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Erziehungsfakten, Tipps u Tricks einer Pädagogin

Zehenspitzen – Luftgänger, wie krieg ich die Füße meines Kindes auf den Boden?

Immer wieder beobachte ich Kinder (inklusive meinem) die „Zehenspitzen – Geher“ sind, Kinder die die Welt auf Zehenspitzen erobern, sogar manchmal auf Zehenspitzen laufen, und die Sohlenmuskulatur bis zum Anschlag trainieren. Die Eltern dieser Kinder machen sich oft Sorgen, Ärzte werden befragt, Freunde, und Famlie, irgendwo wüsste man gern wie man seinen Zehenspitzengeher beibringt, dass er/sie die ganze Sohle verwenden kann.

Prinzipiell sei gesagt, dass es normal ist, während des Prozesses des Gehen-lernens unterschiedliche Methoden der Fortbewegung zu favorisieren. Wenn das Gehen sich dann verfestigt, dann kann man ans Feintuning gehen.

Ich war einmal auf einem Elternseminar von Dr. Rogge, dem Autor und Erziehungsberater, und holte mir da folgenden Tipp ab:
„Gib deinem Kind Erdung“. ( Elternseminar bei Dr. Rogge ) Wenn wir das Gefühl haben, unser Kind sei vielleicht zu flatterig, oder will eben „die Füße nicht auf den Boden setzen“, dann hilft oft eine regelmäßige Kuscheleinheit in Form einer leichten Fußreflexzonenmassage. Umfasse die Sohlen deines Kindes, kitzel sie, gib ihnen mit sanften Druck und Gegendruck auf die Sohlen das Gefühl des „da seins“. Ih könnt das auch einfach in ein Morgen, oder abendritual einfließen lassen.

Quelle pixabay.com

 

 

 

 

 

Auch hilfreich ist es, die Kinder über unterschiedliche Materalien spüren lassen, wie sich die unterschiedlichen Untergründe anfühlen, bastel einen Parcour aus zb Holz, Stein, Sand, Gras oder ähnlichem. Lass es spüren, wie sich das auf den Sohlen anfühlt.

Beobachte es beim Laufen, läuft es auf Zehenspitzen, oder auf der ganzen Ferse? Wenn es beim Laufen geht, dann wirds mit dem Gehen auch irgendwann funktionieren.

Vor allem im Sommer, Barfusslaufen ist die absolute Devise!

Wald erforschen. Klingt komisch, und ist sicherlich ein schöner Familienausflug. Manche Zehenspitzengeher brauchen wirklich noch Erdung. Der Wald, Bäume, Wiese, kleine Bäche, all diese Dinge sind ganz natürliche Mittel um sich selber in die Mitte, und manchmal ganz auf diese Erde zu bringen (gilt übrigens auch für Erwachsene).

Ältere Kinder können beim Kinderyoga sehr über gezielte Übungen ihren Körper spüren, und so vereinzelten Körperteilen mehr Aufmerksamkeit schenken.

Und dann wäre da doch die Neugierde. Sich nach oben strecken und größer machen ist ganz natürlich. Wenn man größer sein will, als man ist, und alles mitbekommen möchte. So ist das auf Zehenspitzen gehen sicherlich auch für einige Kinder, eine gute Methode zu zeigen „ich kann das, und noch mehr, ich bin schon so groß“ und für manche ein Signal für „ich bin noch nicht ganz da, bitte gib mir ein bisschen Erdung“.

Es ist also ganz im Ermessen des Beobachters, was er aus dieser Information ziehen will, prinzipiell sei gesagt, ich kenne viele Kinder die anfangs auf den Zehenspitzen gegangen sind, und irgendwann damit aufgehört haben. Wenn du deinem Kind aber dabei helfen willst, damit das zügiger geht, dann hast du hier hoffentlich ein paar Inspirationen gefunden!.

 

 

 

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Singlemum – mit den Tipps schaffst du es spielend – oder – how to be a singlemum

Kleine Spoiler Warnung gleich anfangs ;), dieser Beitrag ist nicht nur für singlemums. Sondern an alle Mamas da draussen, die vielleicht gerade in der Anfangszeit mal ein bisschen Input für die erste Zeit mit dem neuen Menschen brauchen, für den sie nun 24/7 zuständig sind.
Eine Freundin von mir hat kürzlich ihr Baby bekommen. Sie ist eine singlemum. Alleinerziehend. Etwas, dass oft genug geschieht, aber selten besprochen wird. „How to be a singlemum“ Im englischen geht es einem leichter über die Lippen. Das deutsche „Wie ich alleinerziehende Mutter bin“ klingt nach einsam kämpfender Amazone. Nach mitleidigen Blicken, nach verweinten Nächten und überhaupt irgendwie schwer. Aber hier ist die Sache, Mutter sein ist ansich kein Kinderspiel. Egal ob mit oder ohne PartnerIn. Aber je leichter wir es nehmen, desto leichter nimmt es uns.

