Partizipation macht Lernen erfolgreich

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Ich bin das beste Beispiel eines Menschen, der, trotzdem er sitzengeblieben ist, Schulklassen wiederholt, und Schulabbrüche hinter sich hat, einen guten Weg für sich fand. Und den fand ich nicht wegen meiner Lehrer, und nicht wegen der Nachhilfe in meinem Leben. Ganz im Gegenteil, noch heute habe ich Albträume davon, auf meine alte AHS gehen zu müssen, und mir wieder von einer Lateinlehrerin Demütigungen anhören zu müssen, “es wäre ja klar dass ich das oder das nicht wüsste”. War es nicht. Ja, ich war faul in deren Augen, ich persönliche nenne es effizient. Denn für mich sollte das was ich lernen sollte, Sinn machen . Und genau dieser Wunsch machte ein intelligentes Mädchen zum dummen Mädchen, in unserem Schulsystem.Klar habe ich Nachhilfe erhalten, und dann ging es auch. Es war wie man so schön sagt “teaching to the test” , übrigens eine Sache, die ich auf der Uni wieder schmerzlich erfahren durfte. Aber diese Art von Lernen und Nachhilfe haben mich nie klüger gemacht.

Kinder sind nicht dumm, in unserem Schulsystem werden Kinder dumm gemacht. Sie müssen lernen, was vorgegeben ist. Es gibt keinen Raum für Stärken und Schwächen. Mag sein, dass ich schlecht in Mathematik und Chemie bin, dafür bin ich begabt bei Sprachen und in Psychologie. Warum wir alle denselben auswendig gelernten Standard beherrschen müssen, ist für mich ein Rätsel. Wir sind doch keine programmierbaren Maschinen.

Geh doch mal auf eine Uni, und setzt dich in eine Vorlesung. Die Studierenden lernen nicht für ihre Gabe, ihr Talent, sie lernen Fragenkataloge auswendig. Sie studieren ihr Fach nicht, sie reproduzieren einfach ein gewünschtes Ergebnis.

Ich habe am zweiten Bildungsweg meine Matura nachgeholt, und Jahre später studiert. Ich dachte, ich würde etwas lernen auf der Uni. Klar, jetzt kann ich wissenschaftlich schreiben, und schlaue Bücher zitieren, aber so vieles habe ich nie in meinem Studium gelernt. Grundwerte wie  Empathie, Verständnis, Kommunikation, Emotionen, dafür gibt es keine Lernkataloge. Die zwei, oder drei Vortragenden, die sich nicht nur hinter Lernzielkatalogen versteckten, und das Gespräch mit den Studierenden suchten, die sind es, die mir in Erinnerung bleiben. Der Rest, einfach nur auswendig lernen, einfach nur reproduzieren. Auf dieser Grundlage bildet sich also die wissenschaftliche Elite dieses Landes. Auf ja-sagern, Wiederkäuern und Duckmäuschen. Und dann fragen wir uns, warum die Unis keine Fortschritte erzielen? Weil sie einfach keinen Fortschritt zulassen. Weil wirkliche Neugierde, Offenheit und Kreativität fehlt.

Fortschritt würde nämlich bedeuten, sich auf den Lernenden einzulassen. Seine Fähigkeiten in  das gesamte Bild einfließen zu lassen, und nicht nur nach starren Kriterien Wissen in Menschen zu füllen, die es einfach nur rauswürgen.

Und das bringt mich zu den Eltern, die verzweifelt sind, weil ihr Kind einfach nicht gut abschneidet. Hier ist deine Lösung.

Nimm dir die Zeit, und finde heraus wo die Stärken deines Kindes liegen. Ich kann dir viel über Lernmethoden erzählen, aber das kann auch eine Suchmaschine. Es geht nicht darum wie es lernt, denn – halte dich fest – dein Kind ist begabt. Jedes Kind ist begabt! Aber unser schulisches System kann und will es nicht als Individuum erkennen. Zu groß sind die Klassen, zu überfordert die Lehrer, und starr die bürokratische Struktur. Der Rettungsanker deines Kindes bist du. Denn du genießt den Luxus seine Gaben zu (er)kennen, und ihm bei den Dingen zu helfen die eben nicht seinen Talenten entsprechen.

Und die Lehrer, die können nicht, sie sind auch nur verzweifelte Rädchen in einem System. Sie beginnen als hoffnungsvolle Junglehrer, träumen davon ihre Schüler zu erreichen, und kommen bald unter die Räder eines zu Tode bürokratisierten Apparates.

Wenn du also deinem Kind helfen willst, ist dein Zauberwort PARTIZIPATION. Beginne zuzuhören. Erlaube deinem Kind, dass es nicht in einen Standardkatalog von Wissen passt. Findet einen Weg durch diesen Schul-nachhilfe-Dschungel gemeinsam.  Es liegt in der Natur des Menschen lernen zu wollen, sonst wären wir nicht da, wo wir heute sind. Aber all die Forscher, Entdecker, Schriftsteller, die bahnrechende Entdeckungen machten, denen war die Schule immer zu klein. Das heißt nicht, dass jeder etwas Großartiges erfinden soll, aber das heißt, sie kannten ihre Gabe, und folgten ihr.

Nachhilfe kannst du jederzeit für dein Kind kriegen,  sogar mit Erfolgsgarantie, und es wird dann auch seine Noten ausbessern. Aber das größte Geschenk, dass du der Bildung deines Kindes geben kannst, ist deine aktive Teilnahme -Partizipation –  an seinen Fähigkeiten. Fang nicht an, Fehler bei den Lehrern zu suchen, oder deinem Kind helfen zu wollen, indem du deine Träume als seine wahrnimmst. Hör ihm zu, nimm dir Zeit und lass zu, dass man nicht alles können muss in diesem Leben.

Und die gute Nachricht am Ende. Wir haben ein ganzs Leben um alles zu lernen.

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