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Pädagogik im Praxistest

Zehenspitzen – Luftgänger, wie krieg ich die Füße meines Kindes auf den Boden?

Immer wieder beobachte ich Kinder (inklusive meinem) die „Zehenspitzen – Geher“ sind, Kinder die die Welt auf Zehenspitzen erobern, sogar manchmal auf Zehenspitzen laufen, und die Sohlenmuskulatur bis zum Anschlag trainieren. Die Eltern dieser Kinder machen sich oft Sorgen, Ärzte werden befragt, Freunde, und Famlie, irgendwo wüsste man gern wie man seinen Zehenspitzengeher beibringt, dass er/sie die ganze Sohle verwenden kann.

Prinzipiell sei gesagt, dass es normal ist, während des Prozesses des Gehen-lernens unterschiedliche Methoden der Fortbewegung zu favorisieren. Wenn das Gehen sich dann verfestigt, dann kann man ans Feintuning gehen.

Ich war einmal auf einem Elternseminar von Dr. Rogge, dem Autor und Erziehungsberater, und holte mir da folgenden Tipp ab:
„Gib deinem Kind Erdung“. ( Elternseminar bei Dr. Rogge ) Wenn wir das Gefühl haben, unser Kind sei vielleicht zu flatterig, oder will eben „die Füße nicht auf den Boden setzen“, dann hilft oft eine regelmäßige Kuscheleinheit in Form einer leichten Fußreflexzonenmassage. Umfasse die Sohlen deines Kindes, kitzel sie, gib ihnen mit sanften Druck und Gegendruck auf die Sohlen das Gefühl des „da seins“. Ih könnt das auch einfach in ein Morgen, oder abendritual einfließen lassen.

Quelle pixabay.com

 

 

 

 

 

Auch hilfreich ist es, die Kinder über unterschiedliche Materalien spüren lassen, wie sich die unterschiedlichen Untergründe anfühlen, bastel einen Parcour aus zb Holz, Stein, Sand, Gras oder ähnlichem. Lass es spüren, wie sich das auf den Sohlen anfühlt.

Beobachte es beim Laufen, läuft es auf Zehenspitzen, oder auf der ganzen Ferse? Wenn es beim Laufen geht, dann wirds mit dem Gehen auch irgendwann funktionieren.

Vor allem im Sommer, Barfusslaufen ist die absolute Devise!

Wald erforschen. Klingt komisch, und ist sicherlich ein schöner Familienausflug. Manche Zehenspitzengeher brauchen wirklich noch Erdung. Der Wald, Bäume, Wiese, kleine Bäche, all diese Dinge sind ganz natürliche Mittel um sich selber in die Mitte, und manchmal ganz auf diese Erde zu bringen (gilt übrigens auch für Erwachsene).

Ältere Kinder können beim Kinderyoga sehr über gezielte Übungen ihren Körper spüren, und so vereinzelten Körperteilen mehr Aufmerksamkeit schenken.

Und dann wäre da doch die Neugierde. Sich nach oben strecken und größer machen ist ganz natürlich. Wenn man größer sein will, als man ist, und alles mitbekommen möchte. So ist das auf Zehenspitzen gehen sicherlich auch für einige Kinder, eine gute Methode zu zeigen „ich kann das, und noch mehr, ich bin schon so groß“ und für manche ein Signal für „ich bin noch nicht ganz da, bitte gib mir ein bisschen Erdung“.

Es ist also ganz im Ermessen des Beobachters, was er aus dieser Information ziehen will, prinzipiell sei gesagt, ich kenne viele Kinder die anfangs auf den Zehenspitzen gegangen sind, und irgendwann damit aufgehört haben. Wenn du deinem Kind aber dabei helfen willst, damit das zügiger geht, dann hast du hier hoffentlich ein paar Inspirationen gefunden!.

 

 

 

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Singlemum – mit den Tipps schaffst du es spielend – oder – how to be a singlemum

Kleine Spoiler Warnung gleich anfangs ;), dieser Beitrag ist nicht nur für singlemums. Sondern an alle Mamas da draussen, die vielleicht gerade in der Anfangszeit mal ein bisschen Input für die erste Zeit mit dem neuen Menschen brauchen, für den sie nun 24/7 zuständig sind.
Eine Freundin von mir hat kürzlich ihr Baby bekommen. Sie ist eine singlemum. Alleinerziehend. Etwas, dass oft genug geschieht, aber selten besprochen wird. „How to be a singlemum“ Im englischen geht es einem leichter über die Lippen. Das deutsche „Wie ich alleinerziehende Mutter bin“ klingt nach einsam kämpfender Amazone. Nach mitleidigen Blicken, nach verweinten Nächten und überhaupt irgendwie schwer. Aber hier ist die Sache, Mutter sein ist ansich kein Kinderspiel. Egal ob mit oder ohne PartnerIn. Aber je leichter wir es nehmen, desto leichter nimmt es uns.

Wenn ich etwas gelernt habe die letzten Jahre, dann wohl dass man sich nicht zu ernst nehmen sollte, und dass gute Organisation und Unterstützung vieles im Alltag erleichtern. Die Kolliken kann ich dir nicht ersparen, die kurzen Nächte auch nicht. Aber ich kann dir versprechen, sie halten nicht an, und du bist nicht ewig singlemum, und du wirst irgendwann auch wiedermal mehr als drei stunden am Stück schlafen.