Wenn ich etwas gelernt habe die letzten Jahre, dann wohl dass man sich nicht zu ernst nehmen sollte, und dass gute Organisation und Unterstützung vieles im Alltag erleichtern. Die Kolliken kann ich dir nicht ersparen, die kurzen Nächte auch nicht. Aber ich kann dir versprechen, sie halten nicht an, und du bist nicht ewig singlemum, und du wirst irgendwann auch wiedermal mehr als drei stunden am Stück schlafen.

Hier meine wichtigsten Tipps:

  1. Nimm deine Situation nicht zu ernst. Vieles das Anfangs schwer erscheint, wird später leichter sein, oder folgte dem eisernen Mamamantra „es ist nur eine Phase“.
  2. Das führt mich zum wichtigsten Spruch „Es ist nur eine Phase„. Das wird dein Mantra der nächsten Monate, Jahre. Vieles im Leben deines Kindes wird eine Phase, manchmal ein Beginn von etwas, sein. Sei es die erste Selbstständigkeit, erste Gehversuche, die ersten Trotzanfälle. Alles gehört zu seiner Entwicklung, alles ist notwendig und gut wie es ist.
  3. Hol dir Hilfe, oder Unterstützung, vor allem wenn du dich hilflos fühlst.
    Früher gab es Omas, Opas und Geschwister, heute gibt es meistens im Leben einige Freunde, die uns auf Etappen unseres Lebens begleiten. Wenn deine Familie nicht kann, oder will, verlass dich auf Freunde die Kinder mögen, oder selber Eltern sind. Du musst auch andere Menschen in euer Leben lassen, denn…
  4. verlange nicht zuviel von dir und vergleiche deine Situation niemals mit Anderen. Am schlechtesten ging es mir, als ich zuviel von mir verlangt oder mich verglichen habe. Als ich alles perfekt haben wollte, und doch nichts ging. Du kannst dein Kind auch mal abgeben, an Menschen denen du vertraust, die es gut behandeln, und die Stunde kannst du zum Schlafen nützen.
  5. Und gönne dir auch mal Auszeiten. Sei es eine Stunde spazieren, mal baden in Ruhe. Schau dass jemand auf das Kleine schaut, und lass dich kurz mal gehen. Und denke um Gottes Willen ja nur an dich.
  6. In der ersten Zeit empfehle ich dir auch – nütze jede Möglichkeit zu schlafen. Der Schlafrythmus deines Kindes diktiert die erste Zeit deinen. Akzeptiere es einfach, dagegen anzukämpfen macht nur müde.
  7. Lass jeden Anspruch an Perfektion los. Unordnung ist gerade dein Freund. Egal ob es um eine blitzblanke Wohnung geht, um einen Wäscheberg, oder eine Pediküre die du bräuchtest. Das ist der Zeitpunkt wo du nicht perfekt sein musst. Das einzige was du musst und darfst, ist den Honeymoon mit deinem Kind zu genießen. Es kennenzulernen, sich aufeinander einzulassen. Denn …
  8. das ist die größte Liebesbeziehung die du jemals in deinem Leben hast. Ich kenne keine Beziehung auf zwischenmenschlicher Ebene, die so eine Kraft wie eine Eltern-Kind Beziehung hat. Es ist eine ganz besondere Art von Verbindung die niemals reißen wird. Keine Liebesbeziehung wird jemals an diese Tiefe heranreichen. Für niemanden auf der Welt würdest du so vieles auf dich nehmen, was du für diesen kleinen ErdbürgerIn nun alles tust.
  9. Hier liegt auch die Herausforderung für Singlemum´s, gerade wenn der kleine Mensch in unserem Leben jetzt so eine hohe Priorität hat, wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Kind unser Kind, und weder unser Partner, noch unser bester Freund ist. Es werden Zeiten kommen, da müssen wir in der Rolle als Mutter sehr kraftvoll sein, müssen liebevoll Grenzen ziehen, müssen unliebsame Entscheidungen im Sinne des Nachwuchses führen. Ein Kind auf derselben Ebene wie einen Partner oder besten Freund großzuziehen, mag vielleicht liebevoll erscheinen, ist aber durchaus schädlich für die Kinder, da sie dann die Führung und Geborgenheit nicht bekommen, die sie für ein sicheres Aufwachsen benötigen.
  10. Habe eine „Emergencylade„. Eine Art Nofallkiste. Genauso wie du vermutlich deinen Wickelplatz organsiert hast, oder das Gewand in einer bestimmten Ordnung sortierst. Bereite dir eine Lade vor, mit Wickel, Fieberthermometer, Zahnkügelchen, Brust und Poposalbe. Wenn dein Kind wirklich krank ist, flippst du vermutlich, vor allem die ersten Male, und da ist es gut, nicht erst das Fieberthermometer suchen zu müssen. Im Laufe der Zeit wird diese Kiste sich dann den reelen Ansprüchen deines Kindes anpassen, und du wirst es dann vielleicht mit bestimmten Globuli, ätherischen  Ölen, Brustwickeln oder ähnlichem befüllt haben.

