ erhältlich sind

Hose, Cardigan, Tunikabluse, Schal, Tasche von TCHIBO, jetzt im aktuellen Sortiment erhältlich.

 

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Geburt, das Wunder beginnt

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 25. Januar 2017

Neulich sah ich auf einer social media plattform ein Interview mit einer Celebrity, die über ihre Trennung und die vorgegangene Geburt ihres eineinhalbjährigen berichtete. Für sie war die Geburt mitunter der Grund, warum sie sich von ihrem Partner entfremdete, entblößt fühlte, und nicht mehr als Frau sichtbar. Ich kann dem nicht zustimmen. Für mich war die Geburt meines Kindes das einzigartigste Erlebnis, dass ich mir nie hätte vorstellen können.

Neun Monate hatte ich unser Kind im Bauch. Ich wusste nicht was mich erwarten würde, er ist mein erstes Kind, und ich konnte mir nur zusammenreimen, was zwischen den Zeilen von Vorbereitungskursen und der Erzählung anderer Frauen lag.
Glücklicherweise ist die Geburt nichts was wir verstehen müssen, oder können. Und glücklicherweise wissen wir nicht wirklich, was uns erwartet, das war das erste was ich meiner Schwester kurz nach der Entbindung sagte. Aber die Erinnerung verblasst schnell, denn die Natur hat uns mit einem einzigartigen Schutzmechanismus ausgestattet, und man vergisst innerhalb kürzester Zeit die Schmerzen, Zustände, und fast alle Gefühle die in Verbindung mit diesem fast unwirklichem Vorgang sind.
In meiner Erinnerung blieb mir aber das „wilde Weib“. Etwas dass mich dazu gebracht hat, nicht mehr zu denken, nur zu tun, mich dem hinzugeben was der Moment ist. Anfangs wollte ich noch atmen, steuern, mitdenken, bis ich merkte, dass ich es nur schlimmer machte mit meinen Gedanken, und ich nur das tun sollte, was mein Körper mir sagt. Mein Kind und ich steuerten den Geburtsvorgang, wir waren eins. Und ich bin zutiefst dankbar, dass der Vater meines Kindes bei der Geburt dabei war. Uns hat dieses Erlebnis weniger getrennt, als vielmehr verbunden. Er konnte mich halten, er war da, er wich  nicht von meiner Seite, bis der Kleine da war. Ich hätte ihn auch gar nicht gehen lassen können, es war unsere gemeinsame Kraft die mir half. Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung, und als 24 Stunden später die Wehen eingeleitet wurden, ging es Schlag auf Schlag. Ich habe mir sagen lassen, dass eingleitete Wehen häufig in schnelleren Sequenzen ablaufen. Ich weiß es nicht, nur das weiß ich noch, ich hatte das Gefühl sechs Stunden durchgehend nur Wehen zu haben. Ich dachte an den Rat der Geburtsvorbereiterin und begann zu tönen. Einfach Töne aus mir raus, ohne nachzudenken, OHM, HI, HA whatever works!  Mit keiner Minute hatte ich Zeit darüber nachzudenken, ob ich nun gut aussehe oder nicht. Oder ob mein Partner mich so empfindet. Oder ob ich vielleicht zu laut wäre.

Wenn ich einen Rat an Frauen habe, die vielleicht gemischte Gefühle vor der Geburt haben, dann wäre es „Lass dich ein“. Mit allen Sinnen, hör auf nachzudenken, vergiss was um dich ist (es wird vermutlich gar nicht anders gehen). Lass dir auf keinen Fall einreden wie du zu liegen, sitzen, stehen hast. Eine Hebamme wird dir helfen, aber sie hilft dir nur, soweit du unklar bist. Lass dich fallen, erlaube deinem Partner Stärke zu zeigen und dich zu halten. Lass ihn dich als Frau erleben, in einer Kraft, die ihr nie wieder so erleben werdet. Eine Geburt ist das einzigartigste Erlebnis, das zwei Menschen haben können, und es ist tatsächlich eine Urkraft. Erlaube dir diese Energie zu spüren.