Hier meine wichtigsten Tipps:

  1. Nimm deine Situation nicht zu ernst. Vieles das Anfangs schwer erscheint, wird später leichter sein, oder folgte dem eisernen Mamamantra „es ist nur eine Phase“.
  2. Das führt mich zum wichtigsten Spruch „Es ist nur eine Phase„. Das wird dein Mantra der nächsten Monate, Jahre. Vieles im Leben deines Kindes wird eine Phase, manchmal ein Beginn von etwas, sein. Sei es die erste Selbstständigkeit, erste Gehversuche, die ersten Trotzanfälle. Alles gehört zu seiner Entwicklung, alles ist notwendig und gut wie es ist.
  3. Hol dir Hilfe, oder Unterstützung, vor allem wenn du dich hilflos fühlst.
    Früher gab es Omas, Opas und Geschwister, heute gibt es meistens im Leben einige Freunde, die uns auf Etappen unseres Lebens begleiten. Wenn deine Familie nicht kann, oder will, verlass dich auf Freunde die Kinder mögen, oder selber Eltern sind. Du musst auch andere Menschen in euer Leben lassen, denn…
  4. verlange nicht zuviel von dir und vergleiche deine Situation niemals mit Anderen. Am schlechtesten ging es mir, als ich zuviel von mir verlangt oder mich verglichen habe. Als ich alles perfekt haben wollte, und doch nichts ging. Du kannst dein Kind auch mal abgeben, an Menschen denen du vertraust, die es gut behandeln, und die Stunde kannst du zum Schlafen nützen.
  5. Und gönne dir auch mal Auszeiten. Sei es eine Stunde spazieren, mal baden in Ruhe. Schau dass jemand auf das Kleine schaut, und lass dich kurz mal gehen. Und denke um Gottes Willen ja nur an dich.
  6. In der ersten Zeit empfehle ich dir auch – nütze jede Möglichkeit zu schlafen. Der Schlafrythmus deines Kindes diktiert die erste Zeit deinen. Akzeptiere es einfach, dagegen anzukämpfen macht nur müde.
  7. Lass jeden Anspruch an Perfektion los. Unordnung ist gerade dein Freund. Egal ob es um eine blitzblanke Wohnung geht, um einen Wäscheberg, oder eine Pediküre die du bräuchtest. Das ist der Zeitpunkt wo du nicht perfekt sein musst. Das einzige was du musst und darfst, ist den Honeymoon mit deinem Kind zu genießen. Es kennenzulernen, sich aufeinander einzulassen. Denn …
  8. das ist die größte Liebesbeziehung die du jemals in deinem Leben hast. Ich kenne keine Beziehung auf zwischenmenschlicher Ebene, die so eine Kraft wie eine Eltern-Kind Beziehung hat. Es ist eine ganz besondere Art von Verbindung die niemals reißen wird. Keine Liebesbeziehung wird jemals an diese Tiefe heranreichen. Für niemanden auf der Welt würdest du so vieles auf dich nehmen, was du für diesen kleinen ErdbürgerIn nun alles tust.
  9. Hier liegt auch die Herausforderung für Singlemum´s, gerade wenn der kleine Mensch in unserem Leben jetzt so eine hohe Priorität hat, wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Kind unser Kind, und weder unser Partner, noch unser bester Freund ist. Es werden Zeiten kommen, da müssen wir in der Rolle als Mutter sehr kraftvoll sein, müssen liebevoll Grenzen ziehen, müssen unliebsame Entscheidungen im Sinne des Nachwuchses führen. Ein Kind auf derselben Ebene wie einen Partner oder besten Freund großzuziehen, mag vielleicht liebevoll erscheinen, ist aber durchaus schädlich für die Kinder, da sie dann die Führung und Geborgenheit nicht bekommen, die sie für ein sicheres Aufwachsen benötigen.
  10. Habe eine „Emergencylade„. Eine Art Nofallkiste. Genauso wie du vermutlich deinen Wickelplatz organsiert hast, oder das Gewand in einer bestimmten Ordnung sortierst. Bereite dir eine Lade vor, mit Wickel, Fieberthermometer, Zahnkügelchen, Brust und Poposalbe. Wenn dein Kind wirklich krank ist, flippst du vermutlich, vor allem die ersten Male, und da ist es gut, nicht erst das Fieberthermometer suchen zu müssen. Im Laufe der Zeit wird diese Kiste sich dann den reelen Ansprüchen deines Kindes anpassen, und du wirst es dann vielleicht mit bestimmten Globuli, ätherischen  Ölen, Brustwickeln oder ähnlichem befüllt haben.

Und nun, habe einen schönen Honeybabymoon. Genieße deine neue Rolle, finde dich darin, nimm dir die Zeit dich darin kennenzulernen. Du und dein Kind, ihr steht nun am Anfang einer ganz neuen Zeit für euch. Diese Jahre sind einzigartig, für euch beide, genießt sie in dieser Form die sie ist! Ein einzigartiges Erlebnis!

 

 

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Familienalltag organisieren, mit diesen Tricks organisierst du ganz einfach euren Familienalltag

Posted in Mamis B[A]Dtime stories, Pädagogik im Praxistest
on 16. Januar 2018

Familienalltag zu organisieren ist nicht leicht. Zwischen Job, Verpflichtungen, Haushalt, Hobbies und Kind, verliert man schon gern mal den Überblick. Weil mir das selber an mir am Nerv geht, habe ich euch meine besten hacks von BloggerInnen und Elternmagazinen zusammengesammelt die euch euren Familienalltag erleichtern. Denn manchmal kommen wir uns vor, als würden wir wie das Duracell Männchen rennen und die Batterien laufen und laufen. Und trotzdem krieg ich nicht fertig was ich gerne fertig hätte. Und bevor ich die Nerven wegschmeiß ( siehe auch Warum das Mamaburnout keine Lüge ist ) schmeiß ich lieber die schlechte Laune über Bord und hole mir Schwarmwissen.

1) Magnetttafel für den Wochenplan
Ich werd daheim die Magnettafel von ihren Stickern entstauben und mir einen konkreten Plan für die Woche erstellen. Kleine verschiebbare Plaketen, mit dem Inhalt, Bad putzen, Glasmüll weg, Schreibzeit fürs Buch, Kuchen backen, vorkochen, etc. sollten mir den Alltag erleichtern.

2) Nicht zuviel planen
Es tut nicht gut sich selber so zuzuplanen dass man dann den Plan selber nicht mehr einhalten kann, ich werde also eine Putzaction (die nicht täglich sein muss) pro Tag einplanen, und Qualitätszeit mit dem Kleinen.

3) Qualitätszeit
Nicht zu vergessen bei Alltag, Haushalt, Job, Kochen, Kurs und so weiter, ist die Zeit für die Kleinen zu sichern. Und wenn es dafür ein Zeitfenster geben auf der Magnetwand gibt, dann hält man sich vielleicht sogar eher dran.