Und nun, habe einen schönen Honeybabymoon. Genieße deine neue Rolle, finde dich darin, nimm dir die Zeit dich darin kennenzulernen. Du und dein Kind, ihr steht nun am Anfang einer ganz neuen Zeit für euch. Diese Jahre sind einzigartig, für euch beide, genießt sie in dieser Form die sie ist! Ein einzigartiges Erlebnis!

 

 

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Warum beißt, schlägt oder verletzt mein Kind mich oder andere?

Alle Eltern erleben es, in bestimmten Entwicklungsphasen agieren die Kinder ihre Emotionen über Gewalt aus. Was dann?

In der FamilybloggerInnenszene laufen gerade die Tippfinger heiß, eine Bloggerin hat einen Post mit dem provokativen Titel verfasst „Warum stört es dich, wenn dein Kind dich schlägt?“ (Miniandme, August 2017) und die Nächste hatte gleich ihre Antwort parat „Warum es mich stört, wenn mein Kind mich schlägt“ (einerschreitimmer, August 2017). Ich respektiere beide Autorinnen gleichermaßen in ihrer Arbeit, möchte aber zu diesem Thema meine Perspektive als Pädagogin einfließen lassen.

Kinder schlagen. Kinder beißen. Kinder schmeißen Dinge. Kinder trotzen. Das ist Fakt. Es ist kein Erziehungsfehler, es ist eine Tatsache. (Klein)kinder erleben sich als das Zentrum ihres Lebens, und wenn es nicht so geht wie sie es möchten, dann finden sie einen Weg sich zu behaupten. Sie lernen sich in einem sozialen Gefüge zu behaupten. Sie lernen wer ihr „Ich“ wirklich ist.
In manchen Fällen ist es aber keine Phase mehr. Dann geht es über die „normale“ Entwicklungsstufe hinaus. Die Eltern sind am Verzweifeln, weil sie einfach nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Und hier gibt es mehrere Lösungsansätze die man durch probieren kann, bis dann eine endlich hilft.