In unserer Gesellschaft wird Geburt gern mit Krankheit, mit Krankenhäusern, mit Gefahr verbunden. Geburtshäuser werden eingespart, eine Geburt soll im sterilen Umfeld stattfinden. Seitdem ich an mir selber erlebt habe, welche Kraft eine Geburt in mir freigesetzt hat, muss ich nur milde lächeln, wenn ich das Bild von einer Entbindung in Medien und Gesellschaft wahrnehme. Es ist eine verzerrte Realität, es ist ein krankmachen, wo alles gesund ist. Es ist der Versuch die weibliche Geburtskraft mit männlicher Rationalität zu kategorisieren.  Eine Geburt ist ein Mysterium, dass man erst selber verstehen kann, wenn man es geschafft hat. Ich möchte keine Minute dieser Nacht missen, ich möchte keinen Moment hergeben, und ich bin froh und dankbar, dass mein Partner damals an meiner Seite war, denn wir konnten etwas erleben, dass uns als Familie verbunden hat. Was auch immer wir dann später erlebt haben, die Geburt gemeinsam zu erleben war unter anderem auch der Kit der bis uns bis heute verbindet. Es ist die Erlaubnis sich auf tiefster Ebene zu spüren, verbindender als jeder Moment der flüchtigen Ekstase.

Klar, wir verändern uns als Partner in unseren Rollen und Wahrnehmungen, wenn wir Eltern werden. Aber für mich ist der ehrlichste Beginn der Elternschaft, gemeinsam eine Geburt zu erleben, um zu verstehen, dass jetzt wirklich alles anders ist. Denn da ist dieses Wesen für das man gemeinsam Verantwortung übernommen hat, dass man gemeinsam auf die Welt geholt hat.

Es ist das Wunder der Geburt. Und es ist das Wunder des Lebens dass wir mit jedem Atemzug schützen.

 

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Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin …

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 15. Dezember 2016

Ich höre ungern Nachrichten. Mord und Totschlag an jeder Ecke, und keiner findet es wichtig über die guten Sachen zu erzählen. Aber in der letzten Zeit komm ich nicht um die Schlagzeile rum, immer wieder „Aleppo“ „Syrien“. Und ich spüre im Krieg gibt es keine Gewinner. Im Krieg zu behaupten, es gäbe ein Gut und Böse ist nur die Legitimation sich die eigenen Gräueltaten gut zu reden. Krieg geschieht auf dem Rücken der Menschen, hinterlässt Traumen die Generationen lang bestehen. Wer von uns kennt keine Großeltern-Geschichte von den Gräueltaten des Krieges? Wem läuft nicht immer wieder ein Schauer des Erkennens über den Rücken, obwohl seine Generation keinen Krieg erlebt hat.

Wenn man Aleppo in eine Suchmaschine eingibt, dann sieht man es, was es bedeutet. Schutt und Asche, auf den Geschichten einer Stadt, dem Rücken der Menschen die da leben. Aber diese Stadt ist nur ein Sinnbild für das was Krieg anrichtet. An so vielen Ecken dieser Welt glauben Menschen mit Rache und Vergeltung ihren Frieden zu finden, tun aber nur das Gegenteil. Wie viele traumatisierte Seelen wollen wiederum die Sühne für die Taten die an ihnen und ihren Liebsten vollbracht wurden.

In Europa sitzen wir in unserem gemütlichen Thronsessel. Jammern über Steuern, über die bösen Ausländer die uns Jobs wegnehmen würden, und über steigende Fleischpreise. Ehrlich?
Aber ich gebe zu, gerade in der letzten Zeit war ich auch eine gute Jammerin auf hohem Niveau. War entnervt aufgrund meiner finanziellen Situation, dass Dinge nicht so gut laufen wie sie könnten, und sonstige Oberflächlichkeiten. Und dann sitz ich eines Morgens bei meinem Kaffee, und höre die Nachrichten und muss nur weinen. Weil es ungerecht ist, weil niemand solche Verluste erleben sollte wie die Menschen die Krieg erleben. Weil ich an all die Kinder denke, die das erleben, und tief in ihren Seelen verankern müssen.