4) Halte die Listen täglich up to date
Jeden Tag in der Früh schiebe ich dann meine Magnetfenster in die passenden Ebenen. Klar gibt es auch fixe Dinge die schon fest stehen, aber einen Tag kann man häufig erst am Vorabend oder in der Früh richtig einschätzen.

5) Prioritäten
Was ist wirklich wichtig für dich und deine Familie, lerne auch mal Bitten auszuschlagen die unnötig sind, wir müssen niemand beweisen dass wir gut backen können, nur weil der Eltern verein was braucht. Man kann Kuchen auch kaufen (siehe Bad Mums 😉 )

6) Puffer
Plane Zeitpuffer ein, wenn du zu eng planst, bedeutet das nur Stress, und bessere Organisation soll uns doch mehr Ruhe verschaffen.

7) Ich-Zeit
übrigens, mit der besseren Organisation sollte es dann mal möglich sein, auch sich selber Auszeiten zu nehmen.

8) Wocheneinkauf
Wenn du die Chance hast, plane deinen Einkauf für die Woche, mach Menüpläne, kaufe für mehrere Tage ein. Einkaufen ist ein wahrer Zeitfresser, und es ist leichter, wenn man einfach einmal in der Woche geht, und dann ist es erledigt. Ich kenne eine Mama von sechs Kindern, die ihren Einkauf sogar im Monatstakt plant, eingekauft wird einmal die Woche, aber geplant für den Monat. Eine bewundernswert organisierte Frau

9) Wäsche
Die Mama von sechsen hatte auch einen tollen Wäschetrick in Bezug auf Socken, jedes Kind hatte eine eigene Sockenfarbe, so wussten sie immer wer welche hat. Sie hatte auch einen Wäschetag pro Woche, wo dann vor der Lieblingsserie im Akkord gefaltet wurde. Der Berg wurde dann halt immer vor Greys Anatomy abgearbeitet.

10) Fixe Wochentage
Ich koche ja für den Kleinen Essen für die Krippe vor, deswegen nimmt Kochen bei uns viel Zeit ein. Für mich bietet sich an, einmal in der Woche (am Besten Sonntags) einen großen Nachspeisenkuchen und die Suppe vorzukochen, dann bekommt er den (jeweils tiefgefroren) mit für die Woche, und ich muss mich dann am Vortag nur um die Hauptspeise kümmern. Ansonsten halt ich mich an den Tipp, das Wochenende für die Familie freizuhalten.

Und zu guter Letzt sei folgendes festgehalten, ich bin keine Maschine, meine Familie auch nicht und auch Listen können nicht alles lösen ( siehe auch Listen statt Schlafen  ). Aber es ist einen Versuch wert, und gibt mir vielleicht ein bisschen mehr Ruhe, denn wenn die Listen real sind, dann fliegen sie nicht m Kopf herum.

 

 

Weiterführende Links:

https://www.kizz.de/erziehung/familienalltag/zeitmanagement-im-familienalltag-nie-mehr-stress

https://www.eltern.de/familie-und-urlaub/familienleben/zeitmanagement.html

https://www.vigo.de/de/vorbeugen/familie_und_kinder/familienalltag/tipps_familienalltag.html

https://www.mamiweb.de/familie/10-tipps-zum-zeitmanagement-im-familienalltag/1

https://www.vigo.de/de/vorbeugen/familie_und_kinder/familienalltag/tipps_familienalltag.html

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Was haben Halloween und Allerheiligen gemeinsam?

Posted in Mutterschaft, Storytelling, Geschichten des Lebens
on 31. Oktober 2017

Heute ist „Halloween“, morgen der 1.11. und somit Allerheiligen. Wie kann ich diese Feste in meinen Familienalltag integrieren, und woher kommen sie überhaupt?

Es gibt Feiertage, und Spasstage. Fasching ist ein Spasstag. Halloween wurde auch zum Spasstag gemacht. Ich konnte aber diesem „Spaß“ nie besonders gut verstehen, zu speziell ist für mich die Zeit um den ersten November. Aber ich habe ein kleines Kind, das wird irgendwann nicht um dieses „Halloween feiern“ rumkommen. Ich merke das gerade, weil ich geringfügig in einer Schule jobbe, und tatsächlich wird in der Nachmittagsbetreuung ein „Gruselfest“ gefeiert. Darum versuche ich zu verstehen, woher dieses Brauchtum kommt, damit ich irgendwann auch im Familienkreis gut damit umgehen kann.

Wo haben diese Feste ihren Ursprung?

Halloween hat seinen Ursprung in der alten irischen Geschichte, es ging um „Samhain“, das Ende des Sommers. Die Kelten feierten dieses Fest um die abgeernteten Früchte des Herbstes zu feiern, aber auch um sich für die dunkle Zeit des Jahres zu wappnen, und die bösen Geister mit ihren eigenen Gruselmasken zu vertreiben. Ein bisschen erinnert mich das übrigens an den Krampus, der ja auch die zusätzliche Funktion hat, die „Mächte der Finsternis“ abzuhalten und auszutreiben.

Foto by unsplash.com/photos/y_dCjaRWthY

Allerheiligen ist im Gegenzug ein sehr christliches Fest, wo es hauptsächlich darum geht, der Verstorbenen in Liebe und Respekt zu gedenken. Die Kirche bestreitet einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Festen. Allerdings kommt man nicht umhin eine Verbindung zu bemerken. Es geht um den dünnen Vorhang zwischen Leben und Tod. Um den Umgang damit, Angst die man versucht zu vertreiben, Liebe die man sendet, Dankbarkeit die man fühlt. Eines kann man nicht leugnen, bei beiden Festen schauen wir der „Anderswelt“ in die Augen.

Wie kann ich Halloween kinderfreundlich machen?