  • Entwicklungsschritt anerkennen.
    So manche Entwicklungsschritte werden von starken emotionalen Ausdrücken begleitet, sei es trotzen, toben, werfen oder auch Grenzen wahrnehmen, einfordern. Im Zuge dieser Sprünge kann es durchaus auch sein, dass sich das Kind unter Zuhilfenahme von Beißen oder Schlagen ausdrückt. Trotz der Tatsache, dass diese Schritte einfach natürlich sind, sollte ein Elternteil schon wachsam sein, und in Kooperation mit dem Kind klar sein, dass dieses Verhalten nicht angemessen ist.
  • Konsequenz zeigen.
    Zuerst waren sie süß und goldig, da ließen wir alles durchgehen. Irgendwann beginnt es aber, kleine Erziehung, das Gewöhnen an Regeln, und Normen, zum Wohle des Kindes. Alter spielt da auch eine Rolle. Wenn sie grade drei sind, können sie sich noch  nicht in andere hineinversetzen. Da hilft es nicht, viel zu erklären oder einen Vortrag zu beginnen, warum jemand diese Dinge wehtun. Da kann man nur eine Konsequenz ankündigen und diese dann auch durchzuführen. Ab dem Alter von dreieinhalb entwickelt sich langsam so etwas wie die Fähigkeit, Handlungen und deren Auswirkungen zu erkennen. Da kann man natürlich zusätzlich im Sinne gewaltfreier Kommunikation zu einer Familienkonferenz rufen, und Handlung und Auswirkung besprechen.
  • Grenzen setzen.
    Manchmal ist Aggression und Wut auch ein Zeichen dafür, dass man eine Grenze von außen braucht. Kinder brauchen manchmal gesunde und achtsame Grenzen,um zu wissen was sie können oder dürfen und was nicht. Es braucht keine Gewalt um einem Kind klar zu machen, dass es eine Grenze hat. Und es braucht keine stundenlangen Erklärungen um dem Kind zu erklären, warum diese Handlung jetzt nicht in Ordnung ist. Diese Grenze ist erreicht und ich bin die Erwachsene. Ich entscheide zum besten Wohle von dir und allen Beteiligten. Wenn dich das wütend macht, ist das in Ordung. Dann kannst du deine Wut auch gerne in Polster, Kuscheltier, oder Wutecke ablassen. Manchmal muss man klar sein mit Kindern.
  • Bedrängnis. Das bisschen „zuviel“
    Bedrängnis führt zu Hilflosigkeit. Hilflosigkeit führt zu dem Versuch, einen Ausweg zu finden. Wenn ein Kind ein Zuviel an Nähe erfährt, oder ein Zuwenig an Zuwendung, dann greift Gewalt zur Verteidigung auch. Denn diese Gewalt hält mir die Menschen vom Leib, die meine Grenzen nicht respektieren. Oder es bringt diese Menschen dazu, sich mit mir zu beschäftigen, wenn sie es nicht tun.  Diese Gewalt kann ein Ausdruck nach mehr Berührung oder Nähe sein, oder auch die ersten Wege des Kindes zu zeigen, dass es seine eigene Privatsphäre braucht. Wie in vielen Bereichen der Erziehung gilt es, achtsam seine eigenen Projektionen zu überprüfen. Denn bei diesem Punkt sind es oft die blinden Flecken der Eltern, die eine Verbesserung der Situation nicht erlauben. Ein Gespräch mit vertrauten Menschen hilft, die Bitte an Außenstehende ihren Eindruck von der Situation zu kommunizieren. Allerdings ist das natürlich mit dem Risiko behaftet, dass man „Kritik“ hört. An dem Punkt muss man einfach vermeintliche persönliche Angriffe herausfiltern, und hören was der Andere in Bezug auf das Reaktionsmuster des Kindes zu sagen hat. Daher, die Person die man für diese Aufgabe auswählt genau aussuchen, es sollte jemand mit einem gewissen Maß an (Selbst)reflektion sein.
  • Vorbild.
    Traurig, aber wahr, es gibt immer noch genug Familien bei denen die „gesunde Watschen“ als Ausdruck von Erziehung verwendet wird. Ganz persönlich finde ich das in diesen Zeiten nicht notwendig, oder passend. Aber ich möchte ehrlich sein, und als Pädagogin die Frage stellen, wenn physische Gewalt als Mittel zur Erziehung gewählt wird (auch wenn nur in Ausnahmefällen), dann ist es nur die logische Konsequenz, wenn das Kind zu ähnlichen Mitteln greift, um seine Bedürfnisse zu äußern. Zu Gewalt zählt übrigens auch, wenn es stundenlange zermürbende Streiteien mithören muss, denn am Vorbild der Eltern lernt es dann, das es okay ist sich gegenseitig zu beschimpfen oder anzuschreien.

In dem Sinne „gebt ihnen Wurzeln und Flügeln“. Viel Erfolg beim Durchdenken und Durchtesten aller Möglichkeiten!

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Der Charakter unserer Kinder, von Anfang an, und die 5 Merkmale einer Persönlichkeit

Wir leben in einer Zeit wo viel über Erziehung geschrieben wird. Wo in den Bücherkästen der Eltern vor der Geburt schon Ratgeber stehen, die uns den Umgang mit dem neuen Menschen auf dieser Erde beibringen sollen. Für uns ist es mittlerweile vollkommen klar, dass unsere Kinder von Anfang an Persönlichkeiten haben, und wir sie unterstützen bei dem was sie mitbringen, und wie sie es entwickeln. Oder ist uns das wirklich so klar?

Um zu erklären, welche Entwicklung hinter uns liegt, hole ich ein wenig aus. 1762 schrieb Rosseau, ein Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge den Roman „Emile, oder über die Erziehung“ Für seine Zeit war dies ein revolutionäres Werk, da er als einer der Ersten, reformpädagogische Grundsätze veröffentlichte und zur Diskussion stellte. Denn bis zu dem Zeitpunkt war ein Kind einfach nur eine Arbeitskraft, Zierde, Bürde, und ein Klumpen Wachs den kompromisslos zu formen galt. Jede Entscheidungsfähigkeit und Persönlichkeit wurde dem Kind abgesprochen.  Nun ist das schon eine Zeit her, und es gedauert,  denn nun, fast 150 jahre später ist uns als Gesellschaft klar geworden, dass unsere Kinder nicht nur formbare Wesen sind, sondern durchaus auch schon ihre Besonderheiten mit auf die Welt nehmen.