Dann schau ich meinem Sohn an, und spüre wie privilegiert wir sind. Wir haben eine sichere Wohnung, ein Einkommen, genug zu Essen, wenn die Sirene am Samstag läuft, dann nur zur Probe für die Feuerwehr.

Und ich wünsche diesen Segen allen Menschen. Weil jeder einzelne es verdient hat. Und weil es möglich ist. Aber nur wenn wir etwas dafür tun. Wenn wir vor allem glauben, an eine bessere Welt. Wenn wir ein Teil dieser besseren Welt sein wollen und es durch unser Verhalten tagtäglich nach außen tragen.

In Europa werden Demonstrationen für den Frieden in Aleppo gehalten. Es geht nicht nur um Aleppo. Es geht um die Welt. Es geht um bescheuerte Kriege die nur auf Macht und Egospielchen beruhen.

Ich bin keine gute Demonstrantin. Ich bin hochsensibel und bekomme eine Panikattacke  bei alle den Gefühlen die ich da wahrnehme. Aber ich kann zumindest beten, an den Gott an den ich glaube. Das kann jeder, beten, an seinen Gott. Es ist egal woran du glaubst, solange du nur an etwas glaubt ,dass dir und der Welt Hoffnung schenkt. Gebete können die Welt verändern. Und da red ich nicht von irgendwelchen aus dem Koran, der Bibel oder sonstwas. Ich meine dein persönliches Gespräch mit deinem persönlichen Gott. Es ist da. Es gibt dir Kraft.

Und ansonsten. Verurteile nicht diejenigen die die Flucht antreten mussten. Sie mussten viel erleiden um diesen Schritt zu wagen. Begrüße sie. Erlaube ihnen eine Heimat zu finden. Denn ihre wurde ihnen genommen.

 

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Wiederholt sich wirklich alles – oder haben wir es doch in der Hand?

Posted in Storytelling, Geschichten des Lebens
on 9. November 2016

Heute in der Früh hatte ich einen Beitrag über den Balanceakt Mama-Arbeit-Deadlines-vs-Kindergarten geplant. Aber dann kam auch ich an den Nachrichten nicht vorbei, und machte mir aus den FB Meldungen anderer Leute meinen Wahlergebnis-reim.

Amerika hat also gewählt. Jemand den man niemals für relevant gehalten hätte. Es stehen so viele Fragezeichen im Raum und keiner weiß was nun passiert. Was – oder wen – haben sie wirklich gewählt, eine Marionette, einen Kriegsherrn, einen Friedensstifter? Der Wahlkampf beider Kandidaten war eine menschliche Show unter der Gürtellinie bei der es nur mehr darum ging, dem anderen ans Bein zu pissen. Da hat wohl Trump besser schlecht geredet. Von Inhalten war kaum was zu hören, von Visionen oder Mitmenschlichkeit fehlte jede Spur.

Ich sags ehrlich. Ich mochte Barack Obama, einen Staatsmann, der zumindest versuchte das Beste für die Amerikaner rauszuholen. Ein Mensch mit Manieren und einem Gefühl für soziale Gerechtigkeit (auch wenn es in Amerika so etwas kaum gibt). Irgendwie ja auch egal, denkt man sich, weil das ist ja übern Teich. Aber so egal ist es leider nicht. Denn wir sind auch nicht viel besser. Beispielsweise steht bei uns eine Bundespräsidentenwahl an, die durch einen Kandidaten dominiert wird, der kein Problem damit hat, Hassreden zu verteilen, oder zu provozieren durch Kriegsansagen. Sollte ein Bundespräsident nicht vermitteln, beruhigen, und darüber stehen? Ist das nicht irgendwie die väterliche Figur des Staates? Wollen wir jetzt auch einen Dokusoap Darsteller, der uns eine farbenprächtige Show liefert?

Wir werden am 4. Dezember beweisen, ob wir so viel besser sind als die Amerikaner. Und ich lass mich auf keine Analysen mehr ein. Denn wenn mir die politischen Entwicklungen etwas gelehrt haben, dann das, dass Prognosen nur verwirren und nichts helfen.