Die Fantasiewelt unserer Kleinen ist enorm. Sie schlafen und schrecken mitten in der Nacht auf, weil sie ein Monster unter dem Bett vermuten. Sie putzen beim Zähneputzen ihre Monster weg, und sie schrecken sich, wenn es laut ist. Ich spare Halloween aus. Ich finde es nicht notwendig da mein Kind sowieso genug zu verarbeiten hat. Wenn man aber ein interessiertes Kind hat, kann man durchaus mit Bastelarbeiten, wie geschnitzten Kürbissen und gebastelten Masken Halloween gedenken. Jeder muss für sich selber entscheiden ob das eigene Kind dazu in der Lage ist, Gruselgesichter auszuhalten, oder Fantasiegeschichten von Monstern und Untoten. Ich halte mich an geschnitzte Kürbisse, und sonstige Herbstbräuche.

Und Allerheiligen, da geht’s doch auch um die Toten?

Vielleicht ist der größte Unterschied zwischen den Festen die Aufregung und die Stille. Wenn wir auf den Friedhof gehen, oder einfach nur zuhause eine Kerze für Oma anzünden, dann machen wir es in Stille. Wenn wir gemeinsam zuhause Striezel essen, und Familienzeit haben, dann ist es ruhig, besinnlich. Klar, es geht immer noch um die Menschen die gestorben sind, die wir vermissen, die einen Platz in unserem Herzen haben, aber wir haben keine Angst vor ihnen. Wir senden ihnen unsere Liebe. Auch wenn es für viele von uns schwer ist, zum Leben gehört auch der Tod. Und es ist nicht möglich unseren Kindern diese Information vorzuenthalten. Mein Sohn weiß, dass im Himmel noch eine Oma und ein Opa ist. Und jenseits von diversen Glaubensvorschriften durch diverse Kirchen, Fakt ist, die Menschen die nicht mehr in unserem Leben sind, leben immer in unserem Herzen. Es wäre nicht richtig, sie zu leugnen oder wegzuschieben. Darum hat für mich Allerheiligen eine tiefere spirituelle Bedeutung.

Photo by Daria Tumanova on Unsplash

Feste sind wichtig, deren Bedeutung zu wissen auch.

Auch wenn ich kein Liebhaber von Halloween werde, ich kann es akzeptieren. Wenn mein Sohn irgendwann darauf besteht, auf ein Gruselfest zu gehen, dann werden wir uns zuerst hinsetzen und besprechen woher dieses Fest kommt. Damit der weiß, warum es das gibt. Genauso machen wir es mit allen anderen Festen. Ob Nikolaus, Weihnachten, Ostern, alle Feste im Jahreskreis haben eine Bedeutung. Nur weil sie katholisch sind, sind sie nicht besser oder schlechter als ein keltischer Brauch. Wenn wir auf ein Mittsommerfest gehen, wird er genauso wissen, warum es das gibt, ebenso wie Pfingsten.

Ich werde heute Nachmittag in meiner Schule mit den Kindern „feiern“ und mit jedem Gruselgesicht die „bösen Geister“ vertreiben, die sich rumtreiben. Und morgen, morgen werden wir eine große Kerze anzünden. Ich werde meinem Sohn ein Fotoalbum zeigen, wo er Bilder von seiner Oma sieht. Ich werde ihm erklären, dass sie ihn immer von ihrem besonderen Ort aus beschützt. Und vielleicht werde ich traurig sein, weil ich sie vermisse. Aber das ist in Ordnung so, weil auch in der Traurigkeit nur die Liebe versteckt ist, die uns immer verbindet.

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„Mach es zu deinem Projekt…“ – wenn Mamasein zum Projekt wird

Wenn Kinder zum Projekt werden, wenn das Mamasein ins Unternehmertum eintritt, und frau plötzlich eine „Mompreneur“ ist. Dann frage ich mich, obs dabei noch um das Gefühl geht, oder das Kind eine Facette für Unterhaltung und Existenz wird.

Vorab, ich habe den Hasthag #mompreneur selber schon einige Male verwendet. Aber noch nie wirklich darüber nach gedacht. Als Familienbloggerin, bzw Mamabloggerin, schreibe ich über unser Leben, (also eigentlich bin ich dann LEBENSbloggerin) ich plaudere aus dem Nähkästchen, und erzähle Geschichten von, und über mein Kind.  Ich könnte vielleicht sogar ein wenig davon leben, wenn ich in SEO, Follower und Marketing investiere. Da ich das aber nicht tue, plätschert mein Blog schön ruhig dahin.

Klar, ich bin Pädagogin, also auch „Entrepeneur“ wenn ich irgendwann mein Buch endlich draussen habe, und erfolgreich Seminare anbiete, aber muss ich mir nun – nur weil ich Mutter bin – eine neue Rolle als „mompreneur“ aufschwatzen lassen? Es ist ein schmaler Grat im Netz zwischen Information und Hosen-owi-Beiträgen. Es ist ein schmaler Grat über das eigene Kind zu berichten, private Einblicke zu gewähren, und nicht zu wissen, wer in diesen Momente mitliest.

Mich nervt dieser neue Begriff ein wenig. Er degradradiert irgendwie die Rolle meines Kindes, aber auch mich als Mutter. Dadurch, dass ich mich „mompreneur“ nenne, wird mein Kind instrumentalisiert. Indem ich darüber schreibe, erlaube ich die Zuordnung von Stereotypen, lasse manchmal sehr private Momente sehr öffentlich werden, und was ich am schlimmsten finde – ich monetarisiere eigentlich meine Rolle als Mutter. Ich mach zu Geld was für mich die natürlichste Sache der Welt ist. Ich möchte als Unternehmerin gesehen werden, und nicht als Mama-unternehmerin. Oder schon jemals einen „dadpreneur“ gesehen? Männer werden weiterhin Unternehmer genannt, Frauen bekommen einen neuen Begriff.  Und lassen zu, dass ihre Rolle als Mutter ihr Unternehmertum definiert. Ich wage zu behaupten dass dieser Begriff hauptsächlich von den neuen selbstständigen Berufen kommt, Jobs wie Bloggerinnen, direkt Markteing, direkt Vertrieb. Schon mal diese Jobs auf Seriösität überprüft? Nahezu alle Jobs ohne Zusagen, Sicherheiten. Man muss meistens etwas im Hintergrund haben, einen Mann, einen Zweitjob, ein großes Erbe, und manchmal alles auch einmal. Und ich habe diese „Jobs“ in einer Facebook Gruppe mit dem Namen „Jobs für Mütter in …“ verfolgt, alles „Taschengeld“jobs mit direktvetrieb. Mal ehrlich, nur weil ich Mama bin, muss ich also liebend gerne Parties für Produkt xy geben?