Wieder ein Jahrhundert später schrieb eine Reformpädagogin, Maria Montessori, dem Kind die Eigenheit zu zwar formbar wie Wachs zu sein, aber im selben Zuge stellte sie fest, dass diese Formbarkeit nur im Rahmen der Persönlichkeit des Kindes stattfinden könne, und durch den Erwachsenen ein sorgsamer Umgang im Versuch das Kind zu gestalten notwendig ist, um das Wesen des Kindes nicht zu zerstören.

Und trotz all der Theorie die schon hinter uns liegt, jeder hat seinen eigenen Zugang zu dem Thema. Auch ich habe dazu einen sehr persönlichen Post geschrieben [ http://birdiesworld.at/2017/04/05/so-wie-du-bist-so-bist-du-gedacht/ ]

Und was behauptet die Wissenschaft? Genetiker beaupten wir bestünden aus einer 50:50 Mischung von Veranlagung und Umwelteinfluss. Das bedeutet für uns also, wir erziehen unsere Kinder, setzen ihnen Grenzen, geben ihnen Rahmenbedingungen, aber zu 50% haben sie bereits von Anfang an ihren Charakter, ihr Wesen und gehen mit ihrer eigenen Art mit unserem Einfluss um. Die wichtigsten Faktoren für eine Persönlichkeit setzt sich aus folgenden fünf Merkmalen zusammen, und einiges davon wird maßgeblich von Genetik bestimmt:

  • Intelligenz,
    es geht hier darum ob unsere Kinder in der Lage dazu sind, Probleme zu lösen, über eine Auffassungsgabe verfügen, und ob deren Merkfähigkeit und Lerntempo angemessen sind. Als Eltern können wir die fördern, indem wir ihnen die Sicherheit geben selber ihr Potential zu entwickeln, und ihnen in einem dem Kind angemessenen Alltag auch Rituale wie bspw Vorlesen anbieten, und ihre Interessen fördern. Die Genetik bestimmt 50% dieses Faktors.
  • Charakter
    Logischerweise ist der Charakter schon großteils angelegt, und über die genetischen Bedingungen bestimmt. Der Einfluss über das Elternhaus ist überschaubar. Natürlich sind die Eltern wichtig, aber auch nur ein Teil im sozialen Gefüge dass das Kind prägt.
  • Sozialkompetenz
    In Studien wurde bewiesen, dass beispielsweise Freigiebigkeit oder Geiz angeboren sind. Aber natürlich lernt das Kind im sozialen Miteinander, an Vorbildern und im sozialen Umfeld auch gewissen Regeln, die es in der Gesellschaft anwendet. Aber offensichtlich kann man nicht unbedingt ein geiziges Kind in ein freigiebiges „umerziehen“
  • Resilienz
    Die seelische Widerstandskraft ist uns angeboren. Nach einer Niederlage wieder aufstehen und weitermachen? Das liegt nicht jedem im Blut. Aber wir können es üben, und unseren Kindern durch liebevolle Unterstützung beibringen dass man weitermachen kann, einfach aus Freude am Tun. Ein gutes soziales Netz kann den Faktor Resilienz stärken und so zu einer starken Persönlichkeit beitragen.
  • Talente
    Sind im Erbgut angelegt. Wir kommen schon mit gewissen Gaben auf die Welt, und unsere Umwelt ermöglicht uns einfach, oder auch nicht, diese auszuüben. Als Eltern können wir ohne Stress zu machen die Talente unserer Kinder erkennen und sie unterstützen. Für die Eltern ist aber da eine Sache ganz bedeutend. Übertrage nicht deine Träume auf dein Kind. Es findet seinen eigenen Weg seine Gaben zu leben.

Also wir sehen, es ist nicht so abwegig in einem Baby von Anfang an gewisse Wesenszüge zu erkennen, und wir tun gut daran, dies als Tatsache anzuerkennen, und dann mit dem Charakter des Kindes von Anfang an zu kooperieren. Erziehung ja – verbiegen nein, bei all dem was wir Erziehung nennen, ist es für alle Beteiligten wichtig und richtig von Anfang an zu wissen, welche Persönlichkeit einem da gegenüber steht.

 

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