Warum wir uns jetzt wieder an derselben Stelle wie vor 100 Jahren befinden? Man denke zurück an die Zeit vor den zwei Weltkriegen, wirtschaftlich und gesellschaftlich ging es um ähnliche Themen. Es wurde mit Angst kokettiert, es wurde Druck erzeugt, man müsse etwas ganz anders machen. Dabei wurde aber leider übersehen, dass Krieg und Grenzzäune nur einer Partei dient, und zwar der (Kriegs)Wirtschaft, der (Waffen)Industrie die dahinter steckt.

Ich war heute auf der Uni, und als über die Ergebnisse der US Wahl gesprochen wurde, lief mir nur mehr ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken. Und da saß ich nun, und versuchte zu sagen „Hey, wenn ihr es anders wollt, dann müsst ihr dafür einstehen, lasst euch nicht zu jemand erklären, der ihr nicht seid, zeigt dass es anders geht“. Und dann kam wieder der klassische Satz „Aber was willst denn dagegen tun, als einzelner Mensch“. Das ist die Aussage die ich nicht gelten lassen kann. Jeder kann etwas tun, jeder hat ein Wahlrecht und eine Stimme, die er erheben kann. Jeder kann Mitgefühl und Respekt zeigen, dazu braucht es keine Wahl. Zu sagen man könne nichts tun, ist vielleicht sogar noch tragischer als eine Partei zu wählen, die offensichtlich nur mit Hetze und Angst arbeitet. Denn dann verschenkst du deine Stimme. Du schaust zu, wie aus deinem Land eine Festung von Kleinbürgern wird, du verschließt Augen und Ohren in der Hoffnung, dass du nichts mehr mitbekommst. Aber das kannst du nicht. Und es geht auch nicht. Denn du lebst in diesem Land, dass sich angeblich dafür entschieden hat. Auch wenn du das nicht gewählt hast. Wenn du nicht gewählt hast, dann hast du deine Stimme missbrauchen lassen.  Dein Leben wird nicht besser, wenn du dir selber die Macht nimmst, deine Stimme zu erheben. Du wirst jeden Abend vor der ZIB sitzen, oder deine Zeitung lesen, und jammern, dass du nichts zu sagen hast, bis du es glaubst und aufgibst. Und das ist das Schlimmste, was du tun kannst. Verstummen. Damit gibst du den Menschen den Raum dich und deine Meinung zu übertönen. Sag nicht, du kannst nichts tun. Du kannst wählen, du kannst dich engagieren bei den Themen die dir wichtig sind. Du kannst und sollst deine Meinung vertreten dürfen, noch sind wir ein freies Land. Aber damit es so bleibt, müssen gerade die Leisen laut werden. Denn die Lauten muss mal jemand auf ihre Plätze verweisen.

Und ob nun zu den Ergebnissen in Amerika, oder zu unseren eigenen politischen Bewegungen kann ich nur zwei Dinge sagen

YOU HAVE A VOICE – USE IT

BE THE CHANGE YOU WANT TO SEE IN THE WORLD 

Wir haben die Welt von unseren Kindern nur geborgt, welche Welt wünschen wir ihnen. In welcher Welt sollen sie leben. Wenn wir schon aufgeben, warum sollten sie dann noch kämpfen, wozu? Wenn wir ihnen lehren, ungefragt alles hinzunehmen, Radikalität und Hass als Lappalie zu betrachten, dann formen wir ihre künftige Gesellschaft. Wollen wir ihnen nicht eine Welt schenken, in der Respekt und Wertschätzung herrscht? Das hat nichts mit zuckerlrosa Wolken zu tun. Und selbst wenn – schau dir den Himmel an – es gibt manchmal zuckerlrosa Wolken, weil unsere Welt ein Wunder ist. Also – wenn das existiert, dann können wir genauso eine Gesellschaft schaffen in der Mitmenschlichkeit und Wärme existieren. Tu nicht so als wäre es nicht möglich, denn wenn wir das Gegenteil erschaffen konnten, dann können wir wiederum das andere Gegenteil genauso schaffen!

© katharina gindra-vady, oktober 2016
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