Meine Conclusio; solange es keine #dadpreneurs gibt, gibts für mich auch keine #mompreneurs mehr. Mein Kind ist meine persönliche Erfahrung und Freude und soll keine Geldquelle sein. Wenn etwas zu Geld wird, dann sollen es meine Geschichten sein, mein Blick auf die Welt, meine Erfahrungen. Da ich aber eine rege Beobachtungsgabe habe, wird der geneigte LeserIn weiterhin Berichte aus dem pädagogischen Alltag in meinem Blog lesen. Aber er oder sie wird sich der Tatsache stellen, dass ich mitunter auch über das schreibe was ich im Außen beobachte. Und – ich bin UNTERNEHMERIN – allein durch die Person die ich bin. Vielleicht beeinflussen mich meine Umstände, aber auch die Verkäuferin, Chemielaborantin oder Mechanikerin sind Mütter, und verkaufen oder schrauben dadurch auch nicht anders am Produkt.

Wahre Emanzipation bedeutet,  Männer und Frauen dieselben Fragen zu stellen, und auszuhalten, dass ihre Antworten voneinander abweichen, weil sie Menschen sind, und nicht weil sie Vater oder Mutter sind.

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Friends in the house?

Posted in Mutterschaft, Pädagogik im Praxistest
on 9. September 2017

Ich hatte mir immer ein Kind gewünscht. Was sich aber außer der eigenen Frauenrolle verändert, sind häufig unsere Freundschaften. Das kam für mich überraschend.

Wenn wir schwanger werden tauchen wir in eine neue Welt ein. Vor allem beim ersten Kind ist alles neu, aufregend und unser bisheriges Leben verblasst. Salsaabende mit Freundinnen? Sexandthecity Cockails zuhause mischen? Eine Nacht durch die Stadt ziehen? Alles wird unwesentlich mit der neuen Verantwortung und Rolle die wir nun erleben. Ich bin aus der Stadt, die mir 18 Jahre lang ein zuhause war, weggezogen, und dachte es würde kein Problem werden, neue Bekanntschaften zu schließen. Aber ich habe mich getäuscht. Und ich habe mich umgehört, und tatsächlich ist es für viele Mütter ein Thema Freundschaften mit Kind zu erhalten und zu pflegen. Die „kinderlosen“ haben keine Lust sich auf Kinder einzustellen, und die mit Kindern sind überbeschäftigt mit ihrer eigenen Familie.

Aber nun zu meinem Umzug. Eine Freundin sagt mir damals, das wäre kein Problem, ich würde andere Frauen am Spielplatz, in der Krippe, im MuKi Kurs treffen. Das stimmte ja auch. Mütter treffen andere Mütter. Aber selten sind das Freundinnen, sie sind Mütter deren Kinder mit meinem Kind spielen. Sie sprechen über Impfungen, Kuchenrezepte und dass ihr Mann zuviel arbeitet. Sie erzählen sich NIE von ihren Träumen, Wünschen oder Visionen, oder wie sie sich ihre Kraft wieder holen. Sie bilden keine Kraft-frauenzirkel, sie kreisen ausschließlich um ihr Kind.
Ich behaupte da gar nicht, dass ich so anders bin, ich bin auch Vollblutmama, aber genau diese Kraftfrauenzirkel, die vermisse ich. Gespräche die stärken und unterstützen. Das schweigende (oder auch plappernde) Einverständnis, dass man außer Mutter auch noch Frau ist. Dass wir nur gute Mütter sind, wenn wir auch ausreichend Selbstliebe für uns haben.

Ich will keine Sex and the city oder desperate Housewife Fantasien. Ich will auch nicht Mac Dreamy, oder ein Loft mit Freunden in New York bewohnen (okay das Loft würd ich schon nehmen). Ich lebe in dieser Welt und nicht von Serienmontag zu Serienmontag. Und ich will in diesem Leben mein Bestes geben und mein Bestes erleben.

Ich wünsche mir Frauenkraftkreise, bei denen es ausnahmsweise nicht um unsere Kinder geht. Dass eine Mutter ein Auto aufheben würde, um ihr Kind zu retten ist uns allen klar. Aber dass wir auch verdient haben, unsere Träume zu pflegen, und wir selbst zu sein, scheint in unserer scheinbar emanzipierten Welt untergegangen zu sein. Wir behaupten wir sind emanzipiert, dabei erfüllen wir häufig nur die Bedürfnisse von anderen Familienmitgliedern.

Ein erster Schritt wäre sich gegenseitig zu stärken, und zuzuhören. Sich zu trauen diese anderen Mütter auch als Frau kennen zu lernen. Sich nicht nur in Familiensituationen zu treffen sondern sich den Luxus erlauben, wieder ein bisschen Ich-Zeit mit anderen Müttern zu haben. Und dabei geht es nicht darum wer den besten Kuchen macht. Oder ob das Outfit des Nachwuchses selbst genäht ist. Nein – es geht um DICH! Um deine Wünsche, Visionen und Kraft. Teile sie mit anderen Frauen, und ihr werdet gestärkt euren Weg gehen!

 

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Die 10 Vorteile eine Mama einzustellen

Posted in Mutterschaft, Pädagogik im Praxistest
on 11. August 2017

Seit geraumer Zeit suche ich Job, und mir kam da schon Einiges unter, und so mancher Job wurde mir wie ein Salami dem Hund vor der Nase gewedelt, nur um mir dann zu sagen, ich sei doch nicht geeignet (die „Begründungen“ die dann kamen, hatten ziemlich klar damit zu tun, dass ich ein Kind habe).

Darum liebe künftige, und auch nicht, Dienstgeber, lasst euch mal in aller Wertschätzung, die Vorteile einer Mama als Angestellte sagen, und überlegt das nächste Mal zweimal bevor ihr antiquierte  Überlegungen anstellt, dass mein Mamasein mich angeblich zur schlechteren Wahl macht. Denn FAKT ist:

  1. Wir lieben unsere Arbeit. Zwischen Alltagswahnsinn, Wäsche waschen und Essen vorkochen. Die Arbeit ist der einzige Ort, wo wir etwas leisten, ohne in Relation zu unserem Kind gesetzt zu werden. Für manche ist die Arbeit sogar Erholung.
  2. Montag morgen sind wir fit, und haben keinen Hangover vom Wochenende abzuarbeiten.
  3. Nach unseren Kaffeepausen sind wir wirklich erholt, weil fünf Minuten der Himmel zuhause wären.
  4. Wir sind die Meisterinnen im Improvisieren. Kind abholen, Haushalt schupfen, Existenz sichern. Alles täglich neu sortiert.
  5. Nein gibt es nicht, außer wir sagen es. Und dann mit gutem Grund.
  6. Wir schaffen in 30 Stunden, wozu andere 40 brauchen, und sind dabei noch entspannt.
  7. Wenn wir einen Dienstgeber haben, der uns und unsere familiäre Situation wertschätzt, dann tun wir dasselbe für unseren Boss.
  8. Wir sind super im Prioritäten setzen. Zeit verschwenden ist nicht drin.
  9. Deshalb geht das mit dem Multikasking so gut.
  10. Krankenstand? Leisten wir uns nicht. Wir heben die Tage lieber für die Masern etc unseres Kindes auf. Und dann teilen wir die auch noch auf Papa, Großeltern und co auf.

 

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Warum beißt, schlägt oder verletzt mein Kind mich oder andere?

Alle Eltern erleben es, in bestimmten Entwicklungsphasen agieren die Kinder ihre Emotionen über Gewalt aus. Was dann?

In der FamilybloggerInnenszene laufen gerade die Tippfinger heiß, eine Bloggerin hat einen Post mit dem provokativen Titel verfasst „Warum stört es dich, wenn dein Kind dich schlägt?“ (Miniandme, August 2017) und die Nächste hatte gleich ihre Antwort parat „Warum es mich stört, wenn mein Kind mich schlägt“ (einerschreitimmer, August 2017). Ich respektiere beide Autorinnen gleichermaßen in ihrer Arbeit, möchte aber zu diesem Thema meine Perspektive als Pädagogin einfließen lassen.

Kinder schlagen. Kinder beißen. Kinder schmeißen Dinge. Kinder trotzen. Das ist Fakt. Es ist kein Erziehungsfehler, es ist eine Tatsache. (Klein)kinder erleben sich als das Zentrum ihres Lebens, und wenn es nicht so geht wie sie es möchten, dann finden sie einen Weg sich zu behaupten. Sie lernen sich in einem sozialen Gefüge zu behaupten. Sie lernen wer ihr „Ich“ wirklich ist.
In manchen Fällen ist es aber keine Phase mehr. Dann geht es über die „normale“ Entwicklungsstufe hinaus. Die Eltern sind am Verzweifeln, weil sie einfach nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Und hier gibt es mehrere Lösungsansätze die man durch probieren kann, bis dann eine endlich hilft.

  • Entwicklungsschritt anerkennen.
    So manche Entwicklungsschritte werden von starken emotionalen Ausdrücken begleitet, sei es trotzen, toben, werfen oder auch Grenzen wahrnehmen, einfordern. Im Zuge dieser Sprünge kann es durchaus auch sein, dass sich das Kind unter Zuhilfenahme von Beißen oder Schlagen ausdrückt. Trotz der Tatsache, dass diese Schritte einfach natürlich sind, sollte ein Elternteil schon wachsam sein, und in Kooperation mit dem Kind klar sein, dass dieses Verhalten nicht angemessen ist.
  • Konsequenz zeigen.
    Zuerst waren sie süß und goldig, da ließen wir alles durchgehen. Irgendwann beginnt es aber, kleine Erziehung, das Gewöhnen an Regeln, und Normen, zum Wohle des Kindes. Alter spielt da auch eine Rolle. Wenn sie grade drei sind, können sie sich noch  nicht in andere hineinversetzen. Da hilft es nicht, viel zu erklären oder einen Vortrag zu beginnen, warum jemand diese Dinge wehtun. Da kann man nur eine Konsequenz ankündigen und diese dann auch durchzuführen. Ab dem Alter von dreieinhalb entwickelt sich langsam so etwas wie die Fähigkeit, Handlungen und deren Auswirkungen zu erkennen. Da kann man natürlich zusätzlich im Sinne gewaltfreier Kommunikation zu einer Familienkonferenz rufen, und Handlung und Auswirkung besprechen.
  • Grenzen setzen.
    Manchmal ist Aggression und Wut auch ein Zeichen dafür, dass man eine Grenze von außen braucht. Kinder brauchen manchmal gesunde und achtsame Grenzen,um zu wissen was sie können oder dürfen und was nicht. Es braucht keine Gewalt um einem Kind klar zu machen, dass es eine Grenze hat. Und es braucht keine stundenlangen Erklärungen um dem Kind zu erklären, warum diese Handlung jetzt nicht in Ordnung ist. Diese Grenze ist erreicht und ich bin die Erwachsene. Ich entscheide zum besten Wohle von dir und allen Beteiligten. Wenn dich das wütend macht, ist das in Ordung. Dann kannst du deine Wut auch gerne in Polster, Kuscheltier, oder Wutecke ablassen. Manchmal muss man klar sein mit Kindern.
  • Bedrängnis. Das bisschen „zuviel“
    Bedrängnis führt zu Hilflosigkeit. Hilflosigkeit führt zu dem Versuch, einen Ausweg zu finden. Wenn ein Kind ein Zuviel an Nähe erfährt, oder ein Zuwenig an Zuwendung, dann greift Gewalt zur Verteidigung auch. Denn diese Gewalt hält mir die Menschen vom Leib, die meine Grenzen nicht respektieren. Oder es bringt diese Menschen dazu, sich mit mir zu beschäftigen, wenn sie es nicht tun.  Diese Gewalt kann ein Ausdruck nach mehr Berührung oder Nähe sein, oder auch die ersten Wege des Kindes zu zeigen, dass es seine eigene Privatsphäre braucht. Wie in vielen Bereichen der Erziehung gilt es, achtsam seine eigenen Projektionen zu überprüfen. Denn bei diesem Punkt sind es oft die blinden Flecken der Eltern, die eine Verbesserung der Situation nicht erlauben. Ein Gespräch mit vertrauten Menschen hilft, die Bitte an Außenstehende ihren Eindruck von der Situation zu kommunizieren. Allerdings ist das natürlich mit dem Risiko behaftet, dass man „Kritik“ hört. An dem Punkt muss man einfach vermeintliche persönliche Angriffe herausfiltern, und hören was der Andere in Bezug auf das Reaktionsmuster des Kindes zu sagen hat. Daher, die Person die man für diese Aufgabe auswählt genau aussuchen, es sollte jemand mit einem gewissen Maß an (Selbst)reflektion sein.
  • Vorbild.
    Traurig, aber wahr, es gibt immer noch genug Familien bei denen die „gesunde Watschen“ als Ausdruck von Erziehung verwendet wird. Ganz persönlich finde ich das in diesen Zeiten nicht notwendig, oder passend. Aber ich möchte ehrlich sein, und als Pädagogin die Frage stellen, wenn physische Gewalt als Mittel zur Erziehung gewählt wird (auch wenn nur in Ausnahmefällen), dann ist es nur die logische Konsequenz, wenn das Kind zu ähnlichen Mitteln greift, um seine Bedürfnisse zu äußern. Zu Gewalt zählt übrigens auch, wenn es stundenlange zermürbende Streiteien mithören muss, denn am Vorbild der Eltern lernt es dann, das es okay ist sich gegenseitig zu beschimpfen oder anzuschreien.

In dem Sinne „gebt ihnen Wurzeln und Flügeln“. Viel Erfolg beim Durchdenken und Durchtesten aller Möglichkeiten!

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Manchmal ist es einfach still ….

Posted in Mutterschaft, Pädagogik im Praxistest
on 26. Juli 2017

Ich suche seit geraumer Zeit nach Arbeit. Das war nicht schlimm, bis ich nach zwei Wochen Probezeit wieder arbeitssuchend war. Was dann passierte und wie es nun weitergeht.

Ich bin Mama eines zweieinhalbjährigen. Da ist es nicht ganz einfach wieder im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Ich konnte aufgrund des Umzugs, und der kinderunfreundlichen Arbeitszeiten, nicht in meinen alten Job als Hortpädagogin zurück. Und nun bin ich hier, in einem quasi neuen Bundesland, mit neuen Lebensbedingungen, und versuche wirklich einen neuen Job zu finden. Wohlwissend, dass ich nun mehr „Einschränkungen“ als junge Mutter erlebe als zuvor.
Dass ich Alleinerzieherin bin, dass ich nur zu „Kinderkrippenzeiten“ arbeiten kann (inklusive Fahrtswege), dass ich eine Frau bin die noch ein Kind bekommen könnte, all das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass ich zu Gesprächen eingeladen werde. Als ich dann endlich einen Bürojob im gehobenen Bereich ergattern konnte, freute ich mich riesig, und dachte, dass jetzt alles wieder leichter wird. Aber das war leider gar nicht zutreffend. Der Job erwies sich als Wolf im Schafspelz, was zwischenmenschlich zuvor leicht schien, entpuppte sich als trojanisches Pferd, und so musste ich augrund massiver Probleme mit dem Management diesen Job aufgeben. Immerhin, zwei Wochen lang hatte ich es wirklich probiert, aber es war mir nicht möglich, diese Konflikte zu lösen, ignorieren, oder umzuleiten. Manchmal muss man handeln, auch wenn man weiß, dass die alten Probleme dann wieder auftauchen.

Anfangs war ich erleichtert, erholte mich von den Krisen die ich da erlebt hatte (ich kann aus Gründen der Privatsphäre der betroffenen Personen nicht näher auf die Konflikte eingehen), und dann erwischte sie mich. Die Arbeitslosendepression. Was ich zuvor nicht kannte, da ich ja nicht wusste, dass ich Familie und Arbeit vereinen konnte, traf mich mit voller Wucht. Die Traurigkeit etwas nicht geschafft zu haben, die Wertlosigkeit einer Aufgabe nicht gewachsen gewesen zu sein, die existenzielle Problematik, die Antriebslosigkeit, weil einem alles sinnlos erscheint. Mittlerweile hab ich locker drei Kilo extra drauf, weil ich anfing abends halbliterweise Eis zu essen um die Leere in meiner Seele zu betäuben.
Und jede weitere Absage, jedes weitere Gespräch, dass damit endet, dass man nicht genommen wird, obwohl man theoretisch auf die Stelle passt – aber praktisch ist man doch Mutter, und daher eher unattraktiv für den Dienstgeber – alles weitere macht mich nur mehr traurig.

Was ich tun soll? Ich soll mich bewegen, ich soll mich gesund ernähren, soziale Kontakte pflegen, und nicht aufgeben.

Was ich kann? Nicht aufgeben, dass kann ich. Vor meinem Kind stark sein, das kann ich. Aber dann noch Energie für Sport haben? Dann noch irgendwelche fancy Vitamine schlucken, die ein Megageld kosten? Sorry, aber das geht nicht mehr. Es ist einfach eine Sch…situation, und ich fange einfach mal an sie zu akzeptieren. Ich bin kein Guru. Ich bin eine normale Frau, mit stinknormalen Ängsten und Sorgen. Ich behaupte mich in einer Gesellschaft die von Männern regiert und gesteuert wird, wo Frauen in Teilzeitfallen stecken, heiraten aus existenziellen Gründen, und in einer größeren Armutsbedrohung stecken als die männlichen Gegenstücke. Also ganz ehrlich, wenn ich jetzt nicht gut drauf bin, weil es einfach verdammt schwer ist, eine ausreichend bezahlte Arbeit als alleinerziehende Mama zu kriegen, dann ist das so.

Ich hatte vor dem letzten Jobdesaster noch Visionen, Hoffnungen, Wünsche und Träume. Die werden wiederkommen. Ich muss mir nur Zeit geben, und Vertrauen.

 

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Der Charakter unserer Kinder, von Anfang an, und die 5 Merkmale einer Persönlichkeit

Wir leben in einer Zeit wo viel über Erziehung geschrieben wird. Wo in den Bücherkästen der Eltern vor der Geburt schon Ratgeber stehen, die uns den Umgang mit dem neuen Menschen auf dieser Erde beibringen sollen. Für uns ist es mittlerweile vollkommen klar, dass unsere Kinder von Anfang an Persönlichkeiten haben, und wir sie unterstützen bei dem was sie mitbringen, und wie sie es entwickeln. Oder ist uns das wirklich so klar?

Um zu erklären, welche Entwicklung hinter uns liegt, hole ich ein wenig aus. 1762 schrieb Rosseau, ein Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge den Roman „Emile, oder über die Erziehung“ Für seine Zeit war dies ein revolutionäres Werk, da er als einer der Ersten, reformpädagogische Grundsätze veröffentlichte und zur Diskussion stellte. Denn bis zu dem Zeitpunkt war ein Kind einfach nur eine Arbeitskraft, Zierde, Bürde, und ein Klumpen Wachs den kompromisslos zu formen galt. Jede Entscheidungsfähigkeit und Persönlichkeit wurde dem Kind abgesprochen.  Nun ist das schon eine Zeit her, und es gedauert,  denn nun, fast 150 jahre später ist uns als Gesellschaft klar geworden, dass unsere Kinder nicht nur formbare Wesen sind, sondern durchaus auch schon ihre Besonderheiten mit auf die Welt nehmen.

Wieder ein Jahrhundert später schrieb eine Reformpädagogin, Maria Montessori, dem Kind die Eigenheit zu zwar formbar wie Wachs zu sein, aber im selben Zuge stellte sie fest, dass diese Formbarkeit nur im Rahmen der Persönlichkeit des Kindes stattfinden könne, und durch den Erwachsenen ein sorgsamer Umgang im Versuch das Kind zu gestalten notwendig ist, um das Wesen des Kindes nicht zu zerstören.

Und trotz all der Theorie die schon hinter uns liegt, jeder hat seinen eigenen Zugang zu dem Thema. Auch ich habe dazu einen sehr persönlichen Post geschrieben [ http://birdiesworld.at/2017/04/05/so-wie-du-bist-so-bist-du-gedacht/ ]

Und was behauptet die Wissenschaft? Genetiker beaupten wir bestünden aus einer 50:50 Mischung von Veranlagung und Umwelteinfluss. Das bedeutet für uns also, wir erziehen unsere Kinder, setzen ihnen Grenzen, geben ihnen Rahmenbedingungen, aber zu 50% haben sie bereits von Anfang an ihren Charakter, ihr Wesen und gehen mit ihrer eigenen Art mit unserem Einfluss um. Die wichtigsten Faktoren für eine Persönlichkeit setzt sich aus folgenden fünf Merkmalen zusammen, und einiges davon wird maßgeblich von Genetik bestimmt:

  • Intelligenz,
    es geht hier darum ob unsere Kinder in der Lage dazu sind, Probleme zu lösen, über eine Auffassungsgabe verfügen, und ob deren Merkfähigkeit und Lerntempo angemessen sind. Als Eltern können wir die fördern, indem wir ihnen die Sicherheit geben selber ihr Potential zu entwickeln, und ihnen in einem dem Kind angemessenen Alltag auch Rituale wie bspw Vorlesen anbieten, und ihre Interessen fördern. Die Genetik bestimmt 50% dieses Faktors.
  • Charakter
    Logischerweise ist der Charakter schon großteils angelegt, und über die genetischen Bedingungen bestimmt. Der Einfluss über das Elternhaus ist überschaubar. Natürlich sind die Eltern wichtig, aber auch nur ein Teil im sozialen Gefüge dass das Kind prägt.
  • Sozialkompetenz
    In Studien wurde bewiesen, dass beispielsweise Freigiebigkeit oder Geiz angeboren sind. Aber natürlich lernt das Kind im sozialen Miteinander, an Vorbildern und im sozialen Umfeld auch gewissen Regeln, die es in der Gesellschaft anwendet. Aber offensichtlich kann man nicht unbedingt ein geiziges Kind in ein freigiebiges „umerziehen“
  • Resilienz
    Die seelische Widerstandskraft ist uns angeboren. Nach einer Niederlage wieder aufstehen und weitermachen? Das liegt nicht jedem im Blut. Aber wir können es üben, und unseren Kindern durch liebevolle Unterstützung beibringen dass man weitermachen kann, einfach aus Freude am Tun. Ein gutes soziales Netz kann den Faktor Resilienz stärken und so zu einer starken Persönlichkeit beitragen.
  • Talente
    Sind im Erbgut angelegt. Wir kommen schon mit gewissen Gaben auf die Welt, und unsere Umwelt ermöglicht uns einfach, oder auch nicht, diese auszuüben. Als Eltern können wir ohne Stress zu machen die Talente unserer Kinder erkennen und sie unterstützen. Für die Eltern ist aber da eine Sache ganz bedeutend. Übertrage nicht deine Träume auf dein Kind. Es findet seinen eigenen Weg seine Gaben zu leben.

Also wir sehen, es ist nicht so abwegig in einem Baby von Anfang an gewisse Wesenszüge zu erkennen, und wir tun gut daran, dies als Tatsache anzuerkennen, und dann mit dem Charakter des Kindes von Anfang an zu kooperieren. Erziehung ja – verbiegen nein, bei all dem was wir Erziehung nennen, ist es für alle Beteiligten wichtig und richtig von Anfang an zu wissen, welche Persönlichkeit einem da gegenüber steht.

 